28.04.2011

Was vor dem Film kam...

Irgendjemand muß zu diesem Thema mal das Wort ergreifen und heute ist es so weit.

Seit diversen Monaten verfolge ich ja nun schon die Pläne und Machenschaften des Bezahlfernsehsenders HBO bezüglich der Verfilmung von George R. R. Martins grandiosen Fantasy-Epos "Das Lied von Eis & Feuer" als Fernsehserie (je 1 Staffel a 10 Epsioden pro Buch sind geplant). Ich gebe es zu, die überbordende, fast schon geschmacklose, allerdings sehr faszinierende Bewerbung des Spektakels hat auch mich in ihren Bann gezogen und meine Neugier geweckt. Die Ausstrahlung hierzulande dürfte aber noch etwas auf sich warten lassen, wie immer.

Worüber ich heute nun eigentlich sprechen möchte, sind die "opening credits" (so sagt der Fachmann ; ) ... na, eigentlich fällt mir bloß keine deutsche Bezeichnung dafür ein) der Serie, die ich dermaßen gelungen finde, daß ich diese Erfahrung hier mal öffentlich machen möchte. Zu oft wird nämlich jener Teil vernachlässigt, ja nachgerade stiefmütterlich behandelt, der vor dem eigentlichen Film kommt, uns mit den Darstellern vertraut macht und gleichzeitig, unter Zuhilfenahme passender und einprägsamer Musik, auf das Kommende einstimmt. Schade ist das. denn gerade bei einer Serie übernimmt dieser Teil ja praktisch den Job einer metaphorischen Gallionsfigur.

In "Game of Thrones" (Titel der ersten Staffel) geht es um Liebe (naja, eher sparsam), Haß, Gewalt, Verrat, Elend, Machtgier, Rache, Stolz, Intrigen, Verstrickungen, Mord und Totschlag usw., eingebettet in eine mittelalterlich angehauchte Welt und eine Geschichte über den Kampf zwischen diversen herrschaftlichen Häusern um Macht, gewürzt mit einem angenehmen Hauch fantastischer Elemente und übernatürlicher Bedrohungen (ja, auch Drachen). Die Entwicklungen und Verstrickungen der Charaktere sowie das Ineinandergreifen verschiedener Ereignisse stehen dabei im Vordergrund. Summa Summarum: Ein Meisterwerk (das bezieht sich natürlich v.a. auf die Bücher, der erste Eindruck läßt aber vermuten, daß die Adaption gelungen ist... auch wenn sie die Komplexität der Bücher sicher nur im Ansatz vermitteln kann).

Die "opening credits" nun zeigen die Landkarte von Westeros (da spielt das Ganze nämlich), eingeschlossen in eine gläserne Kugel und versehen mit verschiedenen, an Meister Da Vincis Modelle erinnernden, Konstruktionen, in die man sicherlich den Machtapparat, in dem alle Protagonisten eingespannt sind (ob sie wollen oder nicht), hineininterpretieren darf. Und... die auf der Karte dargestellten Orte variieren, je nachdem wo in der folgenden Geschichte die Handlungsschwerpunkte liegen.

Wirklich mal was anderes... und die Musik ist auch nicht von Pappe ; )



Weiter informieren könnte man sich hier oder hier..

Kommentare:

  1. Wie das manchmal so ist mit der deutschen Sprache. Selbst Wikipedia übersetzt opening credits mit Eröffnungscredits. Sehr gut auch!

    Der Trailer samt Musique wirken episch, nur das mit der von dir beschriebenen Handlung mit variablen Orten und diversen Ränkespielen überfordert mich als Steven Seagal-Gucker etwas, aber man kann ja nicht alles haben, hehe...

    Gehe ich recht in der Annahme, dass das eher was mittelerdig bis scheibenweltiges ist?

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  2. Weder noch... wenn überhaupt, dann was historiefiktionthrillermäßiges epischer Ausmaße quasi... oder so. Das läßt sich echt ni so einfach erklären. Die Sache mit den vielen Orten und (variablen) Interessengemeinschaften ist manchmal bissel kniffelig, aber sollte für's Fernsehen etwas minimiert worden sein. Nach Auskunft des Autors ist es jedenfalls Fantasy für Leute, die mit Fantasy eher nix anfangen können.

    Und ausgestattet (Kulissen, Klamotten, Interieur) ist das Ding dermaßen detailverliebt und aufwendig... schon dafür gibt's Bonuspunkte von mir.

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  3. ... da ging mir grad ein Licht auf: Wie wäre es denn mit dem guten alten "Vorspann" ?

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  4. Fantasy für Leute, die mit Fantasy eher nix anfangen können klingt ansprechend.

    VORSPANN klingt noch viel ansprechender! ;o)

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)