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03.11.2020

Surfin USA


Aus aktuellem Anlass heute ein paar gesammelte Werke zur Frage, wer der nächste Präsident der vereinigten Staaten von Amerika sein könnte. Bleibt spannend, viel Glück allen Beteiligten! ;o)



The Beach Boys »Surfin´ USA« (»Surfin´ USA«, 1963)

12.02.2019

Donald aus Knete



Aus unserer beliebten Serie Heute basteln wir internationale Spitzenpolitiker aus Knete: Ladies and Gentlemen: The President of the United States of America! ;o)


Die Toten Hosen »Opel-Gang« (»Opel-Gang«, 1983)

08.11.2016

Dear Mrs./Mr. President...

Hab gerade anderweitig zu tun (die letzten Pilze einsammeln, den Müll runterbringen, Sigmar Gabriel über die Straße helfen - such dir was raus), deshalb kann ich an dieser Stelle nur vorab was posten. Nun könnte man ja an dieser Stelle tierisch den Weissager rausbaumeln lassen und gleich Mrs. Clinton anreden, jedoch hat man schon Pferde vor Apotheken brechen sehen, also muss eher was Allgemeingültiges her (deine Leute lesen doch hoffentlich diesen Blog)...

Erst mal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des 58. Präsidentenamtes, bei deinem Wahlsystem kann man sich ja bis kurz vor Schluss nicht sicher sein... Bevor du auf wenn auch immer (und gewiss, das wirst du) einen ersten Stein schmeißt: du hast die Haare schön! In diesem Sinne: auf gute Zusammenarbeit & Gott schütze die nächste Hopfenernte! ;o)

Pussy Riot »Make America Great Again« (2016)

30.10.2016

Haha! ...said the Clộwn

Fies grinsende Clownsmasken und -kostüme erfreuen sich schon seit Generationen starker Beliebtheit, wenn etwas gruselige Stimmung erzeugt werden soll. Einschlägige Filme haben das auch schon hübsch thematisiert. Nun, da in unserer spätrömisch dekadenten Gesellschaft (Klasse, Guido!) gediehene Gruselclowns den Schabernack übertreiben, entschieden sich namhafte Handelsketten, entsprechende Masken aus dem Programm zu nehmen, außerdem hat sich unser vieräugiger Minister eine Nullpardonpolitik gegenüber bösen Clowns erbeten.

Bleibt exakt noch eine Frage:
Ach, und Donald Trump darf das?

Vampire Division »Longhaired Friend Of Jesus« (2016)

19.02.2013

Djesus Uncrossed


In der US-Comedysendung »Saturday Night Live« gab es dieser Tage diesen wunderbaren Fake-Trailer mit u. a. Christoph Waltz und einem Brad Pitt-Double zu sehen. Nach Django Unchained nun also Djesus Uncrossed. The D is silent! ;o)


Fraktus »Affe sucht Liebe« (»Operation Pudel«, 2006)

05.02.2013

Ides Of Gemini // Ghost

Stolperte vorhin über eine interessante Band namens Ides Of Gemini.

Hatte den Namen noch nie gehört, aber Ghost spielen einige Shows mit ihnen, da assoziierte das Nebenhirn, dass ihre Musik dann so schlecht kaum sein kann und... siehe da! Nachfolgend zu sehender Videoclip tönt nicht nur interessant, sondern macht auch optisch eine ordentliche Bugwelle!


Ides Of Gemini »Martyrium Of The Hyppolit« (»Ides Of Gemini«, 2010)

Bei IOG handelt es sich um ein US-Trio. Es gibt bei den einschlägigen Quellen einige interessante Stücke dieser empfehlenswerten Band zu bestaunen. Wird im Auge behalten!

Auge ist das Stichwort! Während hier zwischen Lanz und Karneval kein Ekelformat für das deutsche Fernsehen zu niedrig ist und sogar überlegt wird, dem unsäglichen Dschungelcamp eine Nominierung für den Grimme-Preis an die schwabbelige Backe zu nieten, scheint im schwedischen TV allerhöchste Güte Vorrang zu genießen. So tauchte vor ein paar Tagen dieser hochglänzende Mitschnitt einer Live-Performance der neuen Ghost-Single im Rahmen einer Preisverleihung (da schließt sich der Kreis) im Netz auf... Das ich das neue Album in ein paar Wochen so was von kaum erwarten kann, hatte ich an dieser Stelle schon erwähnt? Sicher, ich weiß, mehrfach... ;o)

Ghost »Secular Haze« (»Infestissumam«, 2013)

10.11.2012

All die armen Menschen

CSU-Oberindianer Horst Seehofer orakelte in letzter Zeit desöfteren seinen alten Spezi Karl Theodor zu Guttenberg mit offenen Armen zurück empfangen zu wollen. Aber nun, potzbiltz, meint dieser, dass er nicht beabsichtigen würde, in die anheimelnd wärmende Bühenbeleuchtung der deutschen Politik heimzukehren (klickklack).

Raketentheo ist glücklich in den USA. Mit seiner Familie. Sagt er. Glück für die armen Menschen good old Germany? Wer weiß das schon, denn wie das immer so ist, man weiß nie, was danach kommt. Will sagen, wer einst New Kids On The Block scheiße fand, wurde danach mit den Backstreet Boys eines besseren belehrt, wer da dachte, jetzt reicht´s aber, wurde mit Take That oder wie die alle heißen Lügen gestraft und ist heute schon froh, wenn mal Phil Collins im Radio läuft. Was ja auch 666 mal am Tag klappt, aber das ist ein anderes Thema.

Tja, Theo, Lügen haben kurze Beine, Dotkortitelerschleicher wahrscheinlich auch noch kurze Pimmel, aber, immerhin, sie machen offenbar jenseits des Atlantiks ordentlich Asche mit weitaus entspannteren Tätigkeiten, als sich für eine bajuwarische Vollpfostenpartei zum Affen zu machen. So haben alle was davon, nur nicht der olle Horst. ;o)

Fraktus »All die armen Menschen« (»Automate«, 1983) ;o)

06.11.2012

Nerv!

Kann das mal jemand abschalten, bitte? Den ganzen Tag Obama, Romney, Romney, Obama. Immer wieder.

Da werden schon Bürger durch Radiostationen auf der Straße interviewt, wen sie wählen würden. »Den Obooma, der is nett!« und ähnliches bekommt man da zu hören. Sehr interessant auch.

Kann mir nicht vorstellen, dass z. B. ein Mongole wissen wöllte, wem der Älteste der Nachbarjurte seine Stimme gäbe, wenn er meinetwegen Tscheche wäre und in Prag ein neuer Oberindianer gekrönt werden würde. Eben. Deswegen für heute abend: medienfrei! ;o)


Dead Kennedys »California über alles« (»Fresh Fruit For Rotting Vegetables«, 1980)

03.05.2012

literarisches Feuerwerk


Der Channel666 verbrannte am Wochenende Bücher, nee, entzündete eine symbolische Fackel als Sympathiebekundung für die Autoren dieser Welt!

Oha, welch literarisches Jahr! Erst macht Günter Grass das beliebte Medium der reimlosen Politdichtung zum Stammtischgespräch (was auch immer Marcel »...dieses ist... politisch und literarisch wertlos...« Reich Ranicki davon halten mag), dann veröffentlicht ein verunglückter Kandidat einer der angestaubtesten TV-Shows des deutschen Fernsehens seine Memoiren (immerhin, vor dem Sturz auf die Omme kannte ihn keiner, währenddessen fiel er in Ohnmacht und danach war er schon vergessen) und stürmt damit, der deutsche Leser ist aber auch wirklich ein Gourmet, die Bestsellerlisten und nun veröffentlichen die dafür zuständigen Staatsorgane der USA auch noch die Tagebücher des Osama bin Laden. Hatte der eigentlich Zeit zum Schreiben, wo sie ihn doch so unbarmherzig gejagt haben? Man weiß es nicht, will bloß mal nachfragen, nicht, dass sich nachher noch rausstellt, dass die Tagebücher womöglich unecht sind... Nur weil »OBL« vorn draufsteht, ist ja nicht gesagt, dass es tatsächlich die Aufzeichnungen des bärtigen Weltfeindes Nummer eins sind. War ja schon mal was mit »FH« und so...

Hier sehen wir ein paar Bäume des deutschen Waldbestandes. Hoch mögen sie leben!

Da verkommen die Notitzen unseres ehemaligen Staatsratsvorsitzenden und dessen violetter Gattin glatt zur Randnotitz.

Es lebe der deutsche Wald! ;o)


Running Wild »Diabolic Force« (»Gates To Purgatory«, 1984)

20.04.2012

Dark Legends

Noch mal ein Film, diesmal allerdings mit der Empfehlung, die 82 Minuten (in Deutschland mit FSK16-Freigabe! [das Original scheint länger zu gehen]) seines Lebens eventuell anders anzulegen, als sich »Dark Legends« (kompletter Verleihtitel »Dark Legends - Neugier kann tödlich sein«, engl. Original »The Shortcut«) anzuschauen. Es sei denn, man findet Sätze wie »Geht nicht die Abkürzung!« oder »Er ist die Abkürzung gegangen!« oder Dialoge wie »Ab ins Bett! Du bist noch zu jung für so etwas!« - »Ich bin gleich fertig!« spannend oder anderweitig unterhaltsam.

Ein paar Worte zur Handlung... Eine Schule, ein typisch amerikanisch anmutender Ort und ein Wald. Durch diesen führt die Abkürzung, ja genau die, welche den Schülern den Schulweg massiv abkürzen würde, jedoch seit Jahrzehnten gemieden wird, weil sie an einem Hof vorbeiführt, der von einem schrulligen Eremiten bewohnt wird. Dieser wird für das Verschwinden mehrer Jugendlicher und auch Hunde verantwortlich gemacht. Im wahren Leben hätten vielleicht die Genossen Volkspolizisten mal das Grundstück umgekrempelt, in »Dark Legends« übernehmen dies ein paar völlig orientierungslos durch die Kulisse stolpernde Teenies. Vorprogrammiert, dass da was schiefgeht.



So weit, so gut, mit etwas gutem Willen kann man dem Film noch nicht mal so etwas, wie eine gute Grundidee, die mal eine gute Handlung hätte hervorbringen können absprechen. Nur ist das Ganze recht stümperhaft umgesetzt und das Sahnehäubchen ist die deutsche, teilweise völlig ausdruckslose Synchronisation. Mal ehrlich: da war Erwin Geschonneck in »Das kalte Herz« alleine grusliger, als dieser Film, wennse wissen, was ich meine. ;o)


Tocotronic »Ich verabscheue euch wegen eurer Kleinkunst zutiefst« (»Wir kommen um uns zu beschweren«, 1996)

PS: Und, kleiner Tipp für ein faltenfreies Restleben am Rande: Geht nicht die Abkürzung!

17.01.2012

Netzrevolte

Das ist ja mal spektakulär! Wikipedia, wohl eine der wichtigsten Internetseiten schlechthin, will am Mittwoch seine digitalen Pforten für einen Tag schließen.

Digitaler Protest!

Zankapfel sind Gesetzesentwürfe der USamerikanischen Regierung zur Zensur des Internets. Dahinter stehen aber nicht etwa verschwörerische Machenschaften oder weltherrschaftliches Gehabe, nein, die Platten- und Filmindustrie. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass diese trotz aller Downloads, Streams und was weiß der Geier nicht alles, Milliardenumsätze erzielt, egal, welchen Mist sie den Leuten zum Fraß vorwerfen. Sicher ging es ihnen im Leben vor dem Internet noch besser, da konnte bei jeder Plattenreleaseparty das Koks, welches von den Körpern halbnackter Frauen geschnupft wurde, noch aus der Portokasse bezahlt werden. In den Acht- und Neunzigern wurden sicher auch noch nicht so inflationär wie heutzutage Film- und Musikprodukte auf den Markt geworfen. Oder man hat´s vergessen, sich weggekokst. Wie auch immer, auch heute wird´s gerade noch so für Nutten & Schnee reichen, jedoch macht die Unterhaltungsindustrie lieber das, was sie seit Ewigkeiten am besten kann: jammern.

Dass sich die Regierung der USA vor den Karren spannen läßt, ist auch nicht weiter verwunderlich, zeigt nur einmal mehr, wie anständige Lobbyarbeit zu funktionieren hat. Was hört Obama eigentlich auf seinem PräsiPod? Folgerichtig Industrial? Wohl eher nicht... vielleicht Agneta Fältskog? ;o)


Agnetha »Geh´ mit Gott« (gleichnamige Single, 1972)

12.12.2011

Netztheo

Man kann an manchen Tagen gar nicht so viel essen, wie man gern brechen würde. Keine neue Erkenntnis, aber heute wurde sie mal wieder aufgefrischt.


Die Apokalyptischen Reiter »March Of Revenge« (»Allegro Barbaro«, 1999)

Wie man lesen kann (z. B. hier), hat Karl Theodor zu Guttenberg einen neuen Posten. Ist ja zuerstmal beruhigend. Schließlich hat er Frau und Kinder zu ernähren und so ein ALG-1 ist ja auch kein ewig dehnbarer Kaugummi. Aber dann beginnt die Sache auch schon zu korken. Er arbeitet ab demnächst für die EU (tatam!) als Berater für Internetfreiheit (taramtatam!)! Ausgerechnet unser Raketentheo!!! Fiel dem Doktor nicht unlängst das böse Internet noch schwer auf die Füße (jaha!!! Copy & Paste sind die Stichworte!). Aber so schnell sind kleine Schwindeleien, ach was, Notlügen (gibt des da vielleicht eine Verkleinerungsform? Notlügchen?) heutzutage vergessen. Und falls der Wähler daheim (er, also Theo, nicht der deutsche Wähler, hat ja jetzt die Arbeitsbasis USA für sich entdeckt) wider seiner Natur doch nachtragend sein sollte - Brüssel ist weit weg. Brüssel, Belgien, Kinder, da war doch mal was, Frau zu Guttenberg, Ihr Einsatz vielleicht? Doublecomeback?!

Bizarr ist das Wort, welches für meinen Geschmack die Szene am besten umschreibt. Augerechnet einer, der im eigenen Land politisch unangenehm über seine mangelnde Moral stolperte, nachher im Ausland herumkrakeelte, wie unfähig die Parteigenossen seien (nein sind, da hat er gar recht, nur: er ist einer von ihnen) und über die Unfähigkeit der EU zur Bewältigung ihrer hausgebrauten Krisen lamentierte, wird Berater der Europäischen Union? Wie verkommen ist der Laden eigentlich? Aua, aua, aua... Und dann noch zum Thema Internet... Und Ralf Minge sitzt zuhause!


Knorkator feat. Tim Tom bzw.
Tim Tom feat. Knorkator bzw.
Tim Tom feat. Rummelsnuff feat. Knorkator bzw.
Rummelsnuff feat. Tim Tom feat. Knorkator bzw.
Knorkator feat. Rummelsnuff feat. Tim Tom bzw.
Knorkator bzw. Rummelsnuff bzw. Tim Tom feat. einander »Arschgesicht« (»Es werde nicht«, 2011)

11.12.2011

Wahlkampf, made in USA

Warum sollte dieser Sonntag nicht lustig beginnen?





20.11.2011

Rattenkampf, Kapitel 11

Heute fällt mir kein gescheites Vorwort ein. Raketentheo mimt in den USA den Europaexperten. Verschlägt Sprache, sowas.

Schönen Dank an Frau RWE für´s Einspringlektoriat. Und weiter geht´s...



Einstürzende Neubauten »Z. N. S.« (»Halber Mensch«, 1985)

Kapitel 11

Als sie aufwachte, schlief der Mann neben ihr noch. An diesen Anblick könnte sie sich wieder gewöhnen, stellte sie leicht wehmütig fest.
In der Küche kochte sie Kaffee und räumte seine noch nachträglich geleerte Flasche Wein grinsend weg. Für ihn war es sicher auch nicht einfach, einen anderen Menschen wieder an sich heran zu lassen. Immerhin schien er sich hier schon etwas heimisch zu fühlen. Den Korkenzieher hatte er wieder in das Besteckfach gelegt, das Glas in die Spüle und sogar der Aschenbecher war geleert.
Das sah gut für sie aus. Auch war er noch da und hatte sich nicht in der Nacht getrollt, wie ein räudiger Hund. Im Kühlschrank gab es nichts Neues. Das hieß nichts, außer ein paar Flaschen Pernod. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie das letztemal auch etwas zum Frühstück gegessen hatte. Ihm ging es sicher ähnlich, da würde der Kaffee reichen.
Bevor sie duschen ging, nahm sie das Bild mit Goethes Hexeneinmaleins von der Wand und legte es umgedreht oben auf den Küchenschrank.

Als er aufwachte, fühlte er sich befreiter als gestern Nacht. Er hörte die Dusche rauschen und brannte sich eine Zigarette an. Kaffeeduft wehte aus der Küche zu ihm herüber. So viel Normalität fand er sonst abschreckend und er verzog sich schnell wieder.
Heute war das anders. Daran könnte er sich gewöhnen. Das erste Mal in seinem Leben. Der Gedanke beunruhigte ihn nicht. Aber das, was ihn heute erwartete.
Heute galt es einen Entschluß fassen. Morgen wollte sie in die Staaten fahren, um Joe Blacks und ihre Angelegenheiten zu klären. Ihn hatte sie gebeten mitzukommen. Spontan hatte er zugesagt, aber es sogleich wieder bereut. Das hieße für ihn, Stellung zu beziehen und aus dem Dunkel zu treten.
Er wußte noch nicht, ob er diesen harten Schnitt wollte. So wie jetzt, konnte er nicht weitermachen. Das war ihm diese Nacht in der Küche bewußt geworden. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Und er war gerade dabei, dies zu tun.
Das Talent, bis ins hohe Alter seinen Job zu machen und dabei unentdeckt zu bleiben, wie es seinem Meister vergönnt war, hatte er wohl nicht. Sie hatten ihn entdeckt und sie hatte ihn gefunden.
Eine Frau, um die dreißig, also noch ein Frischling im Gewerbe.
Wie ihr das gelungen war, konnte er sich nicht erklären. Aber es gab nur zwei Möglichkeiten. Sie mußte sich entweder Joe Blacks Vertrauen erschlichen haben und Joe hatte ihn verraten – was sehr unwahrscheinlich war – oder nach Joes Tod hatten sie bei ihm etwas gefunden, was auf ihn hindeutete. Die Frau war ja nicht allein und nur ein Rädchen im Getriebe.
Wahrscheinlicher war, daß es der Konkurrenz – die zwei, drei Gegenspieler, die Joe Black noch hatte – gelungen war, außer ihr, noch einen Maulwurf in Joes Nähe zu plazieren.
Sicher hatten sie ein hohes Tier in seiner Firma einfach umgedreht. Die Bereitschaft die Seiten zu wechseln, erforderte nur eine gewisse Summe. Jeder Mensch hatte seinen Preis.
Joe Black hatte den seinen gekannt, so wie den von vielen anderen. Sei es, wie es sei.
Er mußte sich jetzt der jungen Frau widmen. Sie wollte etwas von ihm, also würde sie auf ihn zugehen. Er wußte auch, wo und wann sie geplant hatte, ihm rein zufällig über den Weg zu laufen – das lag auf der Hand – und er würde ihr den Gefallen tun und dort zu erscheinen.
Er mußte wissen, wieviel sie wußte. Von ihm, von den Dokumenten und seinem daraus resultierenden Marktwert. Sie würde mitspielen und versuchen, ihn zu kaufen.
Sie war allein hier – dessen war er sich sicher. Zu Zweit wären sie diese Nacht hier eingedrungen und hätten die Sache mit Waffengewalt geklärt, allein hätte sie kaum eine Chance gehabt, dies erfolgreich zu tun. Er selbst war immer unbewaffnet und ob die M. eine Waffe in der Wohnung verbarg, wußte er nicht. Aber er wußte, daß niemand so einen Überfall alleine wagen würde. Die, die es taten, gingen ein zu hohes Risiko ein.

In der Küche tranken sie ihren Kaffee schweigend und rauchten zu viel. Sie fühlten sich wohl. So, still, einander genügend.
Ihm fiel es schwer, jetzt zu gehen. Es war fast Mittag und die Kleine wartete auf ihn. Er hätte hier bleiben und auf seine innere Stimme hören sollen. Setz alles was du hast auf die M., schrie sie. So eine Chance bekommst du nie wieder!
Aber so schnell konnte er nicht aus seiner Haut heraus und er handelte nach seinen fest eingebrannten Verhaltensmustern. Diese ließen ihm keine Wahl.
Er verabschiedete sich mit dem Hinweis auf seinen normalen Job. Von irgendwas mußte er ja offiziell leben. Sie war sich sicher, daß er wieder kommen würde, ließ den Pernod im Kühlschrank und griff zum Telefon. Sie brauchte dringend Verbündete.

Der McDonald’s neben seinem Schnapsladen war weit unter ihrer Würde. Sie kam sich wie ein Fremdkörper darin vor. Diese Unterschicht an Schulschwänzern, Trinkern und sich langweilenden Hausfrauen war ihr zuwider.
Zu allem Überfluß mußte sie einen von diesen pappigen Hamburgern essen, die hier angeboten wurden, um nicht aufzufallen. Es war unglaublich, was sich manche Menschen antaten, nur um nicht zu Hause alleine Essen zu müssen.
Als ihr Streetworker wie vermutet eintrat, mußte sie beinahe laut lachen. Nichts von dieser mit Jeans, Kapuzenshirt und Laptop bewaffneten Person ließ einen Rückschluß auf den attraktiven, mit Schlips und Anzug gut gekleideten Mann zu, den sie Joker nannte und den sie gestern angefahren hatte. Es war frappierend, wie er die Rollen wechseln konnte.
Offiziell arbeitete er für eine Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, kriminelle Jugendliche und solche die es werden wollten, zu betreuen. Das Gehalt war so erbärmlich, das er nebenbei freiberuflich als Lektor für einen Fachbuchverlag arbeiten mußte. Das war clever eingefädelt.
Tagsüber konnte er sich frei bewegen und Auskünfte einholen, ohne daß dies auffiel. So getarnt konnte er sich überall sehen lassen. Abends zog er in Schlips und Kragen als Verlagsmitarbeiter seine Kreise enger. Dort traf er die Leute, die ihn tagsüber übersahen.
Sie hatte Glück. Der einzige Tisch, der nicht vom Geschmeiß vollständig eingenommen war, war ihrer, so daß er sich zu ihr setzen mußte.

Nach dem zweiten Telefonat klingelte es überraschend an ihrer Tür. Sie ließ die beiden Bullen von gestern ein.
»Kennen sie diese Frau?« Die zwei Polizisten kamen ohne Umschweife zur Sache und hielten ihr ein Photo entgegen. Aufgenommen wurde es von einer Überwachungskamera in einer Tiefgarage. Die Aufnahme war gestochen scharf, wie man es kaum von einer gewöhnlichen Videokamera erwarten konnte. Aber die Tiefgarage war auch nicht gewöhnlich. Es mußte Joe Blacks Garage sein, da wurde nur die teuerste und beste Technik installiert.
»Nein, sollte ich ...?«
Der eine Beamte verstaute das Bild wieder und der andere schüttelte leicht den Kopf. »Nein, aber es hätte ja sein können.«
Sie wanden sich zum Gehen. »Danke, das war es schon.« Der Polizist mit dem Bild hielt kurz inne.
»Hatte ihr Mann Feinde?« Diese Frage erheiterte sie dermaßen, daß sie sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Der andere Polizist winkte ab und beide wünschten ihr noch einen guten Tag.
Sie brannte sich eine Zigarette an und ihre Schritte führten sie in die Küche vor den Kühlschrank. Davor bremste sie sich ab, und ihr Blick suchte das einzige Schwarz/weiß Bild an ihrer Pinnwand. Sie nahm es ab und legte es hoch, auf den Küchenschrank zu Goethes Hexeneinmaleins.


Sopor Aeternus & The Ensemble Of Shadows
»A Strange Thing To Say« (»A Strange Thing To Say«, 2011)

05.11.2011

Volbeat!

Dresden, Messehalle #1, draußen kalt, innen heiß.

Vorband Clutch, Maryland, USA. Heiter bis wolkig. Die Herren spielen irgendeinen Crossover-Bastard aus Southern/Stoner Rock, ein bisschen Metal und das alles klingt sehr, sehr Neunziger. Der Sänger tobt rum wie ein Eichhörnchen mit ner frischen Duracell, aber seine Stimme strengt irgendwie an. Letztenendes wackelt die Bude trotzdem und das Highlight kommt natürlich zum Schluss und klingt wie folgt...


Clutch »Electric Worry« (»From Beale Street to Oblivion«, 2007)

Später Volbeat, København, Dänemark. Durchgehend sonnig.



Früher, als nehmen wir mal an bei den Scorpions oder so, hielten die Leute ihre Feuerzeuge hoch, was gut aussah, aber für die Frisur des Vordermannes nicht ungefährlich war. Heute reißen alle ihre iPhones in die Luft, was ungefährlich ist, aber scheisse aussieht. Andererseits, sonst hätten wir jetzt kein wackeliges LoFiVideo des Vorabends zur Verfügung. ;o)

Selber keine Aufnahmetechnik dabei gehabt, ergo keine Bilder.


»I Only Wanne Be With You«, von Profis gefilmt und mit mehr Leuten... ;o)

Insgesamt: großes Ballett!!

26.10.2011

Bay Area Witch Thrash


Ziehen Sie sich Castle aus den United States of A. rein!

Cremige Rockmusik mit lieblichen, weiblichen Vocals und Schafen auf dem Plattencover. Das kann unmöglich verkehrt sein!


Castle »Total Betrayal« (»In Witch Order«, 2011)

30.07.2011

Surfin´ USA

Nun geht unser Verteidigungsminister a. D. also samt blonder Gattin, die fast so was wie RTL2-prominent war, in die US of A. Schnauze voll von Deutschland, Auszeit ist das Stichwort.

Früher trieben die Bäuerlein unangenehme Zeitgenossen mit der Mistgabel aus dem Dorf, Karltheokuttenzwerg geht selbstredend von selbst. Ins Land der begrenzten Unmöglichkeiten. Ein Buch will er da schreiben. Hoffentlich fallen ihm da selbst ein paar Zeilen ein, nicht, dass er wieder abschreiben muss. Aber so schlecht ist die Idee sicher nicht, denn in Zeiten wo Namen wie Sarrazin die Bestsellerlisten dominieren, ist fruchtbarer Boden für Schundliteratur zur Genüge vorhanden. Über was wird er schreiben? Seine abgefahrensten Konzerterlebnisse, die Wirtschaft oder ein selbstillustriertes CSU-Kamasutra? Man darf gespannt sein.

Irgendwann, jede Wette, steht er gut frisiert wieder auf der Matte. Ist ja nicht so, das seine Partei mit großem Personal gesegnet wäre, und wird uns wieder mit seiner Person erfreuen. Nun soll er aber erst mal den Bleistift rotieren lassen, damit wir die Zeit bis zu seiner Rückkehr mit ansprechender Literatur überbrücken können.

In diesem Sinne: Winke, winke, Raketentheo!


Cat Rapes Dog »Where The F**k Are You« (»The Banzai Beats«, 1991)

PS: Der Schenkelklopfer dieses Wochenendes stand auch beizeiten fest: danke Wolfsburg! ;o)

10.06.2011

Raketentheo, EHEC vs. Gitte: 0:1

Was für ein Tag! War einer der Bekloppten, der sich in einen der ungezählten Wochenendstaus einreihte und so auf magische Weise ein Teil des Ganzen war, so was wie beim jüngst verdunsteten Kirchentag, nur mit Rädern unten dran.

Da hat man Zeit, mal Radio zu hören, nicht nur um zu wissen, wo man gerade vermutlich wie lange steht, nein, mal so richtig volle Möhre mit Phil Collins und so, sprichwörtlich das volle Programm. Da hört man dann auch Nachrichten, sensationelle und spektakuläre, drunter machen wir´s ja nicht.

War nicht die allererste EHEC-Meldung, dass da irgendwelche Rinderkotspuren drin vorkamen? War mir damals schon eine suspekte These, denn, mal ehrlich, wer lässt ne Kuh auf ne Gurke Berg machen, oder gar noch schlimmer, siewissenschon...
Nun sind es also Sprossen! Ich werde schleunigst zum vietnamesischstämmigen Grundversorger eilen, um ihm meine Solidarität zu versichern, am besten durch Kauf eines Pfannengerichts mit Sprossen (gedünstet, versteht sich, man hängt ja doch irgendwie an seinem scheiss bisschen Leben). So ein mieser Versuch aber auch, die Verfehlungen der Lebensmittelindustrie auf liebgewonnene Produkte abzuwälzen. Meine leckerste Roulade aß ich während der BSE-Hysterie, den besten Broiler, während der vielgelobten Geflügelseuche. Nun also keine Sprossen mehr, oder lieber gar kein Gemüse? Denn man weiß mittlerweile, was heute als rehabilitiert gilt, ist morgen generalverdächtig für sämtliches Elend auf der Welt! Rüdiger, bitte leg die Gurke weg, und iss kein Fleich, da ist vielleicht EHEC oder ADAC dran, trink lieber einen Schnaps, der wurde wenigstens erhitzt!

Fällt mir ein alter Kalauer von Olaf Böhme ein: Läuft dir der Honig von der Schnitte - lass ihn laufen, danke, bitte!

Und dann noch Raketentheo! [Nachrichtenhörenfetzt!] Einem political sabbatical sieht sich der letzte Frisurenrocknroller ausgesetzt, yehaw, amen, ahoi! Eine Auszeit braucht er. Hat der im Stau gestanden, oder ich? Egal. Während meine Wenigkeit sich damit zufriedengibt, bei einem lauwarmen Getränk und einer amtlichen Dröhnung Gitte ein bisschen blöde rumzubloggen, braucht Mister Ex-Germanysnextkanzlerkandidat eine Auszeit, wahrscheinlich in den US of A. Was macht er dort? So was wie Joschka, also ne Art Gastvorleser, fängt seine Ex-Germanysnextkanzlerkandidatgattin dann in Texas Internetperverslinge, oder macht er sein Republikanerdiplom (er weiß ja, wie so was geht) und stürzt Bernde Obama vom Sockel? Mannnnnnnoman, ist das spannend.

Da freue ich mich, weder EHEC, noch THEO, sondern GITTE zu haben...


Gitte »ch will `nen Cowboy als Mann« (gleichnamige Single, 1963)

Nun lese ich gerade noch einen kurzen Artikel bei SZ-online zum gerade angelaufenen WGT. Da wird die Veranstaltung zum düsteren Spektakel erklärt. Düster, haha! Wollen die mal was wirklich düsteres erleben? Sollten sie sich mal im Stau die Nachrichten anhören! Oder Lutz Jahoda von der Seite angucken... ;o)

07.06.2011

Mal ne Mille ham

...eine abgefahrene Vorstellung.
Und den Milliardär, der seine erste Million also vertausendfachen konnte, soll es gelegentlich auch geben, man hat schonmal, irgendwie mythisch umwoben, von solchen Gestalten gehört. Tausend mal eine Million auf Tasche! Tausend mal eine million$, macht in den US of A übrigens keine milliard$, sondern eine Billion Dollars, immer wieder ein gern übersehenes verwirrendes Detail.
Nun, vertausendfachen wir also diese Billion Dollar weiter (wir erinnern uns, für jede dieser zu vertausendfachenden Billion$(=Milliarde) müssen erstmal wieder jeweils eintausend Millionen eingefahren werden) kommen wir in die unvorstellbaren Bereiche der amerikanischen trillion$, was zur Verwirrung der hiesigen Billion entspricht.
Mehr als 14 solcher Billionen bzw. trillion$ müssen sich die Amis nun pumpen, um ihre Staatsausgaben tätigen zu können. Die erste Million vertausendfachen und die alle dann vertausendfachen, und das ganze dann nur noch 14 mal, dazu ein paar Zerquetschte, naja Gottchen.
Logischweise abstrahiert man derartige Werte, je mehr Nullen rechts dazukommen, und stellt sie relativierend in einen großen volkswirtschaftlichen oder gesamtstaatlichen Kontext, man spricht auch locker vom allgemeinen Phänomen der Schulden. Derartiges Geld, das offenbar problemlos in Massen hin und her-transferiert wird: Kredite, Firmenkäufe, Abfindungen, Zinsen, irgendwie scheint das kein richtiges Geld zu sein.
Die Yes-We-Can-Firma sieht sich aber nun langsam doch gezwungen, ihre Staatsausgaben zu reduzieren, ihre selbstgezogene Schuldengrenze war da nur so eine Art Erinnerung im Handy, für den Fall daß man vergessen sollte ab und zu auf die Zahlen zu gucken.
Reduziert man also die Staatsausgaben, nützt ja nichts.
Und an genau diesem Punkt wird aus unserem medial-flockigen und irgendwie weltfremden Geldbatzen echtes Geld! Echte Dollars, echte Scheine, jeder einzelne genauso grün und abgegriffen wie als hätte man ihn direkt aus dem Sack mit den 14 Billionen gezogen. Damit kann man *echte* Güter, Fressalien, Arbeitskraft, Subventionen, Bürokraten, Programme,... bezahlen. Man kann dafür sorgen daß sich die Leute billig die überdimensionierten Autos mit lächerlich mitteralterlich spritsaugend-röhrenden 4-Liter-Motoren volltanken, Klimaanlagen auf ihren mehrjährigen Dauerbetrieb testen, die vertraglichen Pflichten im Rating-PR-Marketing-Consultant-Bank-Money-Stock-Karusell begleichen, undundund.
Da ist es nur billig zu erwähnen, daß die staatlich gestützten medizinischen Sozialversicherungen MediCare und MedicAid zur Diskussion um Ausgabensenkungen stehen.
In diese, verglichen mit unserer "Welfare" nur als Pseudo-Krankenkassen zu bezeichnenden Programme, kommt man auch als verleichsweise Bedürftiger nur schwer, im Falle von MediCare wird man wohl früher oder später an den Schulden wegen der Selbstbeteiligung ersticken.

Zugegeben, hypothetische Theatralik, aber an dieser Stelle lassen sich 14 trillions-of-$ recht wirkungsvoll wieder de-abstrahieren, nämlich in die Tasche irgendeiner armen Suppe, die sich überlegen muss von der gekürzten Kohle nun was zu fressen oder ein Medikament zu kaufen, um nicht die ganze Woche kotzend über dem Klo zu hängen.

Ouh yes you can, you muss nur wollen, und gut funktionieren!

07.05.2011

Osamakaputt

Wie kann man sich das eigentlich vorstellen, wenn der meistgesuchteste Mann der Welt ingoknito lebt? Hat der da ne andere Kopfbedeckung und vielleicht nen anderen Bart? Schnurrbärte sollen ja wieder in sein. George Clooney und Brad Pitt tragen welche, stand in der Gala.

Immer mal zum Arzt gehen hilft auf diesem Gebiet weiter. Also nicht für den Bartwuchs, den hat man, oder nicht, sondern um zu wissen, was so in oder out ist, in der prominenten Welt. Gala, Bunte, natrürlich alle von vor einem Vierteljahr, dafür aber gratis - und wenn man Glück hat sogar eine Ausgabe des National Geographic. Man soll ja beizeiten und vor allem öfter mal zum Arzt gehen, Vorsorge gegen alles mögliche, aber ist man einmal dort, Darmspiegelung hin oder her, freut man sich doch über die ganzen Zeitschriften. Da kann man dann z. B. mal im Netz damit glänzen, zu wissen, dass Schnauzbärte im Jahre 5 nach Wolfgang Petry wieder der Bringer sind, was uns wieder auf olle Osama bringt.


Dieser wohnte da also relativ unbemerkt. Wenn schon nicht die CIA, warum wusste dann nichtmal der sorbische Geheimdienst bescheid? Vielleicht weil ihn seine Nachbarn einfach nicht verpfiffen haben. Vielleicht haben die einen anderen Umgang untereinander, nicht wie hier in Deutschland, wo gleich drei Gardinen wackeln, wenn man etwas schräger einparkt, als es der Hausmeister erlaubt. Womöglich war bin Laden also gar nicht verkleidet, oder entbärtet und man begegnete ihm ganz lässig auf dem Basar. »Moin Osama, geht´s gut?« »Muss ja, verfluchte Amis, sitzen mir im Nacken... und selbst?« »Prima! Schalke gesehen? Schöner Mist!« »Nu ja, kann ja keinen Fernseher haben, die überwachen ja alles, aber der Schwager hat Sky...«

Nun haben sie ihn also erlegt. War Guido Knopp auch vor Ort? Immerhin waren Traudl Junge, Geli Raubal und Eva Braun es Wert, »Hitlers Frauen« als mehrteilige Doku zu veröffentlichen. Hitler, wurde ja seinerzeit auch zum meistgesuchtesten Mann der Welt gekürt, wikt da fast bescheiden bis arm. Wieviele Teile könnte man da über »Osamas Frauen« drehen, Herr Knopp? Unglaublich, das ZDF stellt ein Jahr lang jede Woche eine Frau des großen Terrorfürsten vor, anmoderiert von Guido Knopp. Booah! Wahnsinnsidee, ich muß mal kurz anrufen... Hören wir uns inzwischen was zum Thema an.


J. B. O. »Osama« (»Head Bang Boing«, 2007)

Dann also der Zugriff... Das kann ich mir so was von bildlich vorstellen. Hab doch nicht alle »24«-Staffeln umsonst zwei mal gesehen! Da seh ich mich fast selbst vor Osamas Mauer, gebe dem Mann neben mir ein Fingerzeichen zwischen Stinkefinger und Baseballwurfcode, brülle die anderen Navy Seals erstmal an und wenn ich erst mal drin bin (wichtiger Satz »Ich geh´ jetzt rein«, kommt auch gut an jeder Supermarkttür o. ä.), dann gibts richtig böse was auf die Mappe. Wo der Killerspielspieler in mir zum Zuge käme. Den Finger am Scrollrad, choose your weapon, das größtmögliche ausgewählt, wenn man bei so was draufgeht, kommt man im Spiel ja an zufälliger Stelle wieder, im echten Leben bekommt die Familie eine Abfindung... und... KABOOM, osamakaputt. Rambazamba! Oder hatten die, wie damals im Spiel Worms, solche Sprengschafe?



Und wie geht man jetzt damit um? Wenn man nicht augenblicklich nackig durch den Regen saust und die amerikanische Hymne singt, Obama finden wir ja sowieso kritiklos gut, gerät man schnell in Verdacht, selbst ein Terrorist zu sein. Freut man sich aber dermaßen, finden das sensible Charaktere als pietätlos und einer christlich geprägten Gesellschaft unwürdig. Also guck ich für meinen Teil nur gezielt bedröppelt, wenn die Sprache auf das Thema kommt und wechsele dann zügigst das Thema. »Was halten Sie von der bin Laden-Sache?« »Ja, öhm, nein, der Terror... Und selbt, Schalke gesehen? Schöner Mist!« Da ist man fein raus.

Abschließend fällt mir da ein gravierender Fehler in meiner Gefühlslagenverarbeitung auf. Osama bin Laden verstarb zwei Tage vor dem Schalke-Rückspiel. Ironie, Zufall, Absicht? Wir werden es nie erfahren.