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26.04.2018

Mládekallica

Ivan Mládek »Jožin z bažin« (1977)

Sachen gibt´s... Wir Dresdener sind (für die westdeutsche Leserschaft) ja praktisch schon Böhmen, in der Realität Westtschechen im Herzen, daher pfeift hier praktisch seit Generationen jedes Kind Ivan Mládeks »Jožin z bažin« (in der von ihm selbst dargebotenen deutschsprachigen Version »Emil Schlemihl« vor sich hin, wenn es gut gelaunt durch die blühenden Landschaften springt.

Erstaunlich wird es erst, wenn Rob Trujillo bei einem Konzert in Prag den Namen des Meisters in die begeisterte Menge ruft und Metallica (!) »Jožin z bažin« covern. Das hat wirklich Weltniveau! ;o)

Metallica »Jožin z bažin« (2018)

22.01.2018

Jugend forscht. Heute: Gin.

Die Aufgabe bestand darin, etwas über die gesundheitsfördernde Wirkung des Gins herauszufinden…

Als ich zum Zwecke der Recherche über die böhmische Tiefebene wandelte, erzählte mir ein hochbetagtes Mütterchen von einem Apotheker namens Josef Vitus Becher, der beim Versuch echten Gin zu fälschen den Becherovka erfand. Er selbst starb nach durchzechter Nacht in einer nahegelegenen Restaurace an Unterkühlung, nachdem er mit Leberversagen in den Bach Kamenice fiel. Seine Frau soll aber 137 Jahre geworden sein. Aber das kann niemand bestätigen, denn da sie hässlich wie die Nacht war, ließ er sie im westlichen Turm von Schloß Kokořín einschließen.

Der Wellensittich (wohnhaft im Zoo Magdeburg) hat weder was mit Gin, noch mit Tschechien zu tun. Das Bild war einfach gerade zur Hand.

Nun isses alles nicht ganz sicher... aber im Nachhinein hat sich die Reise in sofern gehlohnt, dass die freundliche vietnamesischstämmige Gemischtwarenhändlerin noch ein Paar gratis herrlich wärmender Wollsocken drauflegte, wenn man zwei Paar statt einem kaufte (Gin wärmt innen, Socke außen). Mögen die Götter sie schützen. Und die Getränkeindustrie. Und die Tschechische Republik natürlich. ;o)

Was schließen wir aus all dem Geschwurbel? Richtig: finnische Musik!

Kaseva »Tyhjää« (»Silloin kun«, 1974)

03.08.2017

Der Golem, wie er in die Welt kam

Momentan ist das ideale Wetter, um, so lange es hell ist, draußen zu sitzen und zu lesen, sobald die Dunkelheit sich ausbreitet, Buch gegen Laptop oder ähnliches zu tauschen und ohne sich großartig zu bewegen noch einen gepflegten Film zu konsumieren. Schön, wenn beides ineinander greift...

In Andreas Grubers Roman »Schwarze Dame«, dessen Handlung in Prag spielt, spielt »Der Golem, wie er in die Welt kam« eine wichtige Rolle. Es handelt sich dabei um einen Stummfilm deutscher Herkunft aus dem Jahre 1920. Bei YouTube gibt es eine wunderbare viragierte und mit Soundtrack versehene Version davon.



Ort der Handlung ist Prag. Im dortigen Ghetto lebt der Rabbi Löw. Dieser bastelt einen Homunkulus, eine menschenähnliche Figur aus Lehm. Mittels Alchemie erweckt er ihn zum Leben. Als der Kaiser ein Dekret erlässt, welches verlangt, dass alle Juden die Stadt verlassen sollen, bittet der Rabbi um eine letzte Audienz, um ihm mithilfe des Golems die Verdienste und Bildung der jüdischen Bevölkerung zu demonstrieren. Als der Palast durch Magie einzustürzen droht, verhindert dies der Golem und der Kaiser lässt sich umstimmen.



In Grubers Buch spielen verschollene Szenen (tatsächlich existierte eine Verfilmung von 1915, von der nur noch Fragmente erhalten sind) eine Schlüsselrolle. Dort verhindert der Golem nicht den Einsturz des Palastes, sondern besiegt den Kaiser im Schach.

Kurzum: empfohlen seien hier Buch und Film, für Freunde des historischen Films (das muss damals recht gruselig gewesen sein!) und der rasanten Kriminalliteratur gleichermaßen ein kurzweiliger Zeitvertreib! ;o)

Törr »Kult ohně« (»Witchhammer«, 1987)

16.03.2015

0,5l Budweiser, 5 Knödel, Master´s Hammer... der liebe Gott war definitiv Tscheche! ;o)



...und John F. Kennedy wird sich schon was dabei gedacht haben, als er der johlenden Menge einst vor einem böhmischen Restaurant zurief: »Ich bin ein Tscheche!« (überliefert, für Übersetzungsfehler wird die Brauerei wohl keine Haftung übernehmen)... ;o)



Außerdem... Formschön, ohrenpflegend & weil Friedhofsvideos ohnehin hier jederzeit ein wärmendes Obdach vorfinden: tschechische Volksmusik, wie Kenner sie schätzen!

Master´s Hammer »Vracejte konve na místo« (»Vracejte konve na místo«, 2012)

13.08.2014

Exorcist

Tak vítej na svým pohřbu, farář má zas job
Medusu máš v oku, země čeká na tvůj hrob
Síly zla už přicházej od devíti bran
Nad sebou kříž obrácenej, na hrudích maj pentagram

Exorcist neber
Exorcist toho se chraň
Exorcist je bolest
Exorcist proti tomu vstaň

Vyzvání zvon smrti, nastala tvá chvíle
Kyvadlo čas drtí, teď jsi poznal svoje cíle
Slyšíte to chvění, slyšíte ten zvuk
To dynastie mrtvých tančí Sarabandu už


Törr »Exorcist« (live, 2011)

14.11.2013

Todeshusten (oder »Die dunkle Seite des Erkältungslöffels« [gaaanz alternativer Titel: »Jens Weißflog Mighty Ravendark«])

Nun isses ja in der heutigen Zeit (ja, die vielzitierte heutige Zeit, meine ich... Sie wissen schon: Fukushima, Wulff, Finanzkrise und nun auch noch olympische Winterspiele im Osterzgebirge) so eine Sache mit der Medizin. Auf der einen Seite wird sie immer ausgefeilter, erfolgreicher und natürlich teurer, auf der anderen Seite braucht man sich nur mal eine halbe Stunde in den Regen (besser: Schneeregen!) stellen, danach 12,5 Minuten Durchzug und schon ist man quasi unheilbar erkältet.

Habe es probiert, hat geklappt! Gestern gab es im Brustkorb nur unheimliche Geräusche zwischen 10.000 Orks greifen an! und Schiri, wir wissen wo dein Auto steht!, heute früh erwachte ich allerdings mit einem Krächzen, welches mich zu der Überzeugung kommen lies, dass Immortal unmöglich die alleinigen Credits an »Battles In The North« für sich beanspruchen könnten, da ja nur ich allein so ein garstiges Blashyrkh! (Gesundheit!) herausgehustet haben konnte.


Immortal »Blashyrkh (Mighty Ravendark)« (liva@ Wacken, 2007)

Sei´s drum. Was tun?

Nach längerem Sinnen entscheide ich mich die ganze Bude nach allen Filmen umzupflügen, in denen Hannes Jaenicke oder wenigstens Jan Josef Liefers eine Rolle spielen. Finde aber nur einen einzigen. Verdammt. Als ich also aufgeregt auf das Wiedergabegerät starre, erscheinen mir schon nach der zweieinhalbten Flasche Hustensaft die Ratiopharm-Zwillinge, welche mich milde anlächeln. Während mein versucht nonchalantes »Moin, Mädels!« in einem blutgurgelndem Röchelnd erstickt, verwandelnd sie sich in zwei Raben, und entfleuchen durch das wegen Defekts geöffnete Fenster in Richtung Tschechien. So was hab ich noch nie erlebt, ich schwör!

Also, rein ins Spaßmobil, niedrige Gänge, aber Vollgas und den Beiden gefolgt. Kurz hinter der Grenze verschwinden die beiden pechschwarzen Tiere kurz im Nebel, nur um kurz darauf als ein, noch größerer und ehrlich gesagt auch etwas furchteinflößender Rabe wieder aufzutauchen. Der Rabe lässt sich auf einem Baumstumpf nieder und spricht zu mir, mit menschlicher Stimme: »Wer bist du?«. Das frage ich mich auch gerade, nicht minder, wo ich hier eigentlich gelandet bin.

Ich will ihm sagen, wer ich bin, aber nach öffnen des Sprechwerkzeuges ertönt nur ein übles »Yyyyyyrrrrkh!«. Daraufhin verwandelt sich der Rabe in, eingefleischte Tschechientouristen erahnen es bereits, Rübezahl, Geist der Berge, Knilch mit gebogenem Wanderstab und bemooster Tabakpfeife, kleinster Nenner der unbekannten Teiler und was weiß ich nicht noch alles! Potz! Blitz! Auf meinen geröcheltes Husten bezogen, meint er: »Du bist Abbath, ich kenne deine Stimme von mehreren Immortal-Alben!«. Ich verneine kopfschüttelnd, will ihm erst das Märchen auftischen, dass ich im Namen der Königin im Wald nach Gold suchen müsse und mein Proviant fast erschöpft sei, besinne mich aber eines besseren (man weiß, wie so was ausgehen kann) erkläre ihm also »...ich bin der Octa aus Dresden...«, berichte in Ehrfurcht wahrheitsgemäß vom Schneeregen, vom Durchzug, Jan Josef und den Ratiopharm-Zwillingen, welche wie auf Stichwort in Form von in allen je gesehenen Farben schillernden Schmetterlingen auf beiden Schultern des Berggeistes Platz nehmen. Das wird ja immer schöner!

Er nimmt seinen verwunschenen Wanderstab, zeigt auf meine Brust (für einen Moment glaube ich, es sei der Geist von Kurt Felix, der mich vor feixender Masse glauben machen will, er könne meinen Körper durchbohren!) und analysiert: »Vitaminreiche Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und der Verzicht auf manches Genussmittel hätten dich verschonen können, mein Sohn, aber nun, da es ist wie es ist, will ich dir helfen. Schließlich sind die ersten Immortal-Scheiben nicht schlecht.« Er will mir helfen, auch wenn er offenbar nicht zuhört. Die Diagnose aber ist erschütternd...

Eingangs sollte ich vielleicht erwähnen, dass die böhmische Daumenformel je mehr Konsonanten am Anfang der Krankeit, desto gefährlicher der Verlauf schon immer angsteinflößend auf mich wirkte. Dementsprechend geht dem nächsten Prustanfall ein leicht beeidruckendes Zittern voraus, nein, es ist eher begleitend. Wie auch immer, der alte Mann spricht tatsächlich von Smrtelná Nemoc! Die Todeskrankheit, der Husten des Elends, der Schnupfen des Verderbens. Verdammte Axt! Warum ausgerechnet ich?



Darauf wirbelt er den Stock, welcher eigentlich nur ein unförmiger Ast ist, durch die Luft, worauf ein paar Gegenstände erscheinen. Er spricht: »Hier, mein Sohn, habe ich etwas fantastisches für dich, den Würfel mit nur vier Seiten, er wird dich heilen!«. Boah! Mal ganz ehrlich, das ist wohl bis jetzt den wenigsten von euch selbst widerfahren!

Während ich diesen Würfel hin und her wende, erklärt mir der Berggeist, was ich sehe. Ein ungeeichtes Becherovka-Becherchen, mit dessen Inhalt schon die Altvorderen ihre Leiden kurierten, ein Liter Motorenöl zur äußeren Anwendung, eine Jiří Korn-LP, auf der  der Maestro seine größten Hits für die international begeisterte Hörerschaft auf englisch vorträgt und einen Kater namens Elvis.

Bestückt mit dieser Gabe stehe ich bedröppelt ins Tatü schniefend mitten in der böhmischen Pampa. Nun gestatte er mir nur noch eine Frage: was macht er so nah an der Grenze, ist seine Heimat nicht eher das Riesengebirge, an dessen schneebedeckten Hängen demnächst die alpinen Skiwettkämpfe der Altenberger Winterspiele stattfinden werden? Und was hat er nun wirklich mit den Zwillingen? Anstatt zu antworten, richtet er seinen Wanderstab erneut auf mich (hüstel) und verschwindet in Form eines Rehs, die Zwillinge hinterher, sie fallen als Schneeflocken unter einen sich nähernden Winterreifen eines allradbetriebenen Škoda Yeti.

Wenig später wache ich auf.

Auf dem Plattenteller versucht der tonabnehmende Arm erfolglos die letzte Rille der Jiří Korn-Platte zu greifen, der Kater Elvis niesst mich an. Jetzt hat es den auch noch erwischt... Also reibe ich ihn mit dem Motorenöl ein, trinke den Rest aus dem Becherovka-Napf und harre der Dinge, die da passieren. Wo kommen die restlichen drei Hustensaftflaschen her, verdammt noch mal?

Rübezahl - gute Nacht und gute Besserung. Hoffen wir´s. ;o)

Die Magdalene Keibel Combo »Beggeist« (»Das gemeine Reitbein«, 1988)

23.09.2013

Děda Mládek

Wir hatten ja schon mal die tschechische Unterhaltungsinstitution Ivan Mládek im Blog. So weit, so knuffig. Der werte Herr Mládek hat auch einen Sohn. Dieser wurde vom tschechischen Kulturattaché des Channel666 nun wärmstes ums Ohr gerieben, ergo empfehlen wir an dieser Stelle, dem Maestro ein verschärftes Ohr zu leihen. ;o)

Děda Mládek Illegal Band »Jožin z Bažin«

Auch unbedingt gut ist folgender Fetzer... Eine ungefähre Übersetzung des Textes kann heute nicht vorgeführt werden, denn besagter Botschafter der benachbarten Kultur beömmelt sich immer noch... auf dem Boden liegend. ;o)

Děda Mládek Illegal Band »Bobr«

PS: Verständigungsproblem, schlechte Rechereche oder Übersetzungsfehler... keine Ahnung. Děda Mládek bedeutet so viel wie Mládeks Opa und ist mehr oder weniger ein Kunstname, welcher komplett Děda Mládek Illegal Band lautet und direkt verwandt mit Ivan ist da auch keiner, auch wenn es seine musikalischen Kinder sein könnten. Stellte sich erst Tage später raus, soll auch nicht vorenthalten werden. Sogar nen Wikipedia-Eintrag gibt es. Hätten wir das auch geklärt... Na zdraví! ;o)

03.06.2012

Sattelberg

Ein paar Bilder zu einer weiteren kleinen Wanderung. Diesmal zum Sattelberg (tschechisch Špičák). Dieser liegt auf böhmischer Seite des Osterzgebirges und ist vor allem für seine wunderschönen Wiesen bekannt, auf denen es gerade um diese Jahreszeit blüht, was das Zeug hergibt (Bilder davon nebenan).

Lupinen ohne Ende

Am besten fährt man bis nach Oelsen, wo strategisch günstig gelegene Wanderparkplätze (Oelsener Höhe) zur Verfügung stehen. Von da geht es recht gemütlich in Richtung Sattelberg, inmitten seiner Wiesen. Zwischendurch überquert man die tschechisch-deutsche Friedensgrenze, wenn man die Grenzsteine vor lauter Blüten überhaupt entdeckt... ;o)


Státní hranice, heutzutage aber ohne pasová kontrola

Oben angekommen hat man einen schönen Rundblick, ein Gipfelkreuz und ein, ähem, Gipfelbuch. Nun ja, wenn schon, denn schon, hehe...

Gipfelkreuz mit mysteriöser tschechischsprachiger Inschrift

Weiter geht es durch weitere Wiesen und Wälder abwärts immer an der Grenze entlang. Irgendwann geht es bergab und man landet am letzten Ende von Schönwald (Krásný Les), wo man die Gottleuba überquert und entlang selbiger in Richtung Oelsen durch ein idyllisches Tal marschiert (Oelsengrund).

Überreste einer Kapelle nahe der Grenzbrücke bei Krásný Les

Zurück nach Oelsen geht es dann über den Lappenbuschweg noch mal ordentlich bergauf. Lohnt sich aber, denn im Ort wartet »Börners Einkehr«, einer schlichten Wirtschaft mit guter Küche zu volkstümlichen Preisen (Sterni aus der Flasche 1 Euro, yeah!). Hier werden Gulasch, Rouladen und ähnliches serviert, für kulinarisch ganz Abgebrühte gibt´s natürlich auch Bocki.

hier blühen sogar Steine

Insgesamt läuft man ungefähr vier Stunden, die ein oder andere Rast mit eingerechnet. Und das schöne: man trifft kaum eine Menschenseele, was sich allerdings nach dem heutigen Blogeintrag dramatisch geändert haben dürfte... ;o)


Björn Rosenström »Hultsfredsfestivalen« (»Pop på Svenska«, 2004)

26.01.2012

Ivan Mládek



Da sich die werte Leserschaft dieses Blogs erstaunlicherweise (oder hat man es schon immer geahnt?) verstärkt aus Polkaaficionados rekrutieren zu scheint, Hauptsache tschechisch, und weltpolitisch gerade nichts zu klären ist, sollte Ivan Mládek an dieser Stelle noch mal zu Ehren kommen.

Der Maestro erblickte 1942 in Prag das Licht der Welt. Er nahm eine Menge Alben mit seiner »Banjo Band« auf und ist bei unseren Nachbarn auch sonst recht erfolgreich, auch im Comedybereich (wenngleich das seinerzeit noch Kabarett oder so hieß).

Besonders interessant dürfte dabei, das komplett in deutscher Sprache erschienene Album »Guten Tag!« sein. Leider findet man bei den gängigen Quellen mehr Originalbeiträge, als deutsche Versionen. Wenn also irgendjemand die Scheibe auf dem Flohmarkt erwischt - unbedingt festnageln (in Krisenzeiten ein todsichere, weil wertstabile Geldanlage)!

Persönlicher Favorit (nein kein Skoda, hehe) ist die deutsche Version seines Klassikers »Jožin z bažin«, in der Mládek seinen Kampf gegen ein Gespenst namens »Emil Schlemihl« besingt.


Ivan Mládek »Emil Schlemihl« (»Guten Tag!«, 1982)

So fahr ich durch schönes Land in Richtung Vizovice.
Dort hält mich ein Bauer an und spricht beim Slivovice:
Bürgermeister bin ich hier, Emil hilf uns finden!
Geb dir dann mein Töchterlein, plus halbe LPG ist dein!

So was von Weltkulturerbe! ;o)


mehrsprachig kann er auch: »Linda« auf deutsch, polnisch und russisch!


Ivan Mládek »Die Kuh im Milchgeschäft« (»Guten Tag!«, 1982)

...und noch was auf tschechisch...


Ivan Mládek »Kubíků«

...und nun gut für heute. Ahoi! ;o)

25.01.2012

Don´t cry for me, Česká Lípa!


Ahoi!

Freunde der gepflegten Polka: folgendes (von einem geheimen Kulturagenten aus der Blognachbarschaft zugetragen) sollte nicht unerwähnt bleiben, die Welt sollte von der Jindrich Staidel Combo erfahren!


Jindrich Staidel Combo »Oblatki« (»Die Musik spielt woanders«2011)

Bei Soundcloud kann man sich die komplette Scheibe reinpfeifen (klikklak). Reichlich außerirdisch, oder zumindest, ähem, tschechisch, hehe... Dass es sich nicht um echte, also gebürtige Tschechen handelt, macht die Sache nicht schlechter - Tscheche ist man vor allem im Herzen, das wissen wir hier am besten! ;o)

24.01.2012

Česká vosa // Nederlands snoep

[kreuchte auf der Burg Schreckenstein zu Ústí nad Labem die Wand entlang und pfiff ein lustig Lied... (nein, nicht das von Dimmu B., sondern eher das...)]


Dimmu Borgir »Hunnerkongens Sorgsvarte Ferd Over Steppene« (»Godless Savage Garden«, 1998)

Wie wir wissen, macht eine tschechische Wespe an der Wand noch keinen Frühling... oder so. Wie auch immer, Frohsinn ist angesagt! Dazu kann nur niederländische Tanzmusik passen. Korken raus, das geschmeidige Tanzbein baumeln lassen & schöne Restwoche! ;o)


Luv »Ooh, Yes I Do« (»True Luv´«, 1979)

07.10.2011

Střekov

Heute wäre der Geburtstag unserer abgewickelten Republik gewesen. Grund genug um mal wieder einen Ausflug in die Kulturlandschaft unserer tschechischen Nachbarn zu unternehmen. So ging es heute nach Ústí nad Labem zur Erkundung der Burg Schreckenstein (Střekov), die bereits vor rund 700 Jahren ihren Ursprung fand.

Diese ist wirklich einen Besuch wert, weil die Reste der, hoch über der Elbe auf einem steilen Felsen gelegenen, Burg sehenswert an sich sind und man auf etlichen Tafeln und Bildern einiges über die Historie erfahren kann. Zudem wurde gleich mal unser 2400. Testbier entkorkt bzw. dem Fass entmolken.

ehemalige Wohnräume

Burgfried und Burggespenst

Wappen der Familie Lobkowicz, aktuelle Burgherren

Schreckenstein, von der Restaurace Větruše aus gesehen

Außenmauern

Es gibt auch ne nette Homepage (klickklack), sogar in, für uns deutlich besser verständlich, deutscher Sprache. Ne Restaurace hat auch offen und wenn´s warm genug ist, sitzt man draußen idyllisch mit Blick über Elbe und die böhmische Bergwelt.

Nun wird sich mancher fragen: Ne Burg, gibt es da auch Ritter? Natürlich! ;o)


Und weil es einfach dazu passt, noch ne echte Rarität, ein Meisterwerk, ein musikalisches Fragezeichen... Ladies, Gentlemen: der goldene Aschenbecher von Prag interpretiert die Stones-Granate »Paint It Black«. Setzt euch, bevor ihr das Lied abspielt, sonst setzt das Lied euch!!!


Karel Gott »Rot und schwarz« (»In einer Welt für uns zwei«, 1969)

Huar! ;o) Děkují, Karel!

28.08.2011

Vzteklina Olomouc (oder was gemütliches von der Frauenkirche)

Wird ein bisschen gemischt...

Wollte eigentlich nur ein paar Bilder posten, stolperte aber über folgenden Auswuchs. Kann mir mal jemand sagen, WAS die da machen, also abgesehen von Hool-Gepose und tschechischem Volkstanz? Ist das irgend so ein sensationeller Trend wir Flashmobbing oder Carsharing? Ne politische Ansage gegen die Antifa hamse auch noch am Schluß versteckt. Was auch immer das mit dem Rest des Videos zu tun hat. Entweder werde ich zu alt, um so was zu verstehen, oder Obelix hatte einfach recht, als er sagte: Die spinnen, die Tschechen! ;o)



Das gibt es noch aus zig anderen Städten weltweit, aber vor allem aus Osteuropa, wenig aus Deutschland... außer z. B. diesen tanzbeinbraumelnlassenden Feinmotorikern mit Scream-Masken aus Hannover...



Wie gesagt, vielleicht weiß jemand was drüber und kann für ein bisschen Aufklärung sorgen. Ansonsten vergessen wir es lieber schnell wieder... ;O)

Gut, hätten wir das also auch angeschnitten. Bleiben noch drei Bilder eines abendlichen Rundgangs durch die wieder wolkenfreie Stadt, rund um die Frauenkirche. Die hellen Flecken auf den dunkleren Bildern sind übrigens echte Geister oder das, was bei Ghostbusters ein Klasse-drei-Nebel oder so genannt wurde, kein Zigarettenqualm! Weil rauchen nämlich der Gesundheit schadet...


Das wär´s dann für heute. Das Wetter läuft wieder in normalen Bahnen, der Himmel ist so was von blau, die Temperaturen wieder menschenwürdig. Das soll nicht ungenutzt bleiben... vielleicht wird´s ja sogar noch was mit dem Hechtfest, mal sehen. Schönen Sonntag zsamm! ;o)


Running Wild »Victim Of States Power« (»Gates To Purgatory«, 1984)

06.08.2011

Zugvögel

Folgender Post ist eher ein Eintrag ins eigene Brigadetagebuch, will heißen, für Außenstehende vielleicht nur bedingt interessant. Aber da wir uns hier ja als Blog für allgemein nur bedingt Interessantes verstehen, passt´s natürlich um so besser! ;o)

Geising aus sicherer Entfernung

Wenn schon nicht alles klappt, dann richtig! Das Ausflugskomitee des Channel666 bedankt sich beim Busfahrer, der am Haltepunkt Reick einfach durchbretterte, worauf uns die S-Bahn vor der Nase wegfuhr, was in kettenreaktionärer Folge eine Dreiviertelstunde Wartezeit in Heidenau auf den Anschluß zur Folge hatte. Arsch! Desweiteren möchten wir in der Dankesliste den VVO im allgemeinen, die Busfahrer Geisings im speziellen nicht aussparen. Fahrpläne, tatsächliche Busse und vor allem deren Beschriftung sind für den gemeinen Touristen eine Bockwurst mit sieben Siegeln.

Bummeltorpedo

Sei´s drum, da sind wir hart im nehmen, schleppen uns also von Geisung nach Zinnwald zu Fuß. Ist nicht weit, steil schon. Temperatur keine 20°C, Luftfeuchte locker 101%! Es tröpfelt ein mal leicht. Während der Zinnwalder Gottesacker inspiziert wird tröpfelt es schon mindestens drei mal, in Cínovec schüttet es, wie es nur geht. Das gucken wir uns, von einem größeren Sonnenschirm geschützt, an, dazu gibt es kühle Erfrischungsgetränke vom Faß und Schnitzel, wie sie unsere tschechischen Freunde am liebsten servieren: dick paniert und mindestens Schuhgröße 46! Mjam!

die graue Hölle von Cínovec

Der Rest des geplanten Fussmarsches, welcher u. a. noch einen Abstecher ins Georgenfelder Hochmoor beinhalten sollte wird also gefaltet und wir springen in den nächsten Bus. Ab Altenberg bringt uns der Zug nach Heidenau, wo uns die Anschluß S-Bahn, naaaa..., genau vor der Nase die Türen zuschlägt. Letztenendes etschließen wir uns die ohnehin schon bezahlten Tageskarten für den gesamten Verbundraum des VVO dazu zu nutzen, noch nach Bad Schandau zu gurken. Dort angekommen reißt der abendliche Himmel noch mal richtig auf und es gibt noch ein sonniges Bier an der Elbe.

Suchbild: finde den Frosch!

Letzenendes ein Wandertag mit ganz wenig Wandern, aber ziemlich viel öffentlichen Verkehrsmitteln. War auch mal interessant und so eine Zugfahrt durch das Müglitztal oder entlang der Elbe durch das Elbsandsteingebirge hat auch seine Reize, man sieht die Welt deutlich anders, als durch die Frontscheibe eines Autos (und alle Kontrollettis interessieren sich nur für deine Fahrkarte, niemals für irgendwelche Promillegrenzen, hehe...).

Haben wir wieder ein Abenteuer bestanden... Zum Schluß ein hübsches Video, welches zumindest musikalisch zum gestrigen Tag zu passen scheint! ;o)


Arkona »Stenka na stenku« (»Stenka na stenku« EP, 2011)
[Аркона »Стенка на стенку« (»Стенка на стенку« EP, 2011)]

16.04.2011

dumplings on the dancefloor

Hintendran angekündigtes Video, natürlich LoFi, unterste Schublade usw... Zu sehen ist nichts besonderes, ein paar Autos, zu hören gibt es ein Stück einer tschechischen Version von Blondies »Heart Of Glass«. Bei der Recherche nach der Interpretin wurde ich sogar fündig und komme nicht umhin, noch folgendes Schmankerl zu präsentieren... Zieht euch das lieber im sitzen rein, nicht das das Tanzbein unkontrolliert wegknickt, haha...



Věra Špinarová heißt die Spaßkanone. Tschechische Coverversionen bekannter Hits sind einfach ein unerschöpflicher Quell der Freude! Sollten wir demnächst mal einen ganzen Abend damit gestalten...



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Oh ha, da wird auch noch ne spontane virtuelle Halbmastbeflaggung fällig. Bereits am 4. April ist Manowar-Drummer Scott Columbus im Alter von gerade mal 54 Jahren plötzlich verstorben. Hatte ich bis jetzt nicht mitbekommen und wundere mich, was die ganzen R.I.P. Scott-Einträge bei YouTube sollen. Nun ja. Besser spät, als nie... Soundtrack meiner frühen Jugend... :o(


Manowar »Carry On« (»Fighting The World«, 1987)


Let´s sing a fighting song!!! ;o)

14.04.2011

Vienna Calling, der 2. Versuch

So eine Nerverei mit der Videoabspielerei bei YouTube... Werde wohl in Zukunft in der Heimat präverifizieren (das Wort lass ich mir eintragen, hehe) müssen, was, dem Reiseziel angepasst, läuft und was nicht. Wie auch immer, hier noch mal unscharf, dafür in Farbe: Falco!


Falco »Vienna Calling« (»Falco 3«, 1985)

PS: Auch ein Highlight, wenn man da runter gondelt ist die Fahrt durch Tschechien. Dass unsere Nachbarn gerne jedwede Musik in Landessprache covern, verschlimmbessern oder gar verhunzen, ist nicht neu, sorgt aber immer wieder für kollektive Erheiterung. Kleiner LoFi-Mitschnitt demnächst hier... ;o)

Für´s erste: Kennt ihr den schon?


Viktor Sodoma »Papoušek Kakadu« (1973[?], hat nichts mit den fast gleichnamigen Ruhrpöttlern zu tun, hehe...)

PS: Sehe gerade, dass am 23. April, also schon sehr bald, 3. Geburtstags dieses Blogs sein wird. Ich schreib es nur schnell auf, damit ich es nicht wieder vergesse. Vielleicht sollte ich meinen Vaterstolz ein wenig beölen und mir einfach mal einen ausgeben... oder so. ;o)

11.04.2011

Auf dem Sattelberg

Hier ein paar Bilder von der sonntäglichen Wanderung (mit festen Schuhen eher ein Spaziergang) zum Spicak (zu deutsch Sattelberg) an der deutschtschechischen Grenze im Ostezgebirge.

Um diese Jahreszeit ist alles noch ein wenig kahl, seine wahre Pracht entfaltet er Ende Mai, Anfang Juni, wenn die Sattelbergwiesen in allen möglichen Farben blühen. Läuft sich auch nicht anstrengend, kann man also empfehlen. (gemischte Fotos dazu hier, Wikipedia hier.)

Pasová kontrola!

das Gipfelkreuz auf Basalt

Wegweiser tschechischer Art

Hab noch (natürlich wie immer LoFi) einen Rundumblick als Video parat, muss diesen aber erst noch bearbeiten, bevor er ins Netz kann. Demnächst in diesem Kino! ;o)

05.02.2011

Polka gegen den grauen Himmel!


The Pogues »Fiesta« (»If I Should Fall From Grace With God«, 1988)

Ich glaube, ich brauch auch so ne verschärfte Sonnenbrille. Jungejunge, manche können sich mit solchen Accessoires echt entstellen... ;o) Noch was für Freunde des feingliedrigen tschechischen Humors: Ivan Mládek! (Dessen deutschsprachige 1981er Platte »Guten Tag!« sollte im Regal des anspruchsvollen Musikfreundes keinesfalls fehlen...)


Ivan Mládek »Kuh im Milchgeschäft« (»Guten Tag!«, 1981)

02.02.2011

GefühlsLOG (=FeelingLog =FLOG?), was auch immer

Gut, wie angekündigt, eine chronologische Emotionsanalyse des Tages, an dem die verfluchte Technik mittels Neukauf und Installationen, diversen Ritualen und zutiefst mystischen Beschwörungsformeln wieder aus der Asche steigen soll (so ähnlich wie die tschechische Volkssage von Karel, der aus der Asche stieg). Geht los...

08:57 - Wecker piept. Gefühlslage neutral, aber extrem konzentriert. Kaaaafffeeee!

09:12 - Kaffee durchgelaufen. Rein damit. Schnell noch mal mit dem Aushilfsklappcomputer ins Netz gegangen und diesen Post begonnen. Entspannt...

10:02 - Muss auch noch in den Gartenmarkt, ne neue Balkongießkanne kaufen. Liegt zwar nicht am Weg, aber was sein muss, muss sein.

14:49 - Gerät läuft, bin online. Nervig: die ollen Festplatten haben andere Anschlüsse... bäh!

16:12 - Nervig, die mitgelieferte Treiber-CD enthält nicht alle benötigten Treiber. Das riecht nach Kleinarbeit. Kaffee ist aber durchgelaufen, wenigstens was.

17:14 - Wir merken uns, wenn die Anschlüsse für die alten Festplatten nicht passen, dann funktionieren sie auch nicht am alten Brenner. Adapter oder Neukauf, das ist hier die Frage... Minimi leiht mir einen Wechselrahmen, um die Daten von A nach B zu schaufeln. Guter Junge! Auch ne Lösung. Grmpf...

20:29 - Die Suche nach einer Adapterlösung erwies sich als sinnlos, wenn man für ein Stück Kabel 10, für einen neuen Brenner 17 Flocken löhnen muss. Der Händler des Vertrauens hatte zu, der nächste auch und so weiter; beim vierten hat es dann geklappt. So kann man Zeit vergurken. Das beste: er funktioniert!

20:31 - Zur Feier des Tages wird das Gerät vorübergehend Karlheinz getauft, bis mir was besseres einfällt. Darauf prost (geschafft, aber glücklich)!

Summa summarum kann ich also ab sofort wieder unbeschwert in der Gegend rumlurksen, Bilder, Töne, oder beides in Einheit auf die Menschheit loslassen. Jetzt gibt es gleich noch ne kalorienarme Stärkung (Bikinifigur muss bis spätestens Juli wiederhergestellt sein) und dann noch was anderes kalorienarmes... zwei, drei Folgen Gilmore Girls. ;o)



Freude schöner Götterfunken... danke für die Anteilnahme!

30.12.2010

kulinarische Exkursion durch die Dresdener Heide

Öhm, nun ja, und so weiter, es wird wahrscheinlich keine Sau interessieren, aber da dieser Blog auch teilweise eine Art Brigadetagebuch ist, will ich hier ein paar Worte niederschreiben, die einige seltsame Erlebnisse wiedergeben. Die Erfahrungswerte sind natürlich subjektiver Natur, so wie sie einige Mitglieder des Channel666 erlebten.


Also, wir versetzen uns in die Dresdener Heide, wobei die Jahreszeit wahrscheinlich egal ist, jedoch die gesammelten Eindrücke in die Winterzeit fallen. Losgehen soll es jetzt mal mit dem Ausschank an der Hofewiese. Einst sicher ein Magnet, zwischenzeitlich geschlossen, hat man sich nun mittlerweile entschlossen den umherirrenden Wanderern und Skifahrern wieder diverses zu kredenzen. Dass es auf dem Grundstück aussieht, wie in einem tschechischen Hinterhof (möge mir die ruhmreiche Nation Tschechiens jenen bildlichen Vergleich verzeihen!), kann man mit gutem Willen als rustikal empfinden, jedoch scheinen auch die Preise teilweise nach Nase gemacht zu werden, eine Preistafel oder so was sucht man vergebens. Dazu noch eine gewisse Genialität der Bedienung (also des Kioskpersonals, ansonsten ist Selbstbedienung angesagt), und man ist sich halbwegs sicher, im Folgejahr locker drauf verzichten zu können.

Weiter zum wohl einzig im besten Sinne professionell geführten Lokal in Dresdens Stadtwald, der Heidemühle. Mal abgesehen davon, dass man um die Mittagszeit auch gerne mal keinen Platz bekommt, was ja nicht gegen das Lokal spricht, gibt es auch noch einen kleinen Biergarten und für alle Eiligen ein Fensterchen aus dem zu moderaten Preisen alles gereicht wird, was das Imbissherz begehrt.

Gleich gegenüber entstand vor ein paar Jahren ein Lokal namens Haide-Mühle (sehr innovativer Einfall auch), was an sich noch gemütlicher ist und sogar einen Kamin im rustikalen Inneren bietet. Draussen gibt es noch einen schnuffeligen Biergarten direkt an der Prießnitz. An sich zu jeder Jahreszeit ein Highlight, wäre da nicht das Personal. Schon mal eine Kellnerin gesehen, die z. B. Toast Hawaii im ganzer Länge, inklusive aller I-Punkte notiert (In der Karte [1 Din-A4-Blatt in einer Plastikhülle] steht dieser nur mit einem I am Ende, aber egal)? Das ist symptomatisch für die Gesamtgeschwindigkeit, sprich, wer seinen Resturlaub nicht im Herzen der Heide abbummeln will, sollte gar nicht erst Platz nehmen, wenn schon mehr als fünf Leute im Lokal sitzen. Mindestens genauso genial sind die Leute draußen am Grill. Bei einer Bestellung von einer Brat-, einer Bockwurst, einem halben Liter Bier und einem Kaffee sieht man da schon mal mittlere Panik und Verwunderung in den Augen der Protagonisten. Pluspunkt: man zapft ein hauseigenes Helles (wird noch verkostet!).

Nun aber zum absoluten Highlight: die Schänke an den Bühlauer Waldgärten. Keine Ahnung, wie ich den gestrigen Tag verdrängen soll! Man steht vor einem Flachbau aus Friedenszeiten, was an sich noch keine Schande ist. Man betritt einen Vorraum, zückt das Portmonee, sieht sich gemüßigt, Museumseintritt zu entrichten, ach nee, wir wollten ja essen. Außerdem riecht es im Museum anders, insofern es sich nicht um eine Sonderausstellung über die infernalischsten Scheißhäuser Europas handelt. Entschuldingse den Jargon, aber anders läßt sich der Gestank, der sich dummerweise bis in den Gastraum schwänzelt, nicht umschreiben. Womit wir bei der nächsten Sache werden. Die DDR wurde 1990 zugemacht, das ist zwanzig Jahre her. Zeit genug, wenigstens mal die keimgelbe Eingangstüre neu zu lackieren, nur zum Beispiel. Der Fußboden besteht aus diesen typischen Zonensteingutplatten und überhaupt sieht man sich auf bedrohlich bis sonderbare Weise mit dem Thema Zeitreisen konfrontiert. Aber was soll´s, man will ja nicht mäkeln, man erklärt sich den Geruch mit Wetterwidrigkeiten, vielleicht haben Nachttemperaturen unter -10°C irgendeiner Pumpe den Garaus gemacht und das Interieur kennen wir aus diversen anderen Spelunken nur zu gut, sicher wird´s auch dem entsprechend preiswert sein. Aber nein, man entblödet sich nicht z. B. runde 14 Euro (in Worten vierzehn!) für eine Rindsroulade mit Kraut und Klößen aufzurufen. Das war dann wirklich der Hammer! Vom Küchenangestellten, der einer weiblichen Person unserer kleinen Naturfreundgruppe Unheimlichkeit vermittelte, lesen Sie demnächst in »Bewohner rechtselbischer Wälder« in drei Bänden... Fotos demnächst sicher hier, oder im benachbarten Fotoblog.


Was bleibt unterm Strich? Eigentlich Ernüchterung, die Erinnerung an drei Stunden Hunger und Durst und schlußendlich eine Roulade inkl. Zubehör im Einkaufszentrum Weißig für 5,20 Euro. Merkt euch das: So lange wir noch Geld für Sprit haben, werden wir es auch nicht in mieße Verpflegung investieren! ;o)

So und nun genug gemeckert, ich wünsche euch allen zusammen einen steilen Start ins neue Jahr! Cheerio!!!