09.08.2011

Anarchy in the UK

Da rumpelts aber im vereinigten Königreich! UK Riots (unbedingt merken, und beim Keks in geselliger Runde mal fallen lassen) nennt es die dortige Presse. Bei dem, was man da so zu sehen bekommt, wird selbst mancher SGD-Ultra blaß vor Neid...



Warum so was kommt, und wenn, weshalb so heftig, darüber werden sich die Gelehrten noch eifrig die klugen Köpfe beim five o'clock tea zerbrechen und sicherlich die Welt an ihren Erkenntnissen teilhaben lassen. Wenn es so weit ist. Doch erstmal gibt es Szenen zu bestaunen, die man eher aus dem nahen Osten erwartet. Die sogenannte westliche Welt hat eben so ihre eigenen Baustellen...



Wer denkt da schon noch an das Massaker von Norwegen, die Hungersnot in Ostafrika oder gar an Robert Enke?! Oder EHEC? Eben.

Ich will das hier jetzt nicht zu weit ausdehnen, man weiß über manches auch einfach zu wenig, bzw. nur dass, was einem die Medien auftischen. Was aber immer wieder überrascht ist, dass die darauf folgenden Reaktionen immer nach ein und dem selben Schema ablaufen. Erstmal kommt die Schockstarre auf allen Seiten. Danach wird das grundlegende Problem blitzschnell erkannt aufs Schärfste verurteilt. Und dann kommen sie... Leute, die sämtliche Internetaktivitäten verdammen, denn genau da, ja, möglicherweise auch gerade hier in diesem Moment, da Sie, werte Leser, diesen Zeilen aufmerksamst oder kurz vorm einnicken folgen, die Grundsubstanz jeglicher krimineller Handlungen ihren garstigen Samen sät. Also muss folgerichtig alles öffentlich gemacht werden. Wie soll das eigentlich in der Praxis aussehen?

Und mal ehrlich, Leute, wenn wir, also die kleinen unwissenden Bürger, auf ähnliche Mechanismen zurückgreifend erfahren würden, welche Gelder auf der Welt in welche Richtung fließen, welcher Betriebsrat wohin in den Puff eingeladen wird oder welche Supermarktangebote sich die Vizekanzlerin gerade online durchstöbert (wir wollten ja ein bisschen sparen, Weltwirtschaftskrise und so)? Dass manchem ein Zugriff auf jede, wirlich jede, Information auf diesem Planeten gut gefallen würde, kann man sich schon vorstellen, was damit für Missbrauch getrieben werden könnte, stellt man sich lieber nicht vor. Also lassen wir das lieber!


Beastie Boys »Riot Fight« (»Polly Wog Stew« EP, 1982)

PS: Nun kam man beim letzten Blogeintrag, welcher mit olle Billy Idol einen völlig anderen Grundstein hatte über eine kurze, aber knackige Assoziationskette auf Frank Schöbel und letztenendes auf den berühmten heißen Sommer. Wenn man genau hinguckt, schließt sich da auf wundersame Weise ein Kreis! ;o)

Kommentare:

  1. Jetzt könnte ich trüb blicken und tiefphilosphisch bemerken: Noli turbare circulos meos (Störe meine Kreise nicht!) aber da das schon einmal zu einem Gewaltausbruch führte, lasse ich es lieber. Außerdem würde sich da wieder ein Kreis schließen. *g*

    Sozialen Frieden lernt man erst zu schätzen, nachdem man ihn abgeschafft hat. Das sollten sich unsere Raffkes auf Regierungsebene hinter die Kontoauszüge schreiben. So weit weg ist London nicht mehr und wenn hier im Februar Horden durch Dresden zogen und einen »nationalen Sozialsmus« forderten, haben die ihren Grund dafür. Extremismus entsteht immer durch soziale Ausgrenzung. Damals wie Heute.

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  2. Das ist das Gute am Schlechten: Manch Volksvertreter wird zumindest für einen gewissen Zeitraum etwas, mal bildlich gesprochen, die Backen zusammenkneifen.

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  3. Ach, die werden sich an den Innenminister halten, der keinerlei Gefahr hierzulande sieht. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft sieht das völlig anders. Seiner Einschätzung nach, kommen solch Übergriffe hierzulande jedes Wochenende vor, Tendenz steigend. Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis es solche Dimensionen wie in GB annimmt.

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  4. Na dann schnell zum Edeka, bevor er raucht!

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  5. Gut, soll ich dir was mitbringen? Bevor es zu spät ist?

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  6. Maüberlegn...

    vom guten Kellerbier würde ich mal kosten...
    ...dazu vielleicht Rinderroulade...
    ...danach nen Pudding...
    ...für später nen preiswerten Rosé, das wärs dann schon.

    Ach so, ehe sie abbrennt, wäre es heldenhaft, die sprechende Waage zu sichern! ;o)

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  7. Mal sehen, was sich machen läßt. Bin unterwegs.

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Vielen Dank für´s Gespräch! ;o)