17.01.2012

Netzrevolte

Das ist ja mal spektakulär! Wikipedia, wohl eine der wichtigsten Internetseiten schlechthin, will am Mittwoch seine digitalen Pforten für einen Tag schließen.

Digitaler Protest!

Zankapfel sind Gesetzesentwürfe der USamerikanischen Regierung zur Zensur des Internets. Dahinter stehen aber nicht etwa verschwörerische Machenschaften oder weltherrschaftliches Gehabe, nein, die Platten- und Filmindustrie. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass diese trotz aller Downloads, Streams und was weiß der Geier nicht alles, Milliardenumsätze erzielt, egal, welchen Mist sie den Leuten zum Fraß vorwerfen. Sicher ging es ihnen im Leben vor dem Internet noch besser, da konnte bei jeder Plattenreleaseparty das Koks, welches von den Körpern halbnackter Frauen geschnupft wurde, noch aus der Portokasse bezahlt werden. In den Acht- und Neunzigern wurden sicher auch noch nicht so inflationär wie heutzutage Film- und Musikprodukte auf den Markt geworfen. Oder man hat´s vergessen, sich weggekokst. Wie auch immer, auch heute wird´s gerade noch so für Nutten & Schnee reichen, jedoch macht die Unterhaltungsindustrie lieber das, was sie seit Ewigkeiten am besten kann: jammern.

Dass sich die Regierung der USA vor den Karren spannen läßt, ist auch nicht weiter verwunderlich, zeigt nur einmal mehr, wie anständige Lobbyarbeit zu funktionieren hat. Was hört Obama eigentlich auf seinem PräsiPod? Folgerichtig Industrial? Wohl eher nicht... vielleicht Agneta Fältskog? ;o)


Agnetha »Geh´ mit Gott« (gleichnamige Single, 1972)

Kommentare:

  1. Ich weiß jetzt nicht, ob ich dafür oder dagegen bin. Um was es da genau geht, erschließt sich mir noch nicht. Wenn es um eine Einschränkung und Zensur des Internet gehen sollte, bin ich erstmal dagegen. Aber die Materie des Kopierrechtes und der verwanden Rechte ist viel zu kompliziert, um sich da mal so nebenbei eine Meinung bilden zu können. Das gilt auch für das Markenschutzrecht. Das scheint auch eine Lizens zum Gelddrucken zu sein. Was mir nötig erscheint ist eine liberale und vor allem einheitliche Regelung des Ganzen, welche die Urheber schützt aber gleichzeitig deren Rechte auch einschränkt, um Auswüchse a la Jack Wolfskin zu verhindern. Es kann nicht sein, das ein Klamottenladen der TAZ oder jedem Kindergartenkind das Malen einer Tierpfote verbieten lassen will. Es kann auch nicht sein, das sich ein Fußballverein eine historische Piratenflagge als Marke schützen lassen kann. Was die Musikindustrie betrifft: Die müssen mit Schwund eben leben. Sobald ein Titel im Radio läuft, kann er auch kopiert werden. Hier muß einfach mal die Vernunft walten. Kopieren trägt ja auch dazu bei den Bekanntheitsgrad des Musiktitels zu erhöhen und ist letztendlich Werbung dafür.

    AntwortenLöschen
  2. Und der Spamfilter scheint was zu lernen!

    Wie genau das rechtemäßig aussieht oder aussehen soll, kann ich auch nicht sagen. Mir kommt bloß das Kotzen, wenn für hunderte Millionen Filme gedreht werden (von irgendwelchen horrenden Gagen mal abgesehen), ohne dass dabei zwangsläufig kreative Qualität herauskommt. Sich nach dem xten Aufguss anderer Filme (z. B. aktuell eine Hollywoodfassung des Stieg Larsson Themas) oder dem öchzigsten 3D-Mist hinzustellen und zu winseln, dass das ach so böse Internet und dessen noch viel bösere Benutzer nicht noch mehr Milliarden in die Kassen spülen, ist ja wohl arm.

    Selbiges bei der Musikindustrie, wobei es mir dort noch mehr am Hintern vorbei gehen kann, da sich, wenn man nicht gerade knietief im Mainstream verankert ist, ohnehin genügend findet, was Freude macht. Wie auch immer, sollnse mal, wir beobachten es von weitem. Deshalb jetzt erst mal Abendessen! ;o)

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)