20.04.2012

Dark Legends

Noch mal ein Film, diesmal allerdings mit der Empfehlung, die 82 Minuten (in Deutschland mit FSK16-Freigabe! [das Original scheint länger zu gehen]) seines Lebens eventuell anders anzulegen, als sich »Dark Legends« (kompletter Verleihtitel »Dark Legends - Neugier kann tödlich sein«, engl. Original »The Shortcut«) anzuschauen. Es sei denn, man findet Sätze wie »Geht nicht die Abkürzung!« oder »Er ist die Abkürzung gegangen!« oder Dialoge wie »Ab ins Bett! Du bist noch zu jung für so etwas!« - »Ich bin gleich fertig!« spannend oder anderweitig unterhaltsam.

Ein paar Worte zur Handlung... Eine Schule, ein typisch amerikanisch anmutender Ort und ein Wald. Durch diesen führt die Abkürzung, ja genau die, welche den Schülern den Schulweg massiv abkürzen würde, jedoch seit Jahrzehnten gemieden wird, weil sie an einem Hof vorbeiführt, der von einem schrulligen Eremiten bewohnt wird. Dieser wird für das Verschwinden mehrer Jugendlicher und auch Hunde verantwortlich gemacht. Im wahren Leben hätten vielleicht die Genossen Volkspolizisten mal das Grundstück umgekrempelt, in »Dark Legends« übernehmen dies ein paar völlig orientierungslos durch die Kulisse stolpernde Teenies. Vorprogrammiert, dass da was schiefgeht.



So weit, so gut, mit etwas gutem Willen kann man dem Film noch nicht mal so etwas, wie eine gute Grundidee, die mal eine gute Handlung hätte hervorbringen können absprechen. Nur ist das Ganze recht stümperhaft umgesetzt und das Sahnehäubchen ist die deutsche, teilweise völlig ausdruckslose Synchronisation. Mal ehrlich: da war Erwin Geschonneck in »Das kalte Herz« alleine grusliger, als dieser Film, wennse wissen, was ich meine. ;o)


Tocotronic »Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst« (»Wir kommen um uns zu beschweren«, 1996)

PS: Und, kleiner Tipp für ein faltenfreies Restleben am Rande: Geht nicht die Abkürzung!

Kommentare:

  1. »Ich kenne da eine Abkürzung«, »Du fährst nicht dortlang, sondern nimmst die Abkürzung ...« oder »Durch die Abkürzung sparst du ...«. Das sind die Sätze aus meinen Horrorfilmen und wahrscheinlich geht es weltweit den Drehbuchschmierfinken auch nicht anders, sonst würde es solche Filme, die ausschließlich zur Bewältigung von posttraumatischen Belastungssyndromen gedreht wurden, nicht geben. Der Streit über die günstigste Abkürzung unter passionierten Sonntagsfahrern, egal ob aus der ländlichen oder urbanen Infrastruktur, kann ganze Kegelabende, Arbeitspausen, Klönsnacks im Strandkorb oder im ungünstigsten Fall ein ganzes Leben lang anhalten. Dabei spart man bei den angepriesenen Kurzwegen keineswegs an Zeit, sondern riskiert unter Umständen den Totalverlust des eigenen Autos, wenn man im Moor, Sumpf, Treibsand oder in einem Waldweg versinkt, oder den des eigenen Lebens, wenn man von einer Wildsau oder dem Förster erlegt wird. Trotzdem will das Gelaber über den angeblich kürzesten Weg einfach kein Ende nehmen. Daran werden auch solche pädagogisch wertvolle Filme nichts ändern können. Es ist ein Jammer!

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    1. Du meinst sicher solche »Ich schaffs von der Königsbrücker bis zur Karcherallee in sieben Minuten«-Leute. Eine Spezies der besonderen Art, die man meistens nur von hinten sieht, nach dem man auf der Alaunstraße aus Angst um sein scheißbisschen Leben ins Schnittgerinne gehechtet ist, nachdem sie dort mit 70 Sachen runtergeschrotet sind.

      Im übrigen erinerte mich die Thematik als erstes an unseren ABV, diesen, jetzt kann ichs ja sagen, alten Arsch, der nicht davor zurückschreckte uns arglose Kinderlein zu Systemgegnern zu erklären, wenn wir mal durch den Zaun (wo keiner mehr war) abkürzten. Aber Geschichte schreibt der Sieger und während ich ihn hier einen alten Arsch nenne, liegt er womöglich schon schräg unten. Ha! Arsch Arsch Arsch!!! ;o)

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    2. Eher die »gewieften« Autofahrer. Die Spezie, die alles rund ums Auto genau zu wissen glaubt. Wo, wann und wieso der Sprit am billigsten ist, welche Waschanlage am günstigsten und welches Cockpitspray am besten für das Cockpit ist. Diejenigen die jede Fahrt generalstabsmäßig planen und die drei Navis nur zur Sicherheit mit an Bord haben. Diese Kasper die den Verkehr erfunden haben und noch besser fahren können als jeder Taxifahrer oder Fahrlehrer dieser Welt. Letzteres ist schon eine kaum auszuhaltende Seuche. Meist sind sie über 50 und wenn man sie umbringen will, braucht man nur ihr Auto mit einem Schlüssel längsseits scharf touchieren. Kraaaaaaaaaaaaatschz. Tod durch Kreislaufkollaps.

      An einen ABV im Wohngebiet kann ich mich nicht erinnern, wohl aber an seine treuen Vasallen. Die zivile Beulenpest. Die sogenannten freiwilligen Helfer der deutschen Volkspolizei. Das waren üble Schergen und schlimme Wegelagerer. Ihr Feindbild war jung, motorisiert und missachtete die heilige Parkordnung. Wegen einem nicht ordnungsgemäß abgestellten Moped wünschten die uns den Jugendwerkhof an den Hals und wir ihnen die Krätze und Schlimmeres. Geklappt hat nichts von Beiden.

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  2. Zum Glück gibt es heute Waschstraßen, früher standen die den ganzen Samstag mit Eimer und Schwämmchen auf der Straße rum! ;o)

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    1. Dafür gab es auch die Garagengemeinschaften. Ein Hort der hohen Fachsimpelei, des philosophischen Gedankenaustausch und des gepflegten Herrenwitzes. Die Garagen waren kleine Bungalows, in dem man das Wochenende fernab von den Verpflichtungen, die eine eigene Familie so mit sich bringt, verbringen konnte. Mindestens eine Garage im Komplex verfügte über einen gut gefüllten Kühlschrank, so das dem kühlen Autoschrauberbier nichts im Wege stand. Das waren noch soziale Gemeinschaften!

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    2. Fachbegriff dafür: Klapptorcafé.

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  3. Thank U so much my friend :DDDD
    I hope that today will be better ^-^

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)