09.01.2015

Zeitreise mit Pegida (Untertitel: Leider musste ich den Gurkensalat wegschmeißen, weil er nach 3 Tagen anfing zu gären!)

Manchmal ist es so: Man fühlt sich durch irgendwas an irgendwas anderes erinnert. Nur weiß man nicht an was. Ging mir seit Wochen so, genauer gesagt, seit dem die ersten Leute mit Pegida-Wimpeln, Deutschlandfähnchen und gen Himmel gereckten Kreuzen durch die sächsische Landeshauptstadt demonstrierten. Nein, sie spazieren ja, aber wer wird sich an Kleinigkeiten aufhalten.

Da durchstöberte die spärlich beschriebene Festplatte im Kopf des Verfassers verzweifelt die Sektoren, WM 2006, danach nichts. Ach so, WM 2014 natürlich, aber dann wieder nichts. Und just in dem Moment, als ich dachte, Junge, das haste dir eingebildet, fiel es mir wie Schuppen von den trüben Augen... warum poste ich kurz davor ein Lied mit dem Titel »Immortal«? Da muss das Unterbewußtsein wohl schon schneller als der Rest des Verstandes gewesen sein. Denn persönlich, wie medial schon wieder ins temporäre Verzeichnis, wenn nicht gleich in den Papierkorb verschoben: die Unsterblichen zu Stolpen! Jaaa, wir erinnern uns... wenngleich langsam. Ähnlichkeiten zu aktuellen Ereignissen nicht ausgeschlossen.

Hat nichts mit dem Ganzen zu tun, war nur gerade da: Nennen wir ihn ruhig Pavel, stellvertretend für Internationalität mitten in Europa (Zoo Děčín).

Damals waren sie maskiert, trugen Fackeln und verbreiteten den Anschein von Inquisition. Heute tragen sie keine Masken, aber Kreuze und Fähnchen, weniger dark, mehr Karneval. Woraus sich folgender kloßbrühenklarer Lehrsatz ableitet: Stolpen ist kleiner als Dresden, ist nicht Köln.

Das schreib ich an dieser Stelle nur nieder, weil ich nen Aufhänger brauche, wenn ich in 3 Jahren mal nicht mehr weiß, woran mich der nächste Scheiß erinnert. ;o)

Marduk »Rope Of Regret« (»Frontschwein«, 2014)

Kommentare:

  1. Der zelebrierte Patriotismus ist ein empfindliches Pflänzchen; ähnlich der hier - in Teilen - gezeigten Männlichkeit. Auch er muss - wie sie - sehr pfleglich behandelt werden. Immer schön Körperhygiene betreiben, dannn stinkt´s nicht mehr. Im Gegensatz zum gärenden Gurkensalat kann die Männlichkeit weiter benutzt werden, ohne das eine Magenverstimmung oder schlimmere Auswirkungen zu befürchten sind. Mit ich sagen wollte: Vieles in unserem Leben - wie dieses auch - habe nur eine begrenzte Haltbarkeit. Deshalb sollten sich die Rückwärtsgewandten aus den Reihen der Berufsdemonstraten um Bachmann, Däbritz und andere Abgehängte, ruhig daran erinnern, dass sie auch mal jung waren.

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    1. Ob das mit dem Alter zu tun hat... man weiß es nicht, aber recht haste: irgendwann ist alles irgendwie vorbei! ;o)

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)