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13.02.2019

Hulapalu

Huch, fast verpasst... Heute ist der 13. Februar, für den Rest der Welt einfach ein flockiger Mittwoch, für die Dresdener Bevölkerung Partyalarm!



Konzentriert sich der Polizeieinsatz bei einem ordinären Heimspiel der ruhmreichen SG Dynamo Dresden lediglich vom Hauptbahnhof bis zur bescheidenen Sportstätte, kann man heute blau blinkende Lichter vom Heidefriedhof (und nicht nur da - Friedhöfe haben heute verschärfte Aufmerksamkeit - Yeah, sie haben es verdient!) bis zur Innenstadt erleben. Mehr geht kaum. Da ist unser ausgeschlafener, stets topfrisierter Oberbürgermeister samt internationaler Leidensgenossen am Start, Demonstranten reichen sich die Hände zu einer Menschenkette (manchmal hat man auch mal einen Gegendemonstranten an der Hand, aber was soll´s - gelebte Integration), Kerzen werden angezündet, Gebete gemurmelt, Reden gehalten.

Nur von AFD-Andi sieht und hört man nichts. Ach ja, der war ja beim Semperopernball - interessanter wäre es heute gewesen - vielleicht kann man das im nächsten Jahr veranlassen. Nur als Idee. Ansonsten: Weitermachen, bitte nichts anzünden. Ich gehe jetzt Eichhörnchen füttern, an die denkt an solchen Tagen nämlich keiner. ;o)


Illumenium »Save Us From Religion« (»Jackal«, 2017)

18.02.2013

Purzel und Pupsi (zusammen gegen die Herrenmenschen)

Ja, also. Ist ja schon wieder ein paar Tage her, aber manche erinnern sich noch voll Inbrunst/Voluptas an den diesjährigen 13. Februar in der sächsichen Landeshauptstadt, dem sowas von nazifreien Dresden.

Es trug sich also zu...

»Scheiße!« sprach der alte Schulze vor sich hin, darüber nachsinnend, was ihm seine Gattin, von der Nachbarschaft liebevoll die »alte Schulzn« genannt, aufgetragen hatte. Es wollte ihm einfach nicht einfallen. Verfluchte Sache auch, sie konnte so unschön giftig werden, wenn er etwas von der Einkaufsliste vergaß.

Purzel riecht, wo Pupsi ist


Währenddessen in Dresden, Parkanlage Großer Garten: eingewanderte, nein - eingeschleppte, schwarze Eichhörnchen machen sich breit. Die original eingeborenen rotbraunen (Sciurus vulgaris) Exemplare (das waren mal so viele, dass man sich während der eigenen Kindheit manchmal die kleinen Knie daran aufschlug) werden ob ihres weniger kampflustigen Gemütes immer weniger. Können sich in der Nahrungskette kaum gegenüber den Nachmietern behaupten. Was eine unnatürliche Auslese zur Folge haben wird.

Daher beschloß Purzel, das eine rotbraune Eichhörnchen eine Menschen- nein, das wäre ja albern - Eichhörnchenkette um den beliebten Volkspark anzuzetteln. Hatte gehört, dass die Menschen das so machen. Sich in Reihe stellen, einander die Hände reichen, um den politischen Feinden zu zeigen: so geht das nicht, euch wollen wir nicht, euch blockieren wir. Also fragte es Pupsi, das andere rotbraune Eichhörnchen, ob es nicht allen anderen Kleinnagern diesbezüglich Bescheid sagen könne. Aufruf zum Aufruhr sozusagen. Hat Pupsi auch gemacht, aber leider leben im Großen Garten nicht ausreichend Eichhörnchen, um das gesamte Areal zu umzingeln und so reichten sich die kleinen Racker nur von Mitte der Stübelallee (ungefähr dort, wo die Fetscherstraße kreuzt) bis zum Botanischen Garten (für unsere auswärtigen LeserInnen: ca. 500m) die putzig kleinen Pranken, um den Missstand (mit 3xS! Teufelszeug, in diesem Zusammenhang!) anzuprangern.

der Beweis: auch der Opa hatte Durst

»Pferdewurst!« entfuhr es dem ollen Schulze. Das war es, was er seiner Frau vom Wochenmarkt mitbringen sollte. Also schaltete er spanbildend einen Gang herunter und wechselte die Fahrspur. Dabei übersah er die herannahende Straßenbahn und die Eichhörnchenkette. Neun tot, drei schwerverletzt. Schulzes Radkasten verdreckt. Nichtmal dem Pferd hat es genutzt. Schulze im Koma. Traurig. Schade.


Finntroll »Blodsvept« (»Blodsvept«, 2013)

13.02.2013

Django Unchained

Kalt draußen, rutschig auch und, wie alle Jahre wieder am 13. Februar eine Menschenkette rund um die Dresdener Altstadt (wahrscheinlich von näher gelegenen Planeten mit bloßem Auge erkennbar, aber wahrscheinlich auch umsonst, denn der eine Rechtsradikale muss morgen früh raus und kann nicht so spät zur Antibombardierungsdemo und der andere Kamerad ist noch vom Vorjahr erkältet) - das heißt für Genießer: ab ins Lichtspielhaus, freie Platzwahl! Diese Woche gesehen und allerwärmstens zu empfehlen: Django Unchained!



Die Story im Kurzdurchlauf: Dr. King Schultz (genial: Christoph Waltz), ein Zahnarzt aus Düsseldorf(!), verdient seinen Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger im Süden der US of A. Weil er ihn braucht um eine Verbrecherbande zu identifizieren, befreit er Django (Jamie Foxx) aus den Fängen von Sklavenhändlern. Django selbst will seine Frau wiederfinden, von welcher er von eben jenen miesen Typen getrennt wurde und so arrangiert sich das etwas ungleiche Paar miteinander. Django hilft dem Doc die Kopfgelder zu kassieren, dieser hilft ihm, seine Frau wieder zu finden, bis sie schlußendlich auf den ultrarassistischen und sadistischen Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) treffen, welcher die gesuchte Frau »besitzt«.

Mehr will ich gar nicht verraten. Man bekommt jedoch genau das geboten, was man erwartet, wenn man sich einen Western des Herrn Tarantino ansieht: perfektes Casting (vor allem, wenn es wirklich wahr ist, dass die Rolle des Django erst mit Will Smith besetzt werden sollte, also bitte!), wenn es kracht, dann auch richtig, absurde Situationen, eine Prise Humor, einen Slang, wie man ihn eher in der Bronx, als im wilden Westen vermutet, natürlich auch einen passenden Soundtrack - kurzum 165 Minuten Unterhaltung auf geschmackssicherstem Niveau!



Und wenn ihr beispielsweise Platz Nummer 19 habt, könnt ihr ja mal ungefragt während des Film die Hände von Nummer 18 und Nummer 20 greifen und ganz dolle festhalten, dann braucht ihr auch kein schlechtes Gewissen zu haben, nicht an der großen Menschenkette teilgenommen zu haben. Stiller Protest funktioniert überall, ist am Ende eine Frage der inneren Überzeugung. Funktioniert übrigens auch, wenn ihr vielleicht auf der 3 sitzt mit 2 und 4... ;o)

Johnny Cash »Ain’t No Grave (Black Opium Remix)« (»Django Unchained« Soundtrack, 2013)

12.02.2012

ohne Whitney fahrn wir zur EM...

...oder so.

So was. Da hat es Whitney Houston ausgerust. Ist die Menschenkette (gibt doch eine, oder?) in Dresden morgen eine Person weniger lang, dafür umso bedröppelter? Wie nah doch schönes Wetter und Elend manchmal beieinander liegen... ;o)


Böhse Onkelz »Bomberpilot« (»Onkelz wie wir...«, 1987)

12.02.2011

Heute basteln wir uns eine Menschenkette...


Da kleinere Geschmacklosigkeiten in diesem Blog gratis enthalten sind und auch bedingt durch das momentane Sportmützenwetter, hätte ich auch noch meinen Senf zur Diskussion um den morgigen Tag abzugeben... ;o)