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06.01.2015

Verpisst euch!

Schön wäre: Der 13. Februar diesen Jahres fiele auf einen Montag und Hansa Rostock wäre zu Gast bei der ruhmreichen SGD. Und alle Freunde des gewaltsamen Fussballs würden anschließend auf Pegida und deren Gegendemonstrationen treffen. Satan steh uns bei! Aber nein - man kann nicht alles haben - der 13. fällt auf den Freitag (huaaaar!) - und die Schwarzgelben spielen in dieser Woche wahrscheinlich auswärts. Da haben wir in Dresden nämlich so was von Demonstrationstradition (und interessant wäre dazu noch die Meinung von Xavier Naidoo, aber das ist ein anderes Kapitel)!

Eigentlich wollte ich ja nichts drüber schreiben, aber wie das so ist mit den guten Vorsätzen. Da sind gestern also mal wieder DresdenerInnen in fünfstelliger Stärke durch die ohnehin schon geschundene Heimatstadt (bis auf die Zugereisten natürlich, die würden sich vielleicht hüten, ihre eigenen Heimatorte zu besudeln) gesaust, um Kreuze in den Nieselregen zu recken und die Islamisierung ihres Abendlandes aufzuhalten. Ganz persönliche Empfindung: Fußnägelhochrollen vs. Fremdschämen, wenn dann deutsche Medien nach Gründen dafür suchen, diese vielleicht auch finden, die Bibelwerfer trotzdem demonstrieren, weil sie ja wissen: Lügenpresse.

Auf der anderen Seite: andere Abendländler, die es besser wissen, zum Teil Bärte vor sich her schieben, die ihnen automatisch recht geben (notfalls auch zugereist). Wie auch immer... Ist es das, wofür die Menschen 1989 auf die Straße gingen (Gottesstaat im Gottestaat)? Ich persönlich wollte das erst nicht glauben, aber wahrscheinlich ist es so. Auch wenn Ende des Jahres hoffentlcih kaum ein Mensch mehr über diese Bewegung sprechen wird: Das ist arm. Ganz dolle arm. Möge der Blitz euch alle beim Scheißen treffen!

Octaschämtsichdresdenerzusein. ;o)

Behemoth »Christians To The Lions« (»Thelema.6«, 2000)

22.10.2011

Unsterblich/Immortal

Bug´s Hosentaschenwörterbuch DEU-ENG/ENG-DEU, Seite 4: Immortal=Unsterblich.

Da berichtet die Sächsische Zeitung (lesen wir hier) über eine Art Flashmob im schönen Stolpen. Es marschieren in schwarzen Klamotten, mit weißen Masken, 150 Leute durch den Ort mit der berühmten Burg. Fackellicht, hier und da ein Sprechchor, freilich gut angebräunt, das ganze mitgefilmt, mit ein bisschen düsterem Soundtrack unterlegt - heute basteln wir uns einen Aufreger...



Da laufen sie nun, die selbsternannten Unsterblichen. Die Bevölkerung (immerhin ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für seine schwarze, mit braunen Ausschlägen gewürzte Wahlmentalität bekannt) schwer erstaunt über derartige Umtriebe. Nicht, dass solcherlei Mummenschanz vor dieser Art politischer Beweggründe begrüßenswert sei, aber es verwundert dann doch, dass es jemanden verwundert. Bei aller Liebe, warum setzt sich Rechts eine Maske auf? Weil sich Links auch ein Tuch um die Kapuze bindet, bevor die Mülltonne brennt, weil der Dynamo-Schal vors Antlitz geschoben wird, wenn demnächst nach dem verlorenen Pokalspiel gegen Dortmund die Raststätten gen Dresden zur Sau gemacht werden - man will einfach nicht erkannt werden. Das nähme der Sache den Zauber und würde manchen zur Zurückhaltung bewegen.

Ich hoffe, man versteht mich nicht falsch, wer diesen Blog allgemein, oder mich persönlich kennt, weiß, wo der Hase lang läuft (bzw. Bartel den Most her holt, der Frosch die Locken hat, oder sonstwas), aber dieser pseudoschockierte Aufschrei wirkt doch noch lächerlicher, als die Aktion an sich. Zumindest für meinen bescheidenen Geschmack. Demokratie ist immerhin, wenn alle mitmachen, aber trotzdem keiner zuhört.

Nun finde ich gerade nicht die passenden Worte, meine erste Assoziation auszudrücken. Kurz gefasst war es so: Unsterblich=Immortal, Masken=Immortal, Feuer=Immortal (»Diabolical Fullmoon Mysticism«-Cover!), Stolpen=Blashyrkh, oder so... ergo:


Immortal »One By One« (»The Seventh Day Of Blashyrkh« DVD, 2010)

Natürlich haben wir das vorhin gleich ausdiskutiert und der enspannteste aller Freizeitphilosphen hat auch eine Meinung dazu...


In diesem Sinne, nicht erschrecken, wenns um die Ecke flackert. Erst mal gucken, welche Farbe die Gesichtsbedeckung wirklich hat! <;o) Könnte ja auch eine Demo für oder gegenwas anderes sein...

22.09.2011

Frontpost IV

Momentan spricht der Ratzepapst live im Bundestag. Jürgen Trittin ist scheinbar eingeschlafen, aber immerhin konnte der Pontifex schon Lacher und Beifall erzeugen. Da wähnt man sich bei einer Comedyveranstaltung! Auch bildlich: Da steht ein alter Mann im Bademantel mit Antennenmütze vor der politischen Creme Deutschlands und wirft mit biblischen Gleichnissen zum Tagesgeschehen um sich und alle freuen sich.

Jaaa, jetzt, 17:09 unserer Zeit: Standing Ovations!!! (Christian Ströbele verließ den Saal leider vorzeitig. Gelebte Demokratie trifft antikatholisches Egopetting.) Wie bewegend, hach!

Außer dieser tränenrührenden Aktion gab es heute einen fulminanten Fussmarsch (lupenreine Zweimannantipapstdemo!) durch die Wesermetropole Bremen. Inklusive Steintorviertel, Ostertor, Innenstadt nochmal kreuz und quer, Friedhofsbesuch und einem wunderschönen Spaziergang am Werdersee. Abgesehen von zwei Schauern bei absolutem Sportmützenwetter. So lässt sich das aushalten...

Werdersee und Weserstadion

Wo ist eigentlich unser Stani, wenn selbst Kurt Beck die durchlauchte, faltige Hand schüttelt? Hat der sorbische Geheimdienst was dagegen? Fiel mir nur gerade auf, so unter böhmisch katholischen Brüdern... ;o)

Was auffällt, mag banal oder kulturfern wirken, ist, dass es hier im Gegensatz zu Dresden nicht aller paar Meter einen Supermarkt gibt. Hier und da ein Rewe oder Edeka, aber bei weitem nicht die perverse Lidl/Netto-Dichte, die man aus der Heimat kennt.

Wie auch immer, spätestens heute erlaube ich mir festzustellen, dass Bremen definitiv zu den schönsten, weil gemütlich und sehr grün, Städten Deutschlands zählt. Amen! ;o)


Inkubus Sukkubus »Jägermeister« (»The Beast With Two Backs«, 2004)

Preiset den Herrn! ;o)

23.06.2011

Sammeln sie was? Ja Briefmarken und Bierdeckel, und sie? Auch, ja, also... Daten und Klagen!

Was nutzt der beste Datenschutz, wenn er nicht vor Daten schützt?

Dachten sich auch Ermittler, welche mit der Klärung möglicher Straftaten während der Demonstrationen, Gegendemonstrationen und Demonstrationen gegen beide für oder gegen die unschöne Bombardierung Dresdens durch unsere angloamerikanischen Freunde, beauftragt wurden. Das Flugwesen, es entwickelt sich, wußte schon Grigori Kossonossow. Kann man halten wie man will, wir haben ja Demokratie oder so was. Ich schweife ab...

Nun also wurden gleichmal großflächig Handydaten angefordert und teilweise ausgewertet. Das ist natürlich manchem nicht recht. Was da alles ans Licht kommen kann...

[Moment, ich bekomme gerade eine SMS: Warst du schon mit Blondie draussen? Eva.]

Nun wird geklagt gegen Methoden, bei deren bloßer technischer Möglichkeit der Genosse Erich Mielke vor Neid in der Kiste rotiert, was die Anwälte hergeben. Alles gut und schön, sollnse mal. Öffentliche Sicherheit vs. paranoider Zwang alles kontrollieren zu müssen unter dem Deckmäntelchen die öffentliche Sicherheit nicht gefährden zu wollen.

[Antwort:
Nein, gleich, muss nur noch Blog tippen. A.]

Was mich, wenn schon alle tollen technischen Raffinessen vorhanden sind, mal wieder verwundert, ist, dass es so schwer sein kann ein paar Hirnis aus einem Fussballstadion zu erkennen, einzukassieren und sie gerichtlich dazu zu bewegen sich brüderlich durch die 25000 Euro Strafe, welche der ruhmreichen SGD für Ausschreitungen vor allem während des Relegationsspiels aufgebrummt wurden, zu teilen. Im Zeitalter von HD-Fernsehen, erkennt man die Jungs ja praktisch am heimischen Fernseher bestens, oder filmt die Polente im Stadion vielleicht noch auf Super 8? Dass das so schwer sein soll... Aber da liegen die Prioritäten anders, da ist man nicht so übersensibel wie beim Thema 13. Februar.

Fragt man sich, wem der Datenschutz unter welchen Umständen den größten Nutzen bringt. Und dass ich irgendwann mal technische Raffinesse und Dynamo Dresden in einem Absatz nebeneinander erwähne, hätte ich auch nicht geglaubt, aber ich bemerkte es gerade. ;o)

PS: Außerdem gehört mehrstimmig, weiblich vorgetragenen finnischen Texten der Weltkulturerbeorden umgehängt! ;o)


Punk Lurex O. K. »Viisisataa Päivää« (»Veljet, Siskot! «, 1995)

15.02.2010

Wochenende vorbei

Demokratie heißt sicher, dass man demonstrieren kann. Manche müssen das aber offenbar, aus irgendeinem Antrieb heraus. Ginge es nicht auch, dass jeder seiner Wege geht (war ja schönes Wetter, Schnee lag, Ski und Rodel gut im Umland)? Dann gäbe es keine Demo, keine Gegendemo und die Kommune (oder das Land?) müsste nicht sagen: Los Leute, wir geben mal ein paar tausend Polizisten aus!

Seltsam, seltsam... Oder alles nur um das Helma mal wieder im TV zu sehen? Und warum wird immer was angezündet (Menschenkette mit Lichtlein/Mülltonnen/Autos - CO2, Leute!)?


So sieht Entspannung aus!