12.04.2012

skurriles im Heidfeld

Als im Rahmen eines abendlichen Vorpizzaspaziergangs der Friedhof im Heidfeld (am Rande Hannovers) inspiziert wurde, stellte sich heraus, dass dieser unter allen bisher besuchten Gottesäckern (und das waren schon einige) mit Abstand der hässlichste und einfallsloseste ist. Wir wollen ja hier keine Vorurteile (von wegen Plattenbauten bis zum Horizont sind kein Ponyhof und so...) über die Attraktivität der Stadt Hannover abgeben (immerhin haben sie eine Rockband und einen Kanzler am Start) - aber genau, was man sich davon vorstellt, dieser Friedhof strahlt es aus (die drei interessanten Grabsteine [ach nee, das eine war ne Narzisse...] poste ich ein anderes mal)!

das Channel666-Friedhofskomitee

Aber, nichts ist zu elend, um nicht trotzdem oder gerade deswegen Erwähnung an dieser Stelle zu finden. Offenbar haben die Einheimischen den Brauch, ihre Gießkannen mit Fahrradschlössern an Zäune, Bäume oder dafür vorgesehene Gießkannen-mit-Fahrradschloss-Ständer zu baumeln. Was auch ein Hingucker sein kann! ;o)

Volkskunst aus PVC in allen Farben, an allen Orten - gespenstisch!

Fragt man sich natürlich ängstlich, in welcher Gegend man da gelandet ist, wenn schon Plastikkannen so massiv zum Kult erhoben werden und die potentielle Klaurate offenbar erschreckend hoch zu sein scheint. Aber, Glück gehabt, wir sind wieder da und es ist noch alles dran, hehe...


Watain (»Reaping Death«, 2011)

Kommentare:

  1. Das ist kein Kult, sondern westdeutsche Leitkultur. Besser als wie mit diesen Fahrradschloßgießkannen kann man den durchschnittlichen BRD-Bürger, der das Pech hatte im Westen des Landes aufzuwachsen, nicht bildlich charakterisieren.
    Der hat nie einen Kindergarten besucht und damit die ersten Lebensjahre vergeigt, wo er die Chance hatte ein Sozialverhalten zu erlernen. Seine Eltern erzogen ihn dann ganz »individuell« was zur Folge hatte, das selbst Schulpsychologen ihn nicht mehr in eine Gruppe integrieren konnten. Dort, in der Schule, hat er auch nur gelernt, daß das erstrebenswerte Ziel im Leben ist, sich möglichst viele Besitztümer anzueignen um in der Gesellschaft anerkannt zu werden. Man nannte das eine hohe soziale Stellung erreichen. Wie er diese erlangt, ist völlig egal. Als clever gilt dabei, wer dies möglichst ohne Anstrengung tut und dies auf Kosten anderer.
    Glaubst du, das so jemand seine ergaunerte Gießkanne hinter einem Grab ungesichert stehen läßt? Er muß davon ausgehen, daß sie ihm geklaut wird. Was für uns unmöglich erscheint, ist für ihn selbstverständlich. Er würde es ja selbst tun und dann damit prahlen. Clever wie er ist, hat er sich keine gekauft sondern zum Nulltarif »übernommen«. Das man sich eine Gießkanne ausleihen und sich mit anderen teilen kann, steht außerhalb seiner Vorstellungskraft.

    Ich könnte mich scheckig lachen, bei der Vorstellung, wie so ein grenzdebiler Kleinkapitalist mit seinem Fahrradschlüssel 50 Kannen abfummelt, bis er seine eigene gefunden hat. Das ist auch eine Art seinen verstorbenen Verwanden zu gedenken.

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    1. Und die zu sehenden stellen tatsächlich nur eine kleine Auswahl dar. Unglaublich. Aber so wird es schon sein, dass es was mit dem Sozialverhalten im allgemeinen zu tun hat. Ich weiß nur nicht, ob die Zuordnung der Farben irgendeine Rolle in der Hackordnung spielt...

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    2. Die grünen hängen meist unten, sind also die billigsten vom Discounter nebenan. Teurer und seltener scheinen die blauen und roten zu sein. Jetzt müßte man noch die Schlösser vergleichen und deren Besitzer zuordnen und fertig ist das summa cum laude in Soziologie oder Gräberkunde. *g

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    3. So einen tiefwissenschaftlichen Zugang findet wirklich nur einer, hehe... Aber das wäre was für die Universität! ;o)

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  2. Antworten
    1. This tree grows only in Hannover... I fear... ;o)

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)