07.05.2011

Osamakaputt

Wie kann man sich das eigentlich vorstellen, wenn der meistgesuchteste Mann der Welt ingoknito lebt? Hat der da ne andere Kopfbedeckung und vielleicht nen anderen Bart? Schnurrbärte sollen ja wieder in sein. George Clooney und Brad Pitt tragen welche, stand in der Gala.

Immer mal zum Arzt gehen hilft auf diesem Gebiet weiter. Also nicht für den Bartwuchs, den hat man, oder nicht, sondern um zu wissen, was so in oder out ist, in der prominenten Welt. Gala, Bunte, natrürlich alle von vor einem Vierteljahr, dafür aber gratis - und wenn man Glück hat sogar eine Ausgabe des National Geographic. Man soll ja beizeiten und vor allem öfter mal zum Arzt gehen, Vorsorge gegen alles mögliche, aber ist man einmal dort, Darmspiegelung hin oder her, freut man sich doch über die ganzen Zeitschriften. Da kann man dann z. B. mal im Netz damit glänzen, zu wissen, dass Schnauzbärte im Jahre 5 nach Wolfgang Petry wieder der Bringer sind, was uns wieder auf olle Osama bringt.


Dieser wohnte da also relativ unbemerkt. Wenn schon nicht die CIA, warum wusste dann nichtmal der sorbische Geheimdienst bescheid? Vielleicht weil ihn seine Nachbarn einfach nicht verpfiffen haben. Vielleicht haben die einen anderen Umgang untereinander, nicht wie hier in Deutschland, wo gleich drei Gardinen wackeln, wenn man etwas schräger einparkt, als es der Hausmeister erlaubt. Womöglich war bin Laden also gar nicht verkleidet, oder entbärtet und man begegnete ihm ganz lässig auf dem Basar. »Moin Osama, geht´s gut?« »Muss ja, verfluchte Amis, sitzen mir im Nacken... und selbst?« »Prima! Schalke gesehen? Schöner Mist!« »Nu ja, kann ja keinen Fernseher haben, die überwachen ja alles, aber der Schwager hat Sky...«

Nun haben sie ihn also erlegt. War Guido Knopp auch vor Ort? Immerhin waren Traudl Junge, Geli Raubal und Eva Braun es Wert, »Hitlers Frauen« als mehrteilige Doku zu veröffentlichen. Hitler, wurde ja seinerzeit auch zum meistgesuchtesten Mann der Welt gekürt, wikt da fast bescheiden bis arm. Wieviele Teile könnte man da über »Osamas Frauen« drehen, Herr Knopp? Unglaublich, das ZDF stellt ein Jahr lang jede Woche eine Frau des großen Terrorfürsten vor, anmoderiert von Guido Knopp. Booah! Wahnsinnsidee, ich muß mal kurz anrufen... Hören wir uns inzwischen was zum Thema an.


J. B. O. »Osama« (»Head Bang Boing«, 2007)

Dann also der Zugriff... Das kann ich mir so was von bildlich vorstellen. Hab doch nicht alle »24«-Staffeln umsonst zwei mal gesehen! Da seh ich mich fast selbst vor Osamas Mauer, gebe dem Mann neben mir ein Fingerzeichen zwischen Stinkefinger und Baseballwurfcode, brülle die anderen Navy Seals erstmal an und wenn ich erst mal drin bin (wichtiger Satz »Ich geh´ jetzt rein«, kommt auch gut an jeder Supermarkttür o. ä.), dann gibts richtig böse was auf die Mappe. Wo der Killerspielspieler in mir zum Zuge käme. Den Finger am Scrollrad, choose your weapon, das größtmögliche ausgewählt, wenn man bei so was draufgeht, kommt man im Spiel ja an zufälliger Stelle wieder, im echten Leben bekommt die Familie eine Abfindung... und... KABOOM, osamakaputt. Rambazamba! Oder hatten die, wie damals im Spiel Worms, solche Sprengschafe?



Und wie geht man jetzt damit um? Wenn man nicht augenblicklich nackig durch den Regen saust und die amerikanische Hymne singt, Obama finden wir ja sowieso kritiklos gut, gerät man schnell in Verdacht, selbst ein Terrorist zu sein. Freut man sich aber dermaßen, finden das sensible Charaktere als pietätlos und einer christlich geprägten Gesellschaft unwürdig. Also guck ich für meinen Teil nur gezielt bedröppelt, wenn die Sprache auf das Thema kommt und wechsele dann zügigst das Thema. »Was halten Sie von der bin Laden-Sache?« »Ja, öhm, nein, der Terror... Und selbt, Schalke gesehen? Schöner Mist!« Da ist man fein raus.

Abschließend fällt mir da ein gravierender Fehler in meiner Gefühlslagenverarbeitung auf. Osama bin Laden verstarb zwei Tage vor dem Schalke-Rückspiel. Ironie, Zufall, Absicht? Wir werden es nie erfahren.

Kommentare:

  1. Da unten wackeln die Gardinen, weil man das Maschinengewehr zum Fenster heraus schiebt, um des Nachbarn Viertfrau abzuschaffen. Hier beendet man eine Liason per SMS und dort geschieht das eben konsequenter. Osama hat überlebt, weil er nicht verschleiert war. Ganz einfach.

    Naja, terrorverdächtig sind wir fast alle. Wenn z.B. der Staatsschutz bei mir drei mal klingelt findet er gar nichts außer einen Internetanschluß. Das ist höchst verdächtig und deutet penetrant auf einen »Schläfer« hin. Wenn er dann weitergräbt, stößt er auf meine paramilitärische Ausbildung bei der GST. Das die sich auf die Motorradfahrschule beschränkte und ich nicht mal einen Segelflugschein habe, reicht für den finalen Rettungsschuß aus. Buff!

    So eine christlich geprägte Gesellschaft ist eigentlich ganz schön lebensgefährlich. *g*

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  2. Du sagst es. Wenn ich mir überlege, dass in meinem Falle noch eine kriegsdienstverweigerungsbedingte Ausbildung am edelstählernen Essenwagen dazu kommt, bin ich mir schon fast selbst unheimlich... ;o)

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  3. Oho! Edelstählerne Essenwagen – das sind im Geheimdienstjargon mobile Abschußrampen für Mittelstreckenraketen. Nun Octa, es war schön, dich kennengelernt zu haben. *g* Tschüüüü!

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  4. 3... 2... 1... KAWOOOM!
    -octa

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  5. Aha, nun ist mir klar,dass Osama ein Ami war! Einst formulierte es ein User mit dem Psydonym "Bin Geladen " in einem thread bei " Die Gesellschafter.de" sinngemäß so:
    Auf der Suche nach sich selbst findet Amerika keinen Weg,um sich selbst zu befreien,weil es nie zu unterscheiden wusste, wer Freund und wer Feind ist. So wird der Freund zum Feind und der Feind von einst zum Freund ( siehe Afghanistan).
    Ich meine mich daran erinnern zu können, dass Bush sen. einst mit der Familie von Bin Laden Ölgeschäfte ausgekungelt hat.

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  6. Tja, wie das so ist mit der Geradlinigkeit. Solche Geschichten wiederholen sich, wiederholen sich, wiederholen sich...

    Ist ja auch nicht so, das z. B. Kumpel Gaddafi nicht mit französischen Mumpeln ballert oder keine deutschen Panzerketten hätte.

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)