18.02.2013

Purzel und Pupsi (zusammen gegen die Herrenmenschen)

Ja, also. Ist ja schon wieder ein paar Tage her, aber manche erinnern sich noch voll Inbrunst/Voluptas an den diesjährigen 13. Februar in der sächsichen Landeshauptstadt, dem sowas von nazifreien Dresden.

Es trug sich also zu...

»Scheiße!« sprach der alte Schulze vor sich hin, darüber nachsinnend, was ihm seine Gattin, von der Nachbarschaft liebevoll die »alte Schulzn« genannt, aufgetragen hatte. Es wollte ihm einfach nicht einfallen. Verfluchte Sache auch, sie konnte so unschön giftig werden, wenn er etwas von der Einkaufsliste vergaß.

Purzel riecht, wo Pupsi ist


Währenddessen in Dresden, Parkanlage Großer Garten: eingewanderte, nein - eingeschleppte, schwarze Eichhörnchen machen sich breit. Die original eingeborenen rotbraunen (Sciurus vulgaris) Exemplare (das waren mal so viele, dass man sich während der eigenen Kindheit manchmal die kleinen Knie daran aufschlug) werden ob ihres weniger kampflustigen Gemütes immer weniger. Können sich in der Nahrungskette kaum gegenüber den Nachmietern behaupten. Was eine unnatürliche Auslese zur Folge haben wird.

Daher beschloß Purzel, das eine rotbraune Eichhörnchen eine Menschen- nein, das wäre ja albern - Eichhörnchenkette um den beliebten Volkspark anzuzetteln. Hatte gehört, dass die Menschen das so machen. Sich in Reihe stellen, einander die Hände reichen, um den politischen Feinden zu zeigen: so geht das nicht, euch wollen wir nicht, euch blockieren wir. Also fragte es Pupsi, das andere rotbraune Eichhörnchen, ob es nicht allen anderen Kleinnagern diesbezüglich Bescheid sagen könne. Aufruf zum Aufruhr sozusagen. Hat Pupsi auch gemacht, aber leider leben im Großen Garten nicht ausreichend Eichhörnchen, um das gesamte Areal zu umzingeln und so reichten sich die kleinen Racker nur von Mitte der Stübelallee (ungefähr dort, wo die Fetscherstraße kreuzt) bis zum Botanischen Garten (für unsere auswärtigen LeserInnen: ca. 500m) die putzig kleinen Pranken, um den Missstand (mit 3xS! Teufelszeug, in diesem Zusammenhang!) anzuprangern.

der Beweis: auch der Opa hatte Durst

»Pferdewurst!« entfuhr es dem ollen Schulze. Das war es, was er seiner Frau vom Wochenmarkt mitbringen sollte. Also schaltete er spanbildend einen Gang herunter und wechselte die Fahrspur. Dabei übersah er die herannahende Straßenbahn und die Eichhörnchenkette. Neun tot, drei schwerverletzt. Schulzes Radkasten verdreckt. Nichtmal dem Pferd hat es genutzt. Schulze im Koma. Traurig. Schade.


Finntroll »Blodsvept« (»Blodsvept«, 2013)

Kommentare:

  1. Dem uralten Stadtförster waren die drolligen roten Hörnchen auch lieber als die schwarzen und er beschloß etwas gegen die drohende Überfremdung zu tun. Er schulterte seine Flinte mit den Worten: »Was gestern richtig war, kann heute so falsch nicht sein.« Ergebnis: Schulze tot, Pferd tot, Straßenbahn Schrott. Alle Hörnchen auf der Flucht.

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  2. Oh, Man(n), was für ein Februar! Schavan wech, Pferdefleisch im Fertigfraß, Amazon als Slaventreiber entlarvt, Neo - Faschisten in unserer Stadt und... mein lieber Scholli, DSC - Ausscheidung in der BRD mit Plagiatsverdacht. Ich wusste es, mein Lieber - diese Bande ist zu allem fähig. Hauptsache absahnen, gelle. Mist ist der Beitrag auch noch. Da Bazis haben mir besser gefallen!

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    1. Nee, die fand ich unhörbar und ich bin sicher der Letzte, der was gegen gescherbelte Trötenmusik was hat... Aber man sieht, die Geschmäcker sind verschieden.

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  3. Ach, ja, ich veergaß: Eichkater vorzeitig aus dem Winterhalbschlaf geweckt!

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  4. Was ne Story :-D
    Bei der Pferdewurst dacht ich nur: Net schon wieder! Was machen die um den Pferdefleischskandal nur so nen Halles?! Ist mir doch egal ob ich Rind oder Pferd futter, hauptsache kein weiteres Dioxin und Konsorten ;-)

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    1. Die Pferdewurst war nur schmückendes Beiwerk in der Geschichte. Kam ich kaum dran vorbei, nachdem man seit Tagen von früh bis spät damit bombardiert wird. Hier gibt es heute Rosenkohlcremesüppchen, da stehen die Chancen nicht übel, dass nicht mal toter Igel drin ist. ;o)

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    2. Nachdem schon halbe Maulwürfe in Vollkornbrot gefunden wurden würde es mich zumindest nicht wundern :-D

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    3. Man will es manchmal gar nicht wissen... Bleibt nur der Griff zum Bier: Reinheitsgebot und man sieht bei einem Blick gegen das Licht ungefähr, was drin herumschwimmt! ;o)

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)