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10.07.2019

Verachtung (Journal 64)

Hat ein bisschen gedauert, ehe der nächste Teil der Verfilmungen um Jussi Adler Olsens Sonderdezernat Q in die Kinos kam. Nun war es weit - Pflichttermin! Im Original heißt der Film, wie auch die Romanvorlage, »Journal 64«.

Carl Mørck (wie immer schön grantig: Nikolaj Lie Kaas), Sonderermittler für ungelöste Fälle und sein Assistent Assad (Fares Fares) stoßen auf ihrer Suche nach einer, seit 1987 vermisste Prostituierten auf weitere verschwundene Personen. Die Spur führt schließlich auf die Insel Sprogø, wo sich einst eine Besserungsanstalt für nicht gesellschaftskonforme Mädchen und Frauen befand (traurige Wahrheit: Die Insel gibt es wirklich, die Anstalt gab es auch. Über die Jahre wurden schätzungsweise bis zu Zehntausend [Zwangs-]Sterilisationen vorgenommen.). Doch auch in der Gegenwart rotieren finstere Mächte im Hintergrund und alles führt zusammen...



Die Atmosphäre stimmt dank der Bilder und der schauspielerischen Leistungen, eben typisch skandinavischer Krimi. Fans der Reihe werden also bestens bedient, allen anderen kann nur empfohlen werden mal ein Auge zu riskieren.

Das Einzige, was mich persönlich gewundert hat, ist die Altersfreigabe. Sonst denkt man manchmal Warum, so schlimm isses nicht...?, aber dieser Streifen bekam trotz (un-)appetitlicher Leichenpräsentation und Darstellung von sexueller Gewalt eine P12-Freigabe. Seltsam - aber dies nur als Randnotiz.


Björk »Pagan Poetry« (»Vespertine«, 2001)

25.09.2016

Don´t Breathe

Seit ein paar Tagen läuft »Don´t Breathe« in den deutschen Lichtspielhäusern. Eher als Horrorfilm vermarktet, entpuppt sich das Ganze als Psychothriller - und das im allerbesten Wortsinn. Es geistert noch ein Alternativtitel namens »A Man In The Dark« durch die Rabatten, warum, weiß der Fuchs...

Drei Jugendliche Serieneinbrecher, mit Namen Money, Alex (Dylan Minette, u. a. »Let Me In« und »Tote Mädchen lügen nicht«) und Rocky (Jane Levy, Freunden des blutigen Films aus Evil Dead bekannt) wollen weg aus Detroit und planen einen finalen Bruch um ein neues Leben in Kalifornien starten zu können. Alles scheint perfekt: Das Haus liegt in einer abgelegenen Gegend und sein einziger Bewohner ist blind und zu dem hortet er vermutlich größere Summen Bargeld zuhause. Aber natürlich wird nichts aus dem vermeintlichen Spaziergang, denn der Alte weiß sich zu wehren und es beginnt ein perfides Katz- und Mausspiel um Leben und Tod. Und einen Rucksack voller Geld.


Perfekt in Szene gesetzte Handlung, gute Schauspieler, ein schönes Haus und vor allem ein guter Rhythmus und nicht abreißende Spannung machen diesen Film zu einer wahren Granate! Lange nicht mehr so feine Kost in diesem Genre gehabt...

Darkthrone »Tundra Leech« (»Arctic Thunder«, 2016)

23.06.2016

Erlösung (Flaskepost fra P)

Die Wartezeit von mehr als einem Monat ist für beinharte Jussi Adler-Olsen-Fans eine halbe Ewigkeit, aber nun konnte man dieser Tage den dritten Teil »Erlösung« (im Original »Flaskepost fra P«) in den deutschen Kinos erleben. Lohnt sich auf jeden Fall, es gibt Sachen, die ändern sich nicht.



Dem Sonderdezernat für ungelöste Fälle »Q« wird eine acht Jahre alte Flaschenpost zugespielt. Diese enthält einen mit P unterzeichneten Hilferuf. Zur selben Zeit bekommen es die beiden Hauptprotagonisten Kommissar Carl Mørk (Nikolaj Lie Kaas) und sein Assistent Assad (Fares Fares) mit einem Soziopathen zu tun, der Geschwisterpaare stark religiöser Familien entführt. Man lernt ihn auch beizeiten kennen, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Überhaupt zieht sich das Thema Religion wie ein roter Faden durch den Film was natürlich einen herrlichen Kontrast zu Mørks granteliger Weltsicht ergibt. Das Ganze ist wie immer in recht ruhigen Bildern (von einer rasanten Autofahrt mal abgesehen) und düsterer Atmosphäre gehalten - eben genau das, was man von skandinavischen Krimis kennt und erwartet.

Die Handlung hangelt sich gut an der Romanvorlage (wie immer ebenfalls empfohlen!) entlang, die filmischen Änderungen fallen nicht weiter ins Gewicht. Wie eingangs erwähnt: uneingeschränkter Guck-Tipp! Und nun ran an die Kameras, Teil vier, Teil vier, Teil vieeer!!! ;o)

Gitte Hænning »Vi Danser« (1968)

17.01.2016

Christina´s House

Dieser Gruselfilm, Schrägstrich, Psycho Thriller ist eine kanadische Produktion aus dem Jahr 2000. Nun kann man es als Vorwarnung interpretieren, wenn man Filme ohne weiteres bei YouTube gucken kann (in diesem Falle durch Netzkino bereitgestellt), dieser hier ist aber durchaus sehenswert.

Die siebzehnjährige Christina zog mit ihrem Bruder Bobby und dem Vater in ein altes Haus, um der Mutter näher zu sein, die in diesem Ort in eine Nervenklinik eingewiesen wurde. Dann gibt es noch einen Quasifreund Eddy, gegen dessen Zuneigung sich Chris etwas wehrt (der Vater kann den Jungen auch nicht leiden) und einen anderen Jüngling namens Howie, der sich ums Haus kümmert. Ein paar Teenager verschwinden spurlos und das Haus macht auch manchmal seltsame Geräusche und schneller, als man die Türen verammeln kann, stellen sich die beliebten Fragen wer, was, wieso und warum...

Trailer in Englisch, aber besser als gar keiner... ;o)

Darsteller (nur den Vater könnte man manchmal verkloppen) und Synchro gehen in Ordnung, das Tempo ist nicht sehr hoch, dafür ist alles stimmig inszeniert. Im Ganzen eher feine Tee- als grobe Blutwurst mit einem guten, wenn auch simplen Plot, welcher ein schönes Ende (oder Wurstzipfel, wenn wir bei Metzgeranalogien bleiben wollen) hat. ;o)

Budka Suflera »Bal wszystkich świętych« (»Bal wszystkich świętych«, 2000)

28.10.2015

Do Not Disturb

Als erstes lief »Do Not Disturb« (zusätzlicher Titel »Pray For Death«) unter dem Originaltitel »New Terminal Hotel« im Jahre 2010. Dann wurde er, bedingt durch Erfolglosigkeit, vom Regisseur um eine knappe Viertelstunde auf 85 Minuten geschnitten und im Jahre 2013 (auch im englischen mit neuem Titel) wieder veröffentlicht. Es lebe die Kunst! Außerdem handelt es sich um einen der letzten Auftritte des 2010 aufgrund jahrelanger Drogenabhängigkeit verstorbenen Corey Haim als Schauspieler.

Hauptakteur ist ein ehemaliger Drehbuchautor, welcher Hollywood den Rücken zugewandt hat und seitdem im New Terminal Hotel vor sich hin vegetiert und hier und da ein paar Skripte verfasst. Um seiner neuesten Idee, einem Plot über einen Serienkiller, zu mehr Recherche zu verhelfen, fängt der Maestro an, Leute zu massakrieren... Damit wäre das Gröbste umrissen...



Normalerweise wahrscheinlich im Horrorregal einsortiert, konsumiert man hier keinen reinen Horrorfilm, es gibt Thrilleranleihen, gewürzt mit drogiger Film Noir-Stimmung, nur eben in Farbe. Das Hauptproblem, welches der eigentlich pfiffigen Grundidee immer wieder die krummen Hände um die Gurgel drückt, ist die Zähigkeit, mit welcher der Stoff erzählt wird - und das in einer schon geschnittenenen Version. An den schauspielerischen Leistungen an sich liegt es nicht. Wie auch immer, kann man sich unter kulturhistorischen Aspekten reinpfeifen und schönreden, oder man läßt es eben... ;o)

Octapolis »Silencium« (2003)

26.01.2015

Schändung (Fasandræberne)

Dieser Tage in die Kinos gekommen (und hier schon wieder raus), ist der dänische Film »Schändung«, welcher in Anlehnung an den Originaltitel »Fasandræberne« noch den Untertitel »Die Fasanentöter« verpasst bekam. Wer sich für die Romanvorlage aus der Feder Jussi Adler Olsens oder den erstverfilmten Teil »Erbarmen« begeistern konnte, wird auch hier vorzüglich bedient.



Hauptprotagonist Carl Mørck wird von Nikolaj Lie Kaas noch grantiger vorgetragen, als bisher, was sein Assistent Assad (Fares Fares) mit stoischer Gelassenheit erträgt. Desweiteren lernen wir noch die neue Sektretärin Rose kennen, welche sich am Anfang etwas fehl am Platz vorkommt, die zwei Polizisten aber bestens ergänzt.

Der neue Fall für das Sonderdezernat Q führt zurück ins Jahr 1994, als ein Geschwisterpaar ermordet wurde. Viele Anhaltspunkte haben die beiden Ermittler nicht. Der damals geständige Täter wurde vom teuersten Strafverteidiger Dänemarks vertreten und kam nach drei Jahren Haft wieder auf freien Fuß, seltsam, für eine Vergewaltigung und einen Doppelmord. Außerdem gibt es einen aufgezeichneten Notruf einer jungen Frau, nur ist die seit vielen Jahren verschwunden. Außerdem wird es kompliziert, da die Spuren von einem Eliteinternat und von da aus in höchste wirtschaftliche Kreise führen...

Spannend, atmosphärisch und brilliant besetzt und mit einer Länge von ca. zwei Stunden keine Minute zu kurz - ein wirklich schöner Film!

Nekromantix »Once We Were Lovers« (»What Happens In Hell, Stays In Hell«, 2011)

21.05.2013

The Tall Man

Heute soll es um einen Film gehen, der eher im (Mystery)Thriller-, als im Horrorbereich angesiedelt ist. Es geht um »The Tall Man«, welcher ziemlich frisch in jeder halbwegs sortierten Videothek zu finden sein sollte. Regie führte Pascal Laugier, welcher den Filmgourmets durch seinen teils bejubelten, teils umstrittenen, aber zweifelsohne nervenraubenden Kracher »Martyrs« bekannt sein wird.

Im Vorspann erfährt man, das jährlich tausende Kinder in den USA als vermisst gemeldet werden, jedoch ein Großteil nach kurzer Zeit wieder auftaucht. Aber einige tauchen auch nicht wieder auf. Besonders viele sind es in einem Kaff namens Cold Rock, wo nach dem Ende der Blüte des Ortes durch Schließung einer Mine nur noch soziales Elend und Tristesse den Alltag bestimmen. So entsteht im Laufe der Zeit die Legende des großen Mannes, welcher die Kinder zu sich holt. Daran glauben einige, andere vermuten aber eine weniger mystische Erklärung.

deutscher Vorschaufilm

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die Krankenschwester Julia Denning (Jessica Biel), welche sich, ihrem Beruf entsprechend, um die Leute von Cold Rock kümmert. Sie ist verwitwet, ihr älterer Mann, der einst beliebte Arzt des Ortes schied irgendwann dahin, weshalb sie von einigen Mitbewohnern nicht in vollem Maße akzeptiert wird. Das tut ihrer liebevollen Art jedoch keinen Abbruch, ein besonders gutes Verhältnis pflegt sie zu einem stummen Mädchen namens Jenny. Außerdem lebt der Junge David bei Julia, welcher tagsüber von einem Kindermädchen betreut wird. Das alles ändert nichts daran, dass Julia eines Tages nachhaus kommt, das Kindermädchen gefesselt vorfindet und der Knabe von einer größeren, schwarz gekleideten Person entführt wird. (Haben wir alle »Blade: Trinity« gesehen? So was macht man mit Jessica Biel nicht so einfach, das sollte man wissen!) Sie nimmt die Verfolgung auf...

english trailer

Mehr kann, bzw. will ich hier gar nicht verraten, sonst müsste ich zu viel von der recht wendungsreichen Handlung preisgeben. Auf jeden Fall sehenswert ist der Streifen, es gelingt dem Regisseur, die Spannung bis zum Schluss zu halten, obwohl sich ein Teil der Lösung schon nach der Hälfte offenbart, aber eben nur ein Teil. So bleibt es spannend bis zum Ende. Besetzung und Atmosphäre passen auch und wenn man so will, bekommt der abergläubische Teil der Menschheit auch ein wenig Fett weg, aber das nur am Rande. Lohnt sich anzuschauen!

Parabellum »Algo Sucederá Hoy« (»Hace Falta...?«, 1993)

05.04.2013

Das Kind

Noch ein deutscher Film, der letzte für diese Woche, versrpochen. »Das Kind« ist ein Thriller mit teilweise internationaler Besetzung und wurde original auch in englisch gedreht. Das erklärt auch den etwas zum Fremdschämen verleitenden Einsatz englischer Worte auf z. B. Schildern (Elevator out of order und so was - der Streifen spielt in Berlin), aber das soll mal außer Acht gelassen werden.


Der zehnjährige Simon hat einen Gehirntumor und definitiv nicht mehr lange zu leben. Nach einer mentalen Rückführung, die seine Therapeutin veranlasst hat, ist er davon überzeugt, in einem früheren Leben mehrere Leute getötet zu haben und ist sich sicher, dass er noch einen weiteren Mann umzubringen wird. Also beschließt der Junge, sich der Justiz zu stellen und so bringt ihn die Pflegerin mit einem Anwalt namens Stern ins Gespräch, welcher natürlich anfangs kein Wort glauben mag, jedoch bald von einer unbekannten Person telefonisch dazu erpresst wird, den oder die wahren Täter zu finden. Der Schlüssel dazu sei der Junge selbst. Außerdem kann Simon Tatorte benennen, was die Sache zusätzlich unheimlich zu werden lassen scheint.

Klingt verworren, ist es auch, schon bald steht Stern zwischen Simon, der Polizei und einem Kinderschänderring. Es geht reichlich turbulent zu und wenn ich ehrlich sein soll, halte ich den Film im Nachhinein für sehenswert, auch wenn sich das Ende zu sehr selbst erklärt und etwas Kitsch allerorten präsent ist. Das Casting ist zwiespältig. Zum einen taucht z. B. Ben Becker als rauhbeiniger Helfer des Anwalts auf (passt prächtig), zum anderen ist (wenn auch nicht lange) Dieter Hallervorden (!) in der Rolle des total abgebrühten Oberkinderhändlers zu sehen (was so was von gar nicht geht). Summa summarum bleibt ein Film, der für die Woche taugt und unterhält, für die große Leinwand am Wochenende aber ein bisschen zu hüftsteif (deutsch? tatortig?) daherkommt.

Death In June »Giddy Giddy Carousel« (»The Wall Of Sacrifice«, 1990)

PS: Bloglovin-Experiment beendet. Für´n Arsch! ;o)

14.10.2012

Alyce

»Außer Kontrolle« lautet der Untertitel eines Films, welcher als, ähäm, Psychohorror vermarktet wird und den Namen seiner Hauptakteurin »Alyce« trägt.

Die liebe Alyce hat eine (bis dato beste) Freundin namens Carrol. Diese wird von ihrem Freund betrogen und flüchtet sich zur lieben Alyce um mit deren Hilfe ein wenig Ablenkung zu finden. Dazu nehmen die Mädels ordentlich Drogen und spülen diese mit Alkohol runter. Als sie dann auf ein Dach klettern, erlöst Alyce ihre Freundin fast von ihrem Liebeskummer in dem sie sie von der Dachkante stößt. Fast deshalb, weil Carrol die Sache überlebt, wenn auch in einem wenig lebenswerten Zustand.

Dieses bisschen Handlung nimmt allerdings die erste Stunde des Films in Beschlag, was elendig langatmig ist. Außerdem nervt die drogige Visualisierung beizeiten. Die letzte halbe Stunde wird dann allerdings noch sehenswert, denn ab da zeigt sich endlich, wie doll Alyce wirklich gegen das Paddel geknallt ist und der Film entwickelt tatsächlich noch etwas Humor und vor allem ein wenig Tempo.



Wie das so ist, wenn eine Story, die maximal den Inhalt einer Kurzgeschichte birgt, auf Spielfilmlänge gezogen wird: man nickt zwischendurch fast ein, was nur ein Armutszeugnis für den Film sein kann. Da rettet auch kein geschmeidiges Finale mehr...

Der Vollständigkeit halber noch der Link zu filmstarts.de, die üblichen Datenbanken spuckten nichts über Alyce aus. Warum wohl? ;o)

John Leyton »Six White Horses And A Golden Chariot« (1961)

15.08.2010

In 3 Tagen bist du tot 2

Vorab sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, jedes Wort beim ersten hören zu verstehen, weil, wie auch schon bei Teil 1, der alpenländischen Mundart freie Fahrt gewährt wird. Das reicht manchem sicher, um den Film gar nicht erst anzuschauen. Hat man sich aber erstmal dran gewöhnt, sorgt dieser Umstand sogar für eine gewisse Atmosphäre. Was das Stichwort wäre, denn neben der gelungenen Besetzung (unkaputtbar: Sabrina Reiter als Nina) ist vor allem die dichte, teils ruhige, teils morbide Atmosphäre die größte Stärke des Films. Natürlich erfreuen auch die Außenaufnahmen das Auge des Hobbyalpinisten, hehe.

Zur Handlung: Nina wollte eigentlich die Ereignisse aus Teil 1 vergessen. Trotzdem reist sie wild entschlossen von Wien ins verschneite Tirol, um ihre alte Freundin Mona zu suchen, nachdem diese am Telefon ein ominöses Nina, hilf mir schnell! hinterließ. Dort führt die Spur zu einem noch viel verschneiteren Gasthof, der von Monas Verwandtschaft geführt wird. Und was wissen wir als Kenner solcher Filme und Freunde der gelegentlichen Wanderung ins sächsische Hinterland über Leute, die an solchen Orten leben? Geeeenau...
Zum Glück folgt ihr der liebe Polizist, der sich umgehend auf die Socken macht, als Ninas Mutter deren verschwinden bemerkt und es ihm mitteilt.

Sicher hat der Film die ein oder andere unlogische Stelle. So geht die Hauptakteurin ein paar mal völlig unerschrocken in anderer Leute Häuser, als wäre das das normalste der Welt. Und Überlebensregeln wie Wenn du schon einen Schlüsselbund hast und damit ein Schloß aufbekommst, schmeiß das Schloß möglichst weit weg und nimmt den Schlüssel mit (er hat dir schon mal das Leben gerettet!) werden sträflichst missachtet aber nicht weiter bestraft, wennse wissen, was ich meine.

Insgesamt hat sich die Fortsetzung deutlich vom Slasher wegbewegt, ist eher Psycho Thriller, als Horrorfilm. Nur in den entscheidenden Szenen wird mit Ekligkeiten nicht gegeizt. Wie auch immer, insgesamt eine gewaltige Steigerung gegenüber dem keineswegs schlechten ersten Teils und ein Schmankerl, was Atmosphäre und Bilder, sowie Gesamtästhetik angeht.

Der Trailer:


Hier der Videoclip zum Titelstück namens »Crackin´ Up«...

When The Music´s Over »Crackin´ Up«

...und noch der Link zur Blairwitch-Datenbank.

ICH WILL EINEN DRITTEN TEIL! LOOOS!!!

14.07.2010

WΔZ

Der Titel bedeutet W(Delta)Z, der Sinn dieser Formel wird im Film erklärt. Natürlich hat die deutsche Verleihversion auch noch einen sensationellen Titelzusatz namens Welche Qualen erträgst du? angehängt.Während man sich beim Anblick des Covers eher an Filme wie SAW und Konsorten erinnert fühlt, entpuppt sich WΔZ eher als Psychothriller und zwar als einer der besseren Sorte.

Zur Story: Irgendwo, es könnte die Bronx oder so was sein, tauchen Leichen auf, denen WΔZ eingeritzt wurde und die durch Foltermerkmale starben. Unweit davon tauchen Tote auf, die durch Stromschläge umkamen. Der meist miesepetrige Polizist Eddie und seine besser aussehende, wenn auch meist finster dreinblickende Kollegin Helen ermitteln in diesem Fall. Die Formel wird auch beizeiten gelöst und man ist der Sache rasch auf der Spur. Freilich hält der Film noch ein paar Überraschungen parat.

Kann ich wärmstens empfehlen, was zum locker auf der Couch hängen! Der Film lebt von seiner Atmosphäre, das Casting ist echt gelungen (bekanntestes Gesicht darunter ist wahrscheinlich Selma Blair) und er verzichtet zu gunsten der Spannung auf überflüssige Kamerazooms bei den unappetitlicheren Stellen. Sehr gut!

Hier noch der übliche Link und natürlich auch ein Trailer...

21.04.2010

Taking Lives

Heute mal ein bisserl Mainstream-Film. Schon wieder sechs Jahre alt, aber gestern nach langer Zeit mal wieder gesehen und für unterhaltsam befunden: Taking Lives.

In Montreal (tatsächlich sieht man bei den Außenaufnahmen fast ausschließlich Quebec) läuft ein Serienkiller durch die Gegend, der, nach dem er seine Opfer tötet, für eine Weile deren Idendität annimmt, nur um sich später eine neue zuzulegen. Im Film wird dieses Verhalten mit dem des Einsiedlerkrebses verglichen. Als die dortige Polizei nicht so richtig weiter kommt, fordert sie Verstärkung beim befreundeten FBI an und bekommt diese in Person von Illeana Scott (Angelina Jolie). Diese ist Profilerin und denkt den ganzen Film lang ein bisschen schneller und ausgebuffter als der Rest. Ach ja, selbstverständlich hat sie nach einem langen Tag und dem öchzigsten Kaffee keine Augenringe und nach Verfolgungsjagden zu Fuß oder mit dem Auto sitzt ihr Haar perfekt und sie keucht nur einmal kurz, aber das nur am Rande. Die zweite, anfangs nicht hundertprozentig durchschaubare Hauptrolle wird von Ethan Hawke gespielt, eine weitere, allerdings nicht all zu lange von Kiefer »Chloe, was wissen wir darüber?« Sutherland.


Wie gesagt, alles etwas hochglänzend, jedoch 95 Minuten beste Unterhaltung, denn der Film ist spannend angelegt und hält, wenn man ihn zum ersten mal sieht, einige überraschende Wendungen parat. In den deutschen Verleihversionen werden ja gerne dämliche Untertitelvergeben, hier hat man sich für »Für Dein Leben würde er töten« entschieden, spitze auch.

Zum Schluss noch der Trailer...