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17.10.2020

Rockabilly Zombie Weekend

Es gibt Filme, da ist der Name offensichtliches Programm, man greift gerne zu. Dieses, 2013 in den USA produzierte, Exemplar ist so ein Beispiel.

Becky und Grant wollen heiraten, natürlich mit einer amtlichen Party, inklusive Rockabilly Band und dementsprechendem Publikum. Währenddessen verbreitet sich eine Seuche, die durch Moskitos (Schauplatz sind die Sümpfe Floridas) übertragen wird. Die Regierung hat auch ein Gegenmittel, doch das hat auch Nebenwirkungen. Wie auch immer, nach und nach verwandeln sich die Leute in Zombies. Das bedeutet, das Brautpaar muss teilweise die eigene Hochzeitsgesellschaft dezimieren und fliehen...



Kulisse und Charaktere, die auch den Namen verdienen, bzw. ordentlich ausgearbeitet wurden, sind stimmig. Dazu kommt ein gescheiter, für diese Art von Film ausreichender Plot und nette Redneck Stimmung plus schöne Musik. Beste Unterhaltung und für Freunde der untoten Kultur ein Schmankerl! Gibt´s in voller Pracht via YouTube zu sehen.

Immer wieder schön, wenn sich Filmproduzenten die Mühe machen, ein stylishes Musikvideo zum Film zu kredenzen!


Killer Moonshine »Rockabilly Zombie Weekend« (2013)

10.10.2020

Saturday Morning Massacre

Dieser Film wurde 2012 in den USA produziert und hört im Original aud den Namen »Saturday Morning Mystery«, was eher gepasst hat, aber da die Verleger deutscher Filmrechte offenbar mit der Ästhetik einheimischer Videotheken der VHS-Ära sozialisiert wurden, hat man aus dem Geheimnis kurzerhand ein Massaker gemacht.

Eine Gruppe (plus Hund) jugendlicher Paranormalitätenfreaks (nennt man das so?) erhält den Auftrag, die leerstehende Villa der Familie Kyser zu erkunden, in der über die Jahre immer wieder seltsame Dinge geschehen sind. Weil das so ist, wird sie in der jüngeren Gegenwart von Teenies gerne mal dazu genutzt, satanische Rituale abzuhalten. Bestes Futter für die angehenden Geisterjäger. Als sie dort ankommen, lebt der Auftraggeber bereits nicht mehr...



An sich ist der Film ganz gut gelungen. Die Scooby Doo-Assoziation, die sich beizeiten aufdrängt, in einem Gespräch auch zitiert wird, hätte gerne weiter ausgebaut werden können, wurde sie aber nicht - schade eigentlich. Ansonsten wird man dem Budget und Genre etsprechend bestens unterhalten, inklusive eines netten Finals. Gibt´s bei YouTube. Und wir lernen was dazu: Kinder, Finger weg von Drogen, wenn ihr Geister fangen wollt! ;o)

Im Abspann gibt's, obwohl der sonstige Soundtrack auch ganz nett, weil abwcheslungsreich ist, noch mal ordentlich was fürs Stahlgebiss, zelebriert durch die texanische Band Vesparian Sorrow.

Vesparian Sorrow »Casting Dawn Into Shadow« (»Stormwinds Of Ages«, 2012)

26.06.2019

The Dead Don´t Die

Das sind keine gewöhnlichen Verkehrsteilnemer.
(Bill Murray über Zombies)

Unter der Regie von Jim Jarmusch entstand diese Zombie-Komödie, welche 2019 die Kinos der Welt erblickte. Angeführt wird das Ganze von eingangs erwähntem Bill Murray, Tilda Swinton und Tom Waits, sowie einer ellenlangen Liste von Stars und Sternchen, die größtenteils aus Jarmuschs Freundeskreis rekrutiert wurden.



Ein Nest am Ende der Welt namens Centerville. Dort leben unter anderem der Einsiedler Bob (Waits) und ein paar Polizistzen. Diese müssen den uneinsichtigen Waldschrat verwarnen, da er von einem Farmer (Steve Buscemi) beschuldigt wurde, eines seiner Hühner gestohlen zu haben. Business as usual, bis dahin. Währenddessen verschwinden nach und nach noch mehr Haustiere. Katzen, Hunde, sogar Kühe. Und noch mehr Hühner. Außerdem gerät der Tag-Nacht-Rhythmus irgendwie durcheinander. Die Medien berichten von Fracking an den Polkappen und eine damit verbundene Verschiebung der Erdachse. Der Mond leuchtet auch seltsam und schließlich verlassen die ersten Untoten ihre Gräber. Wie sich herausstellt, tun diese Zombies am liebsten, was sie vor dem Tod auch schon taten, also zur Schule gehen, Medikamente kaufen, oder eben Kaffee trinken. Zwischendurch tun sie natürlich, was Zombies so tun: arglosen Bürgern die Gedärme rausfuttern...

Mal abgesehen davon, dass die Handlung und die Umgebung schon herrlich verschroben sind, ebenso wie der teils gut abgehangene Humor der Dialoge, verleiht das Schauspielensemble diesem Streifen endgültig die nötige Kauzigkeit, um am Ende im Gedächtnis zu bleiben. Einzig der moralisch erhobene Finger zum Ende wäre verzichtbar gewesen, man rafft es auch so, aber geschenkt, das tut der Sache keinen Abbruch - beste Unterhaltung, danke dafür! ;o)


Sturgill Simpson »The Dead Don´t Die« (2019)

10.11.2018

Mörderspinnen

Heute widmen wir uns mal einem Klassiker aus dem Jahr 1977. Die Rede ist von »Mörderspinnen« (im Original: »Kingdom Of The Spiders«). Star des Krabbeltierfilms ist William Shatner, der Menschheit sicher als Gesicht von Cpt. Kirk am bekanntesten.

Ein Farmer bittet einen Tierarzt (Shatner), sein Kalb zu untersuchen, das eigentlich einen Wettbewerb gewinnen sollte, aber plötzlich krank wurde. Der Veterinär findet keine Erklärung, schickt jedoch etwas Blut zur Untersuchung ein. Darauf erscheint Entomologin (Insektenkundlerin, nicht Entenforscherin, hehe) Diane auf der Bildfläche und teilt ihre Erkenntnis mit, dass eine überhohe Dosis Spinnengift zum Tod des Kälbchens führte.
Kurz darauf entdecken sie einen Spinnenhügel. Dort hausen kannibalistisch veranlagte Spinnen, denen aufgrund des exzessiven Einsatzes von Insektengiften offenbar die natürliche Nahrungsquelle flötengegangen ist. Kurzerhand fackeln sie das Nest ab, jedoch können die Spinnen durch einen unterirdischen Gang entkommen. Inzwischen töten die Vogelspinnen auch einen Bullen, einen Hund und auch den Farmer, dessen Reste man in seinem eingewebten Auto findet. Von da an ist es ein fröhliches Krabbeln... Panik allerorten, denn die Spinnen sind in der deutlichen Überzahl und machen vor nichts und vor allem niemandem Halt.



Der Film ist absolut sehenswert! Die Siebzigerjahreatmosphäre, die Protagonisten und Kulisse versprühen, wird durch die Darstellung der Spinnen noch mal getoppt! Da können sich zahlreiche später und viel später erschienene Werke eine gewaltige Scheibe abschnippeln! Und wenn sie nicht eingewebt sind, dann krabbeln sie noch heute... Gutes hat kein Verfallsdatum!

Zum Abschluss noch ein Stück aus dem Soundtrack. Klingt nach amerikanischer Landidylle. Sonnenschein. Und Spinne. ;o)


Dorsey Burnette »Peaceful Verde Valley« (»Kingdom Of The Spiders OST«, 1977)

05.10.2018

Convent - Biss in alle Ewigkeit

»Dann soll mein Bruder also der neue Antichrist werden?« - »Ich fürchte ja...« - »Da wird Mom aber böse!«... Allein für diesen Dialog hätte es schon eine Nominierung für einen höheren Filmpreis geben müssen, aber man kann nicht alles im Leben haben.

Der Film, eine US-Produktion aus dem Jahr 2000, trug im Original den Titel »The Convent«, der deutsche Titel wurde um den Artikel gekürzt, dafür mit einem Namenszusatz versehen und heißt hier zulande mit vollem Namen »Convent - Biss in alle Ewigkeit«, was ein bisschen in die Irre führen kann, denn hier gibt es über die Distanz von 84 Minuten (P18) so ziemlich alles, nur keine verliebten Vampire (ja, kam chronologisch auch ertst danach)...



Wie lernen in der tarantinoesken Eröffnungssequenz eine junge Frau kennen: Schuluniform, Sonnenbrille, Kippe im Mundwinkel, Benzinkanister und großkalibrige Wumme im Anschlag. Begleitet mit zuckersüßer Musik (»You Don´t Own Me« von Lesley Gore) betritt sie eine Klosterschule und ballert sämtliche Nonnen und den hauseigenen Pfaffen nieder, um dann alles anzuzünden und darauf weiter zu ballern. Das Warum wird im späteren Verlauf des Films erklärt.



Als vierzig Jahre später ein paar Studenten (klassische Stereotype, inkl.: Football-Spieler, Cheerleaderin, Goth Girl, nerdiger Neuling, etc.) in der Ruine etwas Party machen wollen, sind sie nicht alleine da. Es sind ein paar Hobbysatanisten vor Ort, angeleitet von einem grenzdebilen, aber damit hervorragend in diese Kulisse passenden Anführer. Es gelingt ihnen, trotz offensichtlicher Blödheit, einen Fluch auszulösen, welcher Zombienonnen auf den Plan ruft. Der Rest des Films ist ab dieser Stelle eigentlich selbsterklärend.



Das Ganze ist teilweise so überzogen und comichaft in Szene gesetzt, dass es teilweise schon fast wehtut, andererseits hat der Film einen Affenzahn drauf und lässt einen am Ende amüsiert und bestens unterhalten zurück.
Bevor ich es vergesse: Sehr schön ist die Rolle des Officers, gespielt von Coolio (ja, genau der!). ;o)

Lesley Gore »You Don´t Own Me« (1963)

28.04.2018

Arac Attack

Mit vollem Namen heißt dieses Genrehighlight »Arac Attack - Angriff der achtbeinigegen Monster«, im amerikanischen Original »Eight Legged Freaks«, was auch gereicht hätte, aber an der Verhunzung von Originaltiteln scheinen sich hierzulande Legionen benebelter Praktikanten das Taschengeld aufzubessern - man ist es gewohnt. Veröffentlicht wurde das Ganze 2002, die P12-freigegebene Version dauert 99 Minuten und wurde in diesem Falle stilecht auf VHS konsumiert.



Die Handlung spielt in der US-amerikanischen Kleinstadt Prosperty. An deren Rand betreibt ein etwas seltsamer Kauz namens Joshua eine Spinnenfarm. Er erhält regelmäßig Besuch vom kleinen Mike, obwohl dessen Mutter es nicht so gut findet, dass ihr Sohn seine Zeit mit Joshua verbringt und sich für Arachniden interessiert. Eines Abends verliert ein völlig übermüdeter Trucker ein Faß mit toxischem Inhalt, als er an Prosperty vorbeifährt. Dieses plumpst in einen Tümpel und die verseuchte Brühe gelangt über Insekten, die der Züchter als Leckerei für seine achtbeinigen Lieblinge verwendet auf seine Farm. Kurzum... irgendwann findet Mike seinen Freund nicht mehr vor, dafür dessen Farm komplett eingewebt...



Nebenschauplätze sind eine stillgelegte Mine, ein Einkaufszentrum und eigentlich die gesamte Kleinstadt. Es wird geklotzt und nicht gekleckert, mit einer ordentlichen Prise Humor und etlichen bekannten (David Arquette gibt den Minenbesitzer, die junge Scarlett Johansson Mikes Schwester) und wenigstens Genreafficionados vertrauten Gesichtern beste Unterhaltung geboten. Sehr popcornig, aber immer noch achtbeinig genug! Davor und danach kam kaum besserer Insektenhorror in das Abspielgerät des Verfassers. Film ungezählte Male gesehen und mindestens genauso oft darüber gefreut. ;o)

Hören wir noch ein Stück aus dem Soundtrack...

Joey Deluxe »Itsy Bitsy Spider« (2002)

06.04.2018

Frankenfish

Über diesen Film wollte ich schon lange mal ein paar Zeilen verlieren, denn es gibt auf der Welt nicht viele Streifen, die es dermaßen drauf haben, wie »Frankenfish«. Gedreht wurden dieser blutige Spaß 2004 in den USA.

Nachdem in den Sümpfen eine Leiche gefunden wird, die relativ unschön zugerichtet aussieht, schickt man eine Biologin und einen Gerichtsmediziner dort hin, um der Sache auf den Grund zu gehen. Sie treffen auf Hippies, Voodooanbeter, Kriegsveteranen und ein paar Jäger. Diese machen Jagd auf genmanipulierte Monsterfische, oder diese auf die Jäger... Jeder, wie er´s verdient... ;o) Eigentlich nicht viel Handlung, doch genug, um die 84 Minuten Spieldauer kurzweilig zu füllen.



Man könnte sich ja vom relativ abstrakten Titel abhalten lassen, diesen schönen Film zu sehen, hätte dann aber definitiv ein Genrehighlight verpasst. Sümpfe als Kulisse gehen sowieso immer, die von Louisiana obendrein, ein bisschen Voodoo hier, ne Kelle Action da, beiswütige Süßwasserrüpel - hier wurde nur mit erlesenen Zutaten gearbeitet!

Zum Abschluss noch der Frankenfish-Song.. ;o)

Corey Williams »Corey Williams« (2004)

28.12.2017

Ich weiß was du letzten Sommer getan hast

Geschlagene zwanzig Jahre alt ist dieser Film mittlerweile. Als dem Slasher, Dank Wes Craven Mitte der 1990er noch mal etwas Popcorn eingehaucht wurde, gab es eine Handvoll qualitativ guter Genrevertreter mit einer gewissen Hochglanzoptik, »Ich weiß...« ist einer davon. Ich spar mir auch an dieser Stelle die Namen der damligen Jungstars aufzuzählen und was sie heute so machen... längst Geschichte! ;o)

Vier Jugendliche fahren nach einer Party auf einer Uferstraße entlang und kollidieren dabei mit einem jungen Mann. Nicht ganz sicher, was nun zu tun sei, werfen sie ihn ins Meer und beschließen nie wieder ein Wort darüber zu verlieren.
Ein Jahr später bekommen alle einen mysteriösen Brief. Jemand weiß also, was sie letzten Sommer taten und damit ist die Jagd eröffnet...



Der Streifen hat die Zeit überdauert, zwei Dekaden später betrachtet entdeckt man nur wenig Staub, was ja nicht selbstverständlich ist. Hier bekommen Slasherfreunde eigentlich alles geboten, was das finstere Herz begehrt: ordentliche Charaktere (mit einem damals sehr zeitgemäßen Casting), einen amtlichen Killer, hübsche Kulissen und einem geschmackssicheren Soundtrack.

Stilsicherheit bewies man schon beim Eröffnungssong... Type O Negative, Ladies & Gentlemen! ;O9

Type O Negative »Summer Breeze« (»Bloody Kisses«, 1993)

08.09.2017

Ouija 2 - Ursprung des Bösen

Teil zwei der Ouija-Reihe wurde 2016 produziert. Der deutsche Zusatz entspringt diesmal nicht ideenlosen Cerebra einheimischer Verleihfirmen, sondern ist schlicht die Übernahme des englischen Originals »Ouija: Origin Of Evil«.

Die verwitwete Alice zieht den Leuten Geld aus der Tasche, indem sie mit recht einfachen Tricks Seancen abhält. Zum Beschiss gehören ja immer zwei (einer, der es tut, sowie jemand, der sich bescheißen lässt) - am Ende hilft es allen - Alice, um sich und ihre zwei Töchter Lina und Doris über Wasser zu halten, den Kunden, weil sie so den Verlust eines lieben Menschen besser verarbeiten zu können. Oder eine Win/Win-Situation, wie wir Tschechen zu sagen pflegen... ;o) Eines Tages kauft sie ein Ouija-Brett, um damit ihre Performance aufzupeppen. Falscher Fehler, denn die kleine Doris nimmt tatsächlich Kontakt zum Reich der Geister, wo auch Daddy den mittlerweile zweiten Wohnsitz hat, auf. Von da an geht es natürlich rapide abwärts auf der Gemütlichkeitsskala und Schuld daran ist immer wieder das verfluchte Ouija-Brett...



Man sieht der Produktion an, dass sie mit einem ordentlichen Budget und Leuten, die ihr Handwerk verstehen, umgesetzt wurde. Bis auf wenige Spezialeffekte (auf Blut wird verzichtet) zieht der Film seine Atmosphäre aus subtilem Grusel, wie auftauchende Geister oder dem Mitfiebern mit der kleinen Hauptprotagonistin, beziehungsweise deren merkwürdigen Verhaltensweisen. Insgesamt gute Unterhaltung, kleine Längen kann man Dank der soliden Grundqualität locker verschmerzen.

Noch was zum Soundtrack: Wem das Lied aus dem Trailer gleich bekannt vorkommt... es sind Herman´s Hermits mit ihrem Knieschwinger »I´m Into Something Good«. ;o)

Herman´s Hermits »I´m Into Something Good« (»Herman´s Hermits«, 1965)

31.07.2017

All The Boys Love Mandy Lane

Aus dem Jahr 2006 stammt dieser Teenie-Slasher. In der Hauptrolle erleben wir Amber Heard, die wohl heute eher als die Ex von Johnny Depp die Klatschspalten, als die Kinosäle der Republik füllt, aber das nur am Rande.

Der Titel verrät es bereits: alle Jungs an der High School haben nur Augen für die blonde Mandy Lane. Diese lässt allerdings allesamt abblitzen. Nur mit einem Außenseiter, Emmet, versteht sie sich ganz gut. Der gute Emmet überredet einen Mitschüler, bei einer Party, vom Hausdach in den Pool zu hechten, was natürlich schiefgeht. Der Knabe trifft das Wasser nicht und die Freundschaft zwischen Emmet und Mandy hat einen Knacks.



Gewisse Zeit später fährt Mandy mit ein paar Freunden auf eine Farm um dort zu feiern (Feier meint in diesem Falle: blöd rumlabern, Drogen, Sex, Saufen - und das wird für den Zuschauer irgendwie anstrengend, weil übertrieben). Und irgendein fieser Killer beginnt Mandys Freunde abzumurksen...

Was soll man sagen? Mandy sieht toll aus, keine Frage, aber wie bereits erwähnt, mittendrin fühlt man sich schon ein bisschen gelangweilt oder genervt. Bleibt unterm Strich ein netter Genrevertreter ohne weitere Zwänge, aber mit Style, wie man schon am Soundtrack erkennt. ;o)

Bobby Vinton »Sealed With A Kiss« (»Sealed With A Kiss«, 1972)

09.07.2017

Friedhof der Kuscheltiere

Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir vorgenommen habe, endlich mal diesen Klassiker zu konsumieren. Manches dauert halt im Leben etwas länger... Der Film, nach einer Romanvorlage von Stephen King, der in einem Chameoauftritt als Pfaffe zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1989, was man ihm (also dem Film, nicht Mr. King, hehe) auch zu jeder Sekunde ansieht...


Als der Kater Churchill von einem Truck überrollt wird begräbt ihn der Vater auf einem Friedhof hinter dem eigentlichen Tierfriedhof (namensgebend: von Kindern falsch geschriebenes Schild Pet Sematary), wo einst die Indianer vom Stamme der Mi’kmaq ihre Toten begruben. Und, wie vom knarzigen alten Nachbarn vorghergesagt, erwacht der kleine Vierbeiner zu neuem Leben. Nur leicht verändert, aber das kann ja mal passieren... Als der Sohn des Hauses auch noch vom LKW in den Tod gerissen wird, unternimmt der Familienvater natürlich dasselbe. Geht natürlich gewaltig nach hinten los...

Was soll man sagen? Wahrscheinlich seit Generationen immer wieder gern gesehen, nur für heutige Sehgewohnheiten reichlich Staub drauf. Mit einem Indianerfriedhof und dem ewig gleichen LKW holt man heute keinen mehr hinterm Ofen vor. Last but not least... der Soundtrack. Da kann der Film sein wie er will. Hey ho - let´s go!

Ramones »Pet Sematary« (»Brain Drain«, 1989)

16.02.2017

Primal Shift - Blutrausch

Vom Video prangt die Übertreibung »Natural Born Killers Reloaded«. Ein bisschen dick aufgetragen... Veröffentlicht wurde der kanadische Film 2015.

June und Max sind ein Paar und planen einen Roadtrip (das Wort klingt immer so gewaltig, mal gemessen daran, dass man hierzulande bei gutem Wind selbst von den Alpen in ein paar Stunden an der Ostsee ist) mit einem alten Wohnmobil an die Küste. Um etwas gegen die Langeweile zu tun, schlägt June vor, eine Anhalterin mitzunehmen. Nach ein bisschen Bier, Schnaps und Extasy kommt es zu einem »Unfall« und die Anhalterin stirbt. Max ist völlig daneben, aber in June hat der Vorfall etwas erweckt und sie überredet ihren Freund weitere Anhalter mitzunhemen um diese zu ermorden...



Klingt vielleicht ein bisschen dünn, was es auch ist. Nachem die Hauptcharaktere eigentlich ganz gut vorgestellt werden, wurde leider versäumt, ihren labilen Psychen mehr Tiefe zu verleihen. Hätte man z. B. durch ein paar Rückblenden oder geistvollere Dialoge bewerkstelligen können. So bleibt manche Verhaltensweise unlogisch. Unterm Strich hat der Film dennoch Unterhaltungswert, weil er ein relativ flottes Tempo aufweist.

Und die Musik im Abspann sollte noch mal separat Erwähnung finden... Die Band heißt Actors. Sehr geschmeidig! ;o)

Actors »It Goes Away« (2013)

09.08.2016

1984

Heute mal was Cineastisches aus vergangenen Tagen, ausnahmsweise ohne Horroretikett, wenngleich ebenso düster, wie eine Nebenstraße der Essener Innenstadt: »1984«, aus dem Jahr 1984, Verfilmung des gleichnahmigen Klassikers aus der Feder George Orwells.



Für die, die nicht mit dem Stoff vertraut sind: Orwell schrieb 1948 diese düstere Zukunftsvision, in der Hauptprotagonist Winston Smith im Dienst der Partei steht. Diese kontrolliert sämtliche Aktivitäten der Menschen, zuhause, auf der Straße - big brother is watching you - und beugt Gegenwart sowie Vergangenheit nach Belieben, Widerspruch geschweige denn Widerstand zwecklos. Inmitten dieser präapokalyptischen Kulisse - die Welt besteht nur noch aus drei Supermächten, die sich praktisch permanent im Kriegszustand befinden - lernt er die jüngere Julia kennen. Diese zeigt ihm Gedanken abseits der vorgeschriebenen Gesellschaftsordnung, allein dies ist praktisch ein Todesurteil, denn die Partei, der große Bruder, sie wollen Gedanken kontrollieren, wie eben alles andere auch.



Nahe am Buch, wenngleich gut 100 Minuten Spielzeit nicht die Komplexität der ideologischen Exkurse der literarischen Vorlage wiedergeben können. Aber ansprechend finstere Bilder, sowie perfekt in die Kulisse passende Darsteller machen den Streifen wahrhaft sehenswert!

Den Soundtrack besorgten übrigens damals die Eurythmics...

Eurythmics »Julia«

30.05.2016

The House Of The Devil

Bei solch geschmackssicheren Filmtiteln ist man gerne mal vorsichtig, jedoch lohnt sich dieser Streifen aus dem Jahre 2009 wirklich, wenn man auf Oldschool-Horror steht. Die Kunst liegt hier darin, dass man sich Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger Jahre wähnt, nicht nur der Klamotten und Dialoge halber, auch in der Kameraeinstellungen usw., als Gesamtästhetik aus der großen Zeit dieser Filmart.



Hauptfigur Samantha nimmt einen Babysitterjob bei einem etwas verschrobenen, älteren Herren an, um ihre Miete zu bezahlen. Eigentlich ist Babysitting nicht die korrekte Stellenbeschreibung, denn er bittet sie, auf seine Mutter aufzupassen, welche alleine in einer oberen Etage des Hauses (welches natürlich genauso aussieht, wie man sich das vorstellt) wohnt. Dafür drückt er Sam ein erquckliches Sümmchen in die Hand - klingt nach einem entspannten Abend und leicht verdienter Kohle. Wenn da nicht die Neugier wäre. Natürlich macht sich die Liebe Samantha auf, um das Haus zu erkunden und wir wissen, was das in solchen Situationen für Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Gut gemacht, eher ruhig, kommt mit wenig Blut aus, wie gesagt: oldschool as hell und zwar im allerbesten Sinne! ;o)
Kann man unter anderem bei Netzkino im Ganzen gucken!

...und so klingt der Soundtrack...

14.02.2016

The Hateful Eight

Howdy... ;o) Western haben wir an dieser Stelle eher selten bis gar nicht, aber wenn Mr. Quentin Tarantino in die Kinosessel bittet, dann schon. So gibt es dieser Tage seinen achten Film »The Hateful Eight« zu bestaunen (ne Acht im Namen - das trägt man heutzutage so!), besetzt, wie immer, mit erlesenen Akteuren, breitwandig und furios wie eh und je.

Auf dem Weg nach Red Rock begegnen sich die Kopfgeldjäger Marquis Warren (Samuel L. Jackson) und John Ruth (Kurt Russell), genannt der Henker samt einer von ihm gefangenen Verbrecherin namens Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) auf einem Gebirgspass in einem beginnenden Blizzard. Desweiteren gesellt sich ein Typ dazu, der vorgibt, bei Ankunft zum neuen Sheriff von Red Rock ernannt zu werden. Unterschlupf findet die Gruppe in Minnies Miederwarenladen, einer Art Herberge, wo sie auf weitere schräge Gestalten treffen. Und dort spielt dann auch der Rest der Handlung, unterteilt in sechs Kapitel.
Das dauert in der deutschen Kinofassung 168 Minuten, was bei einem Tarantino-Film aber keine Langeweile erzeugt.



Außerdem gibt es noch Wiedersehen mit Michael Madsen und Zoë Bell, nur um mal zwei, aus älteren QT-Filmen bekannte Gesichter zu benennen. Und Red Apple gibt es seit neuestem auch zum Selberdrehen! ;o)
Gibt eigentlich nicht viel zu meckern, außer vielleicht, dass die Rolle des Oswaldo Mobray doch arg an Dr. Schultz aus »Django Unchained« angelehnt ist, sonst passt eigentlich alles. Die Action steigert sich, der Humor ist scheinbar lose, aber sachdienlich verstreut und für den Soundtrack konnte der Meister diesmal niemand geringeren als Ennio Morricone begeistern. Damit dürfte der Western an sich locker ins aktuelle Jahrtausend gerettet sein. ;o)

Lauschen wir zum Abschluß noch olle Roy Orbison, dessen »There Won’t Be Many Coming Home« stilsicher für den Abspann verbraten wurde...

Roy Orbison »There Won’t Be Many Coming Home« (»The Fastest Guitar Alive«, 1967)

07.10.2015

Zombiber

Widmen wir uns heute einem der abgefahreneren Filme des Jahres 2014, es geht um »Zombiber« (OT: »Zombeavers«). Nomen est omen - genau darum geht es: Zombiebiber und Menschen, die zu Zombies mit Biberattributen werden, das ist bescheuert, aber einmalig sensationell zugleich! Ebenso, wie der Lieblingssatz des ganzen Films: »Wir sollten jetzt nicht anfangen zu streiten... genau das würden die Biber wollen!«...



Am Anfang des Filmes lernen wir zwei sympathische Kraftfahrer kennen, denen, kann ja mal passieren, beim Überfahren einer Hirschkuh ein Fass mit giftig grüner Brühe vom Truck springt. Pech, denn irgendwann landet es an einem Biberdamm. Genau dort verbringen die dreu Freundinnen Mary, Jenn und Zoe ihr Mädelswochenende (unnötig zu erwähnen, dass sie eben jene giftgrüne Substanz für Biberurin halten, jaha!). Ungebetenerweise gesellen sich die drei (nicht ganz hellen) Freunde der Damen hinzu, aber anstatt ausgiebig das Leben zu genießen, machen die jungen Leute mit einem bedrohlich dreinblickenden Biber Bekanntschaft, der auch noch nicht tot ist, nachdem er tot ist. Und wenn man von solchen Viechern gebissen wird, braucht man nicht der fantasievollste Mensch zu sein, um sich auszumalen, wie man danach aussieht.

Wer also 85 Minuten seines Lebens übrig hat, und turbulenten Nagetiertrashhorror, in dem Mädels in Bikinis »Biber! Biber! Biber!« rufen, durchaus für eine Form von Kunst hält, dem sei dieser Streifen wärmstens ans Herz gelegt! ;o)

Und nun lasset uns dem stilsicheren Soundtrack noch ein Ohr schenken...

Jon Kaplan & Al Kaplan feat. Nick Amado »Zombeavers«

17.02.2015

► First Aid Kit // Walk Unafraid

Ein hübsches Video vom Soundtrack zum Film »Der große Trip (Wild)« mit Reese Witherspoon. Da ich von Filmen, wo weniger als drei Liter Blut fließen nicht so viel Ahnung habe, spar ich mir an dieser Stelle ne längere Analyse, aber dieser Kinobesuch hat definitiv Freude gemacht! ;o)

First Aid Kit »Walk Unafraid« (»Wild - Original Motion Picture Soundtrack«, 2014)

02.09.2014

Sharknado

Freunde des gepflegten Knorpelfischfilms wissen um die Artenvielfalt der Haie. Wir kennen Monsterhaie, Sandhaie, auch Schneehaie, sogar Geisterhaie. Die hier verfilmten Biester sind gar nicht so spektakulär in ihrer Art, aber nicht minder gefährlich, denn ein gewaltiger Tornado reißt sie in die Luft und somit auch nach Los Angeles. Klingt abgefahren? Ist es! 86 Minuten (16er-Freigabe) beste Unterhaltung.

Fin betreibt eine gemütliche Bar am Strand von L. A., in der sich der gemeine Surfer nach dem Surfen noch niederlässt. Als ein Tornado tausende von Haien und Unmengen von Wasser in die Stadt wirbelt, macht sich der Barbesitzer zusammen mit seiner Angestellten, einem Kumpel und einem halbbesoffenen Altsurfer auf, um seine Familie zu retten. Überall Wasser (welches sich manchmal entgegen physikalischer Grundgesetze zu bewegen scheint) und eben Haie! Auf der Straße, in der Wohnstube, gefährlich nach am Hubschrauberrotor - einfach überall. So viel zur Handlung...



Der Film macht Spaß, wenn er auch etwas bekloppt ist, aber wer so was guckt, will das auch... Einziger Meckerpunkt war in unserer gemütlichen Runde, dass man die Wetterwechsel gründlich versaut hat. Wenn schon das Wetter ausschlaggebend für die Handlung ist, dann sollte man nicht vor dem Schnitt prasselnden Regen und nach dem Schnitt trockenen Asphalt sehen. Oder von der einen Seite Schatten, von der anderen keine Sonne usw., aber wer wird denn kleinlich sein...

Der Film entstand 2013 und der SyFy Channel machte wohl 2 Millionen Dollar dafür locker. Beim Videoverleih des Vertrauens steht so was natürlich im Horrorregal, wenngleich der Schwerpunkt hier eher auf Action liegt. Wem das Gesicht des Fin bekannt vorkommt, es handelt sich um Ian Ziering, der seinen Einstand beim Haifilm seinerzeit bei Beverly Hills 90210 feierte, aber das nur am Rande. Außerdem zeigte der Sender Tele5 den Streifen im Rahmen einer Reihe Die schlechtesten Filme aller Zeiten, was fast schon eine Empfehlung ist... ;o)

Aso, n bisschen Soundtrack noch... ;o)

Quint »(The Ballad Of) Sharknado« (»The E. P.«, 2013)

31.05.2014

Wicked Lake

Die deutsche Fassung wurde gegenüber dem amerikanischen Original um ein knappes Viertelstündchen geschnitten, was angesichts der Qualität des Films fast dankbar entgegen zu nehmen ist (wer trotzdem gerade 81 Minuten zu verschenken hat, kann sich diesen Hirnriss u. a. bei YouTube ansehen). Selten so einen Rotz gesehen...

Die Story ist schnell erzählt, wobei man sich schon hier fragen muss, was das alles soll. Wir lernen Kunststudenten Caleb kennen, der reichlich einen an der Waffel zu haben scheint, sich aber in ein Aktmodel seines Kunstkurses verliebt. Die hübsche Lady gehört zu einer WG, bestehend aus weiteren 3 Mädels, welche manchmal mehr oder weniger nackt, scheinbar immer bekifft durch die Kulisse stolpern und dauernd so bahnbrechende Sachen wie »wooh!«, »yeah!« oder auch »hu!« zwischen ihr debiles Dauerkichern streuen. Diese jungen Damen woohyeahen sich also am Wochenende in Richtung Einöde, der Wicked Lake ruft. Dort kreuzt dann promt Caleb mit seinen Brüdern auf. Der eine ein gewalttätiger Hirni, der andere ein gehirnloser Gewalttäter und noch eine skurrile Gestalt im Rollstuhl und schon fangen sie an die Damen zu traktieren, aber wehe, diese sind unsterblich und ab Mitternacht auch noch blutsaugende, körperfressende Hexen. Das könnte einen gewissen Witz oder so was beinhalten, tut es aber nicht.



Also, um es noch mal zusammenzufassen: Rotz, Murks, Soundtrack by Alien Jourgensen...

Al Jourgensen? Jaaaaa!

In erwähntem Kunstkurs, als Caleb seine Angebetete malen soll, sieht man einen Typen, von dem man denkt: da haben sie sich aber von Al Jourgensen inspirieren lassen... Er ist es wirklich! Und wie wir im Vorspann erfahren, hat er diese Rohstoffverschwendung gleich mit einem ganzen Soundtrack versorgt. Klasse, Onkel Al! ;o)

Ministry »Radar Love« (»Cover Up«, 2008)

30.06.2013

ForeBears /// Sôl austan, Mâni vestan



Sie sehen hier einen Ausschnitt aus dem Film »ForeBears« von Marie Cachet, ihres Zeichens auch Angetraute von Varg Vikernes, welcher es sich natürlich nicht nehmen lies, gleich mal ein Album als Soundtrack zusammenzuschustern.

So weit, so produktiv. Doch leider ist das gute Stück komplett elektronisch, weshalb eigentlich nicht Burzum drauf stehen sollte. Klar, kauft ja sonst keiner... Bei aller Liebe, man kann sich das versuchen, schön zu hören, mich persönlich erinnert das an diese CDs, die beim Entspannen helfen sollen und für drei Euro in der Drogerie vertickt werden. Oder diese typischen Musikschnipsel, die man in der Standardversion von Videoschnittsoftware dabei hat. Und nicht zuletzt an Mike Oldfield, der auch ziemlich abkackte, als er seine elektronische Phase auslebte. Na ja, Kunst ist wahrscheinlich, wenn man drüber redet, hiermit geschehen...

Im Zusammenhang mit dem folkloristisch anmutetenden Bildmaterial kann man nur hoffen, dass der Meister auf seine alten Tage nicht noch seltsamer wird und einfach nur gute Besserung wünschen. ;o)

Burzum »Hid« (»Sôl austan, Mâni vestan«, 2013)