Nur die ganz Alten werden sich noch an die Zeit erinnern, als man noch gesetzeskonform und unmaskiert von einer sächischen Partymetropole in die nächste fahren konnte. Natürlich nicht, ohne den obligatorischen Ausnüchterungsspaziergang über den lokalen Friedhof. Also dann, lasst uns in Erinnerungen schwelgen! ;o)
Heute 30 Sekunden lang (oder kurz) Bilder von einer morgendlichen Joggingrunde über den städtischen Chemnitzer Friedhof im Ortsteil Bernsdorf. Die (ausgewählt wegen der vorweihnachtlichen Stimmung, huar) zu hörenden Bimmelgeräusche stammen vom Glockenspiel des Doms zu Limburg. Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun... einfach so. ;o)
The Doors »Alabama Song (Whiskey Bar)« (»The Doors«, 1969)
Vergangenes Wochenende fand das Hechtfest statt, aus einfacher Bequemlichkeit gab´s diesmal keine Fotos davon... aber beim Flanieren durch die Straßen erfreute die Kreativität an Fallrohren und Verkehrsschildern die Augen des Partyvolkes. Daher wollen wir an dieser Stelle nicht auf zwei der schönsten Kunstwerke verzichten.
Weil wir gerade in Dresden sind: Eintrag ins unsichtbare Tagebuch... Die Begegnung zwischen der ruhmreichen SGD und dem HSV wurde abgesagt, weil Anfang der Woche besorgte Bürger durch Chemnitz marodierten und die Polizei (vorher: wir hams natürlich im Griff, nachher: scheiße, doch nich) unterbesetzt war. Nun gibt´s bundesweite Verstärkung (vorher: brauchen wir nich, nachher: okay, doch lieber), die reicht aber offenbar nicht aus in zwei Städten für Friede, Freude oder wenigstens Eierkuchen zu sorgen. Manchmal isses schon ein bissl peinlich Sachse zu sein... Ansonsten: Alles Gute nach Chemnitz möge der geschnitzte Löffel mit euch sein! ;o)
So, wie immer noch was musikalisches zum Abschluss. Menschen, die hin und wieder mal hier vorbeischauen, sind vielleicht mal über die weissrussische Band Ljapis Trubezkoi bzw. deren Nachfolgeprojekt Brutto gestolpert. Deren Sänger Sergej Michalok (Сяргей Міхалок, verzeihen sie die freie Transkription, ich verzeihe Ihnen das Z auch hehe...) hat einen Bezug zu Dresden, denn sein Vater war einst hier für die sowjetische Armee stationiert, wo der kleine Micha auch geboren wurde. Daher nennt er sein neuestes Projekt Drezden, das vorgestern erschienene Album ebenfalls. Lohnt sich auf jeden Fall, ein Ohr zu riskieren! Mein neues Lieblingswort, zumindest für den Rest des Wochenendes lautet АЙСБЕРГ! ;o)
Na, wer hätte gedacht, dass wir an dieser Stelle eines finsteren Tages noch mal aus Chemnitz Bericht erstatten (hab bei einem größeren Wettanbieter nach der Quote gesehen - viele waren es wohl nicht...)? Nun aber... ;o)
Fährt man in andere Gefilde, sieht man andere Bräuche. Sieht Leute, die anders aussehen, als das was man landläufig so kennt. Und, sobald man südwärts von Dresden den Bannewitzer Sprachäquator überschritten hat, hört sich die menschliche Sprache auch ganz anders an. Inmitten dieses Gewimmels, welches man schweigend, weil nicht als Fremdkörper entlarvt werden wollend, durchschreitet, ist der freundliche asiatischstämmige Mann am Wok eine echte Konstante. Wie auch immer... ich schweife etwas ab.
Letzen Endes scheint dann aber doch alles halbwegs normal zu sein, wenn man die Eingeborenen eine Weile beobachtet hat, wird man feststellen, dass sie sich genauso mit Glühwein beckleckern, links blinken und rechts fahren, schon mal ne Straßenbahn zwangsanhalten oder die Pflanzen auf ihrem Friedhof (ja doch, Eigenwerbung, Bilder demnächst) zurecht stutzen - kurzum, man fühlt sich nach kurzer Zeit geborgen und wenn man nicht aufpasst, ist man bald selbst eine(r) von ihnen... ;o)
Und das Beste daran: Sie nennen ihren Weiler...
Stadt der Moderne
... ;o)
Coven »Blue Blue Ships« (»Blood On The Snow«, 1974)