26.08.2021

Courage

Heute soll es mal um etwas anderes, als die, an dieser Stelle, für gewöhnlich etwas groberen vorgestellten Filme gehen. Die Rede ist von einem Dokumentarfilm des Filmemachers Aliaksei Paluyan, welcher derzeit in ausgewählten Lichtspielhäusern gezeigt wird und, wie man beim Erleben des Werks feststellen wird, den passenden Titel »Courage« trägt. Zentrales Thema sind die Prosteste, die 2020 Hunderttausende Menschen des Landes abhielten, um gegen die Präsidentschaftswahl (deren Ergebnis natürlich zu Gunsten des ewigen Machtinhabers gedeutet wurden) zu protestieren.

Die Hauptprotagonisten sind Maryna, Denis und Pavel, ihres Zeichens Schauspieler einer systemkritischen Theatergruppe. Sie verließen das staatliche Theater Minsk, um fortan im neu gegründeten Belarus Free Theatre zu spielen und in ihren Stücken die autokratische Regierung und die staatliche Gewalt gegenüber den Bürgern ihrer Heimat zu kritisieren. Der Regisseur lebt mittlerweile im Exil und wird für die Proben per Skype zugeschaltet. Alles läuft im Untergrund, wer mitmacht, oder zuschaut, riskiert Repressalien oder Haft. Zwischen der Tätigkeit für das Theater, schließt man sich den immer größer werdenden Protesten an, oder organisiert diese mit.



Der Film zeigt teils sehr beklemmende, weil autentische Szenen, zum Beispiel, wenn einfache Menschen schwer bewaffneten OMON (Spezialeinheit der Regierung) Männern gegenüberstehen und sich die Atmosphäre aufheizt. Auch der tägliche Überlebenskampf der Theaterleute ist ein hartes Thema - andererseits versprüht deren scheinbar unbirrbarer Einsatz ebenso Optimismus, wie die immer größer werdenden Protesten, vor allem in den Straßen von Minsk, oder auch Bilder, in denen Demonstrierende Blumen an die Schilde der OMON stecken und diese vorübergehend die Waffen senken.

Insgesamt ein intenives Erlebnis (schöne Grüße, an alle, die an dem Abend in Dresden dabei waren, inklusive der begleitenden Veranstaltung).


Brutto »Гарри«

24.08.2021

Winterspaziergang, Kolumbarium Tolkewitz



Eläkeläiset »Humppa pelastaa« (»Humppa pelastaa«, 2021)

23.08.2021

▶ Ministry // Search And Destroy


Ministry »Search And Destroy« (»Moral Hygiene«, 2021)

18.08.2021

The Windmill Massacre

Das ist nicht die Hölle, das ist Holland! Das ist mal ein schönes Zitat und stammt aus dem niederländischen Slasher »The Windmill Massacre« aus dem Jahr 2017.

Jennifer, eine junge australische Frau, die vor ihrer Vergangenheit flüchtet, arbeitet in den Niederlanden als Kindermädchen. Als der Vater merkt, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt, ergreift sie erneut die Flucht. Rein zufällig schließt sie sich einer kleineren Reisegruppe an, die mit einem Bus, samt einheimischen Fahrer, eine Tour durch das ländliche Holland, dem echten Holland, wie der Fahrer behauptet, unternehmen will. Natürlich werden auch Windmühlen besichtigt und, wir ahnen es bereits, in der Nähe eines etwas heruntergekommenen Exemplars gibt der Bus den Geist auf...



Einzig die, oft total unlogische bzw. hirnlose Verhaltensweise der Protagonisten, regt, wenn auch für dieses Genre nicht unüblich, zuweilen auf. Wenn man schon merkt, dass da etwas nicht stimmt, rennt man nicht kopflos in die nächste Hütte und macht erstmal Feuer, vor dem man sich dann mitten in der Nacht gegenseitig anbrüllt, zumal der nächste Ort nur eine Stunde Fußmarsch entfernt ist. Andererseits, ohne solche Tollpatschigkeiten, würden die Handlungen solcher Filme oft nicht funktionieren, also kann man das auch als Mittel zum Zweck akzeptieren.

Ansonsten kann man insgesamt absolut nicht meckern, die Schauspieler sind gut, auch das Setting rund um die namensgebende Windmühle ist gut gelungen - alles in allem eine angenehm unangenehme Atmosphäre. Die Charaktere bekommen auch genug Profil verliehen und auch der Plot kann sich sehen lassen. Schöne und kurzweilige Unterhaltung.

Kann man sich unter anderem via Netzkino zusammen mit einem leckeren Käseschnittchen schmecken lassen.


Sigur Rós »Vaka« (live, 2006)

16.08.2021

Winterspaziergang, Friedhof Tolkewitz, Teil 2


Mayhem »Black Mass Community« (»Atavistic Black Disorder / Kommando«, 2021)