04.10.2013

Evil Dead

Würde irgendjemand ernsthaft auf die Idee kommen, sagen wir mal eines der erfolgreichsten Beatles-Alben neu aufzunehmen, nur weil es so und so alt und ein Klassiker ist und die Hälfte der Protagonisten nicht mehr lebt? Wohl kaum. In der Filmindustrie ist das ein wenig anders, da wurde quasi seit Erfindung der Tonspur gern und ohne Scham neuaufgelegt, was nicht niet- und nagelfest schien. Remakes nennen wir Leute vom Film das.



Nun also Evil Dead, Remake des Sam Raimi-Klassikers »The Evil Dead« aus dem Jahre 1981, in Deutschland als »Tanz der Teufel« bekannt und wenn auch bis heute auf dem Index, fester Bestandteil jedes Kinderzimmers der Generation VHS. Da kann es einem schon vorher angst und bange werden, aber die Operation ist geglückt, Patient atmet. Atmet, röchelt, rotzt, blutet gleichmäßig. Hier gelang wider Erwarten großartiges Horrorkino!



Die Handlung spielt, wie im Original, in einer Hütte im Wald. Ein paar Freunde finden sich zusammen, um Mia beim Drogenentzug zu unterstützen. Natürlich wird diese von einem Dämonen befallen, nachdem einer der Kumpels das Necronomicon gefunden und einige Zeilen daraus gelesen hat. Ihr daraus resultierendes abartiges Verhalten schieben die Freunde erstmal auf die Nebenwirkungen des kalten Entzugs, bis ihnen nacheinander klar wird, wie ernst die Lage tatsächlich ist...

Wie anfangs schon erwähnt, lohnt es sich auf jeden Fall, diesem Remake eine Chance zu geben. Der Film ist bildgewaltig, punktet mit zeitgemäßer Härte, Tempo und, für dieses Genre nicht immer selbstverständlich, mit anständigen Darstellern. Außerdem ist das Filmende fast schon episch. Ein Highlight des jüngeren Mainstreamhorrors, keine Frage!

The Sisters Of Mercy »Knocking On Heavens Door« (»Sins And Secrets«)

Kommentare:

  1. Gute Horrorfilme sind extrem selten. Für Freunde der Niederungen und Höhen des Genres stellt Netzkino eine erlesene Auswahl bereit. Dort gibt es auch den japanischen Streifen »Gozu« zu bestaunen. Mich erinnert er an Aki Kaurismäki, Altmetall-Yakuza und dem Channel666 Projekt »Attack!«. Das Ganze ist zum Schreien. Allerdings weniger wegen des Schreckens, sonder eher wegen der vollendeten verhaltenen Komik.

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    1. Kunst ist, wenn man trotzdem lacht, wer weiß das besser, als wir. ;o)

      Mit japanischem Gruselzeugs hab ich oft leichte Probleme die haben oft eine andere Vorstellung von Horror, als der abgestumpfte Mitteleuopäer. Aber ich werf mal ein Auge!

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)