31.05.2020

Fahrstuhl des Grauens

Nicht alles, was aus den Niederlanden kommt ist automatisch Mist. Also geschmacksneutrales Gemüse schon, aber in Sachen Kultur haben unsere Käse jonglierenden Nachbarn mit den orangenen Trikots schon was auf dem Kasten. Davon zeugt zum Beispiel dieser Gruselklassiker aus dem Jahr 1983 mit dem Originaltitel »De Lift«.

In einem Hochhaus befindet sich ein Aufzug, der mit der für damals modernsten Technik vollgestopft ist, Mikrochips steuern das Ganze. Aber irgendwas stimmt nicht, der Lift entwickelt ein Eigenleben. Ein paar Menschen ersticken fast, als der Strom samt Klimaanlage mitten in der Nacht ausfällt, ein nächster Mann bleibt mit seinem Kopf zwischen den Türen hängen, die ihn auch nicht wieder hergeben wollen und so weiter. Fahrstuhlmonteur Felix kommt das alles seltsam vor und er versucht mit Unterstützung von Journalistin Mieke, die eine große Story wittert, der Sache auf den Grund zu gehen. Während sie mächtigen Technologiefirmen in die Quere kommen, erwischt es noch den einen oder anderen, der dem Lift zu nahe kommt. Die Polizei ist auch keine große Hilfe...



Anhand von Frisuren, Autos und vor allem beim zeitweise unfreiwillig komischen Soundtrack merkt man natürlich, dass der Film ein alter Schinken ist. Aber die Unfälle, oder wie immer man das nennen möchte und die klaustrophobische Stimmung, die Aufzüge bzw. deren Schächte bei manchen verursachen und die leise Kritik ins blinde Vertrauen in die moderne Technik, haben den Film gut altern lassen und so funktioniert und unterhält er heute noch vom feinsten. Kann man sich übrigens im Ganzen bei YouTube reinpfeifen.


Behemoth »Evoe« (»A Forest«, 2020)

05.05.2020

Coronaferien // Friedhof Tolkewitz // Teil 3




Da ist man mal drei Tage nicht am Rechner und schon hat Gastgeber Google ne neue Benutzeroberfläche für die gastgebende Plattform aus dem Hut gezaubert. Als ob das je ein Fortschritt gewesen wäre... Momentan muss ich mit Sonnenbrille schreiben, der HTML-Editor ist dann doch deutlich zu bunt. Danke dafür! Und dann... schnellestens wieder an die frische Luft! Man sieht sich...











Voodoo Jürgens »Heite grob ma Tote aus« (»Heite grob ma Tote aus«, 2016)

14.04.2020

Sam's Lake

Hier haben wir einen Gruselfilm, oder Psychothriller, je nach Auge, aus dem Jahr 2005.

Namensgeberin Sam hat den Tod ihres Vaters nie so ganz verdaut. Daher beschließt sie, zusammen mit ein paar Freunden, ein Wochenende an einem See zu verbringen, der - huch! - ihren Namen trägt. Dort gibt es eine Ferienhaus an einem malerisch gelegenen Bergsee, wo sie viele Stunden ihrer Kindheit verbrachte. Man sitzt am Wasser und am Lagerfeuer, es gesellt sich noch ein etwas schräg anmutender Einheimischer dazu und Gruselgeschichten werden erzählt. Eine handelt von einem Mörder, der in der Gegend sein Unwesen getrieben haben soll und von dem bis zum heutigen Tage natürlich jede Spur fehlt. Als Sam die Gruppe auffordert, zusammen eine runtergekommene Hütte zu besuchen, ist das der Anfang vom Ende...



In der ersten Hälfte des Films lässt man sich dazu hinreißen unbedingt mal einen Ausflug in die Natur zu planen - schöne Bilder. In der zweiten Hälfte weniger, ab da erhöht sich das Tempo schlagartig und auch wenn des Rätsels Lösung praktisch schon preisgegeben wurde und manches unfreiwillig überzogen dargestellt wird, bleibt es spannend bis zum Schluss. Die Charaktere und, wie schon erwähnt, die Kulisse passen auch, was für frei streambare Filme ja nicht immer zutrifft.


Die Ärzte »Ein Lied für jetzt« (2020)

12.04.2020

Coronaferien // Friedhof Tolkewitz // Teil 2



Das Wetter ist schön, was eigentlich egal ist, denn Friedhofswetter ist praktisch immer. Und da der Aktionsradius vom Seuchenministerium auf pupsige 15 Kilometer begrenzt wurde, bleiben nur ungefähr 666 erreichbare Friedhöfe. ;o)





Bloodsucking Zombies From Outer Space »Moonlight Sonata - Corona Quarantine Edition« (2020)

11.04.2020

▶ Die Krupps feat. Jyrki69 // Chinese Black

Schön, dass der Virus ältere Herren zur Kreativität antreibt. Das Cover des alten Gassenhauers von The Neon Judgement kann sich als Soundtrack zur Seuche auf jeden Fall hören und sehen lassen. Wash your hands! ;o)

Die Krupps feat. Jyrki69 »Chinese Black« (2020)

08.04.2020

Hack!

In Sachen alternativer Filmtitel für den deutschen Markt gibt es ja allerhand geistige Totalausfälle. In diesem Fall findet man den 2007 produzierten Film »Hack!« auf DVD bzw. auch bei YouTube unter dem Namen »Chainsaw Slaughter«, was eher auf das hundertste in die Hose gegangene Remake des maskierten Kettensägenmörders hindeutet, also quasi ein »Guck mich lieber nicht!«-Schild darstellt. Wäre in diesem Falle wirklich schade.

Eine Gruppe von Studenten (oooh!), bestehend aus klassischen Stereotypen für diese Art von Horrorfilm, fährt auf eine kleine Insel, um deren Natur etwas zu erforschen und somit den eigenen Notendurchschnitt aufzupolieren. Dort bewohnen sie ein Haus, dessen Herbergseltern ordentlich einen an der Waffel haben. Sie sind totale Film-Freaks. Im Haus hängen Filmplakate, beim Abendessen wird über Horrorstreifen schwadroniert und auch ständig alles mit einer kleinen Handkamera gefilmt. Passt aber gut, denn auch die Studenten, bis auf einen Footballspieler (der seinen Football sogar mit ins Bett nimmt), zitieren ebenso gern aus verschiedenen Filmen oder diskutieren bei jeder Gelegenheit über ihre Favoriten. Irgendwann müssen dann natürlich die ersten über die Klinge springen - wir ahnen, bereits wer... ;o) Ach so, inmitten so einer Idylle gibt es weder Handyempfang, noch kehrt der Käptn mit seinem Boot zurück, um die jungen Leute abzuholen und das Festnetztelefon ist leider auch kaputt...



Eine Szene zum Ende des Films lässt einen der Protagonisten sagen, dass dies ein billiger Horrorfilm sei und es keine Fortsetzung geben werde. Soviel zum humorigen Selbstverständnis der ganzen Veranstaltung. Ansonsten wird man aufs Beste unterhalten, das Schauspielensemble ist okay, die deutsche Synchro auch. Nach dem ersten Kill nimmt das Tempo angenehm zu. Zentrales Thema sind, wie schon erwähnt, Horrorfilme an sich, als Freund dieser bekommt man allerhand nette Gags zu sehen. Schöne Sache.


Myrkur »Gammelkäring« (»Folkesange«, 2020)

06.04.2020

▶ Misfits // Dig Up Her Bones


Misfits »Dig Up Her Bones« (»American Psycho«, 1997)

03.04.2020

Coronaferien // Friedhof Tolkewitz

Liebes Seuchentagebuch! Der Ministerpräsident hat gesagt, dass ab sofort internationale Gottesäcker nicht mehr zu betreten sind, weil sie ja nicht im vorgeschrieben Aktionsradius liegen. Wohl dem, der dort lebt, wo der liebe Gott schöne Friedhöfe auf die Erde plumpsen lassen hat. Also, rauf auf´s Fahrrad, ein desinfiziertes Bier auf den Gepäckträger gebunden und ab geht´s! Coronaferien sind, was man daraus macht. ;o)





Rocko Schamoni »Gegen den Staat« (»Showtime«, 1999)

26.03.2020

Simon Says

Am Anfang dieses 2006 produzierten Slashers lernen wir die Zwillinge Stanley und Simon, der geistig nicht ganz auf der Höhe ist, kennen. Aus Motiven, die später im Film erläutert werden, töten Stan seinen Bruder.

Eine genretypische Gruppe Jugendlicher fährt in einem Kleinbus in die Wälder, um ein paar Tage zu campen. Auf dem Weg dahin machen sie eine erste Bekanntschaft mit Stanley, der eine völlig heruntergekommene Tankstelle betreibt. Am Ziel angekommen, werden die Zelte aufgebaut und dann teilt sich die Gruppe auf, wie man das in solchen Filmen eben macht. Ein Mädchen geht joggen, ein Pärchen geht fummeln statt Holz zu sammeln, der Kiffer kifft und so weiter. Als erstes bemerkt die Joggerin, so viel kann verraten werden, dass hier irgendetwas nicht stimmt, spätestens als ihr die Lieblingswaffe des Killers - der Mann hat ein unfassbares Arsenal an Spitzhacken - im Rücken steckt.



Für eine Produktion dieser Art wird man sehr gut unterhalten. Die Darsteller sind auf jeden Fall okay, Crispin Glover, der den Stanley gibt, agiert teilweise völlig überzogen (irgendwie hat er diesen Woody Harrelson-Gedächtnisblick, wenn er den Irren mimt), was der Sache aber keinen Abbruch tut, sondern gut in die Kulisse passt. Die Metzelfrequenz und der Gorefaktor stimmen auch und was hier so alles spitzhackentechnisch aufgefahren wird, ist schon kreativ.

Simon sagt: Kann man sich getrost reinpfeifen! ;o)


Cirith Ungol »Before Tomorrow« (»Forever Black«, 2020)

24.03.2020

Städtischer Friedhof Chemnitz



Nur die ganz Alten werden sich noch an die Zeit erinnern, als man noch gesetzeskonform und unmaskiert von einer sächischen Partymetropole in die nächste fahren konnte. Natürlich nicht, ohne den obligatorischen Ausnüchterungsspaziergang über den lokalen Friedhof. Also dann, lasst uns in Erinnerungen schwelgen! ;o)



Taake »Heartland« (»Pakt«, 2020)