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29.01.2018

31.10.2017

Bier her, oder Saures! ;o)



So, liebe Kinderlein, der Onkel Octa wünscht euch ein oberfinsteres Halloween! ;o)

Jyrki 69 »Last Halloween« (»Helsinki Vampire«, 2017)

28.10.2015

Do Not Disturb

Als erstes lief »Do Not Disturb« (zusätzlicher Titel »Pray For Death«) unter dem Originaltitel »New Terminal Hotel« im Jahre 2010. Dann wurde er, bedingt durch Erfolglosigkeit, vom Regisseur um eine knappe Viertelstunde auf 85 Minuten geschnitten und im Jahre 2013 (auch im englischen mit neuem Titel) wieder veröffentlicht. Es lebe die Kunst! Außerdem handelt es sich um einen der letzten Auftritte des 2010 aufgrund jahrelanger Drogenabhängigkeit verstorbenen Corey Haim als Schauspieler.

Hauptakteur ist ein ehemaliger Drehbuchautor, welcher Hollywood den Rücken zugewandt hat und seitdem im New Terminal Hotel vor sich hin vegetiert und hier und da ein paar Skripte verfasst. Um seiner neuesten Idee, einem Plot über einen Serienkiller, zu mehr Recherche zu verhelfen, fängt der Maestro an, Leute zu massakrieren... Damit wäre das Gröbste umrissen...



Normalerweise wahrscheinlich im Horrorregal einsortiert, konsumiert man hier keinen reinen Horrorfilm, es gibt Thrilleranleihen, gewürzt mit drogiger Film Noir-Stimmung, nur eben in Farbe. Das Hauptproblem, welches der eigentlich pfiffigen Grundidee immer wieder die krummen Hände um die Gurgel drückt, ist die Zähigkeit, mit welcher der Stoff erzählt wird - und das in einer schon geschnittenenen Version. An den schauspielerischen Leistungen an sich liegt es nicht. Wie auch immer, kann man sich unter kulturhistorischen Aspekten reinpfeifen und schönreden, oder man läßt es eben... ;o)

Octapolis »Silencium« (2003)

06.02.2015

LoFi rules the world



Okay, sodann, und überhaupt... Die werten Zuschauer dieses Blogs sehen sich demnächst mit dem ein oder anderen niedrigauflösenden Miniaturfilmchens konfrontiert. Nicht zuletzt im Gedenken an den treuen Kameraden Til_o., welcher die Idee, das Netz mittels Lo-Fi-Videos zu sprengen mit äußerstem Interesse unterstützte, werden wir also ab sofort niedrigauflösende Videos von einer Überdendaumenlänge von einer Minute ins weltweite Netz wuchten. Wenn es dann irgendwann, in wahrscheinlich bartgrauen 66 Jahren 666 Videos sein sollten, ist eine DVD-Veröffentlichung im Rahmen irgendwelcher Kulturtage nicht ausgeschlossen.... ;o)



Sehen Sie heute also zwei Prototypen, erwarten Sie nichts und freuen Sie sich auf mehr! ;o)

Project Pitchfork »In The Year 2525« (»Dhyani«, 1994)

07.08.2014

MySpace am Arsch

Den ganz ausgeschlafenen unter Ihnen ist es vielleicht schon aufgefallen... rechterhand haben wir zwei Links weniger stehen. Die MySpace-Accounts sind gelöscht, das wurde aber auch Zeit. ;o)

Für Freunde des gepflegten LoFi-Genusses sind wir selbstverständlich weiterhin mit allen Projekten, die um den Channel666 rotieren bei allen gängigen Plattformen (z. B. Vimeo, YouTube, Soundcloud) vertreten.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! ;o)

Octapolis »Sailor´s Dance« (2012)

05.09.2013

Rübezahl - Die goldene Nuss, Teil 2

Kommen wir also zum zweiten (wer Teil 1 verpasst hat: klickklack!) und auch schon finalen Teil der Rübezahl-Geschichte. Kein längeres Vorwort, Rucksack auf und los! ;o)

Paradroid »Ruebezahl (Part 2)« (2013)

RÜBEZAHL - DIE GOLDENE NUSS (Teil 2)

Die Augen der Königin weiteten sich, ihr Gesicht verzog sich jedoch zu einer Fratze.

»Wo hast du es her? Wo hast du es her?», schrie sie den Knecht an. »Wooo?« Sie schien beim Anblick dieser kleinen Menge Gold vor Gier nach mehr jede Beherrschung zu verlieren. Der arme Knecht zitterte vor Furcht und erzählte ihr von der Begegnung mit dem seltsamen Alten, berichtete wahrheitsgetreu vom gemeinsamen Nachtlager. »Führ mich genau an die Stelle, wo Ihr die Nacht gewesen!«, forderte die Königin ihn auf. Kaum hatte sie dies befohlen spürte der Knecht die unangenehm bedrohlichen Spitzen der Hellebarden der königlichen Wachen an seinem Rücken, welche ihn wortlos zum Vorwärtslaufen drängten. »Schlimmer konnte es kaum noch kommen«, dachte er bei sich, und schritt voran, um die Königin zu besagter Lichtung zu führen.

»Nun, was glotzt Ihr so?«, rief die Königin ihren Untertanen zu. »Lasset mich allein!« Sie hatte das Gewand einer Bettlerin angelegt und wartete einige Zeit, bis Rübezahl erschien. Er nahm einen langen Zug aus seiner krummen Tabakpfeife, während er sie betrachtete und fragte: »Gute Frau, was tut Ihr allein im Wald? Der Tag geht zu Ende, hier draußen ist´s kalt und es gibt wilde Tiere!«.

Sie log: »Ich suche Gold für die Königin, finde aber keines, es ist kalt und ich habe nicht mehr viel Proviant!« Rübezahl, der wusste, dass man Menschen weniger trauen konnte als Tieren, erbot trotzdem seine Hilfe. »Nun, vielleicht kann ich Euch helfen. Aber ich bin alt, könntet Ihr also ein wenig Holz schlagen, um ein gemeinsames Nachtlager zu wärmen?« Die Königin, die in ihrem Leben noch nie schmutzige Hände hatte, überkam allein bei dem Gedanken an die körperliche Mühe pures Schaudern. So log sie siegessicher weiter: »Nun, Väterchen, ich bin zu müde, vielleicht könntet Ihr...« Da unterbrach sie Rübezahl: »Schon gut!«, sprach er und verschwand im tiefen Holz. Währenddessen ließ sich die Königin gut schmecken, was ihr der Leibkoch eingepackt hatte: Wein, Pastete und Obst.

Als der alte Berggeist zurückkehrte und mit seinem Stock Funken auf das Holz springen lies und dieses so entzündete, reichte sie ihm eine Nuss. »In meinem Beutel sind nur noch zwei Walnüsse. Nimm eine, es ist nicht viel, aber die andere brauche ich noch für den Hunger am Morgen.« Er nahm die angebotene Nuss. »Danke! Mehr brauche ich nicht.« Natürlich hatte Rübezahl, der zwischendurch die Gestalt eines Eichhörnchens angenommen hatte, alles beobachtet. Nun konnte er sicher sein, niemand anderen als die gierige und herzenskalte Königin vor sich zu haben. Bald, nachdem er sich ein letztes Pfeifchen für diesen Tag gestopft und geraucht hatte, schloss er die Augen und schlief. Darauf hatte die Königin, die ihre Augen nur zum Schein geschlossen hatte, nur gewartet. Sie durchsuchte die Taschen des Alten, fand aber kein Gold.

»Wo hat er´s nur, wo hat er´s nur?«, murmelte sie wutentbrannt vor sich hin. »Wo?«. Sie wurde immer zorniger und würgte schließlich den alten Mann im Schlaf, welcher darauf die Gestalt eines schwarzen Hundes annahm und ihr entwischte. Sie rannte ihm hinterher, sprang hier und da ins Leere. Als sie außer sich vor Wut und mit kaum genug Luft zum Weiteratmen innehielt, verwandelte sich der Berggeist zurück in seine ursprüngliche Gestalt. »Wer sich die Menschen zu Untertanen macht und von Gier getrieben wild umher läuft, der soll besser Wurzeln schlagen!«, rief er ihr zu und noch ehe die Königin etwas erwidern konnte, zeigte Rübezahl mit seinem Wanderstab auf sie, woraufhin sie sich in einen Baum verwandelte. Er hielt noch kurz inne, dann drehte er den Stab, nahm die Gestalt eines Raben an und entschwand in die Krone, die nun anstelle von Gold für alle Ewigkeiten aus Holz bestehen sollte.

Der Knecht heiratete kurz nach dem nie geklärten Verschwinden der Königin deren Tochter, welche nun die königliche Krone trug. Es gab freilich ein riesiges Fest, alle Menschen des Landes sangen, tanzten und tranken vor Freude über die frohe Kunde. Von alters her war es Brauch, dass das Brautpaar gemeinsam einen Stamm zersägt. Die kräftigsten Burschen wurden in den Wald geschickt und kehrten alsbald mit einem Nussbaum zurück, welchen sie geschlagen hatten. Unter den anfeuernden Rufen der Knechte und Mägde ließ das jungvermählte Paar das Sägeblatt durch das Holz gleiten. Als der Baum dann endlich in zwei Teile zerfiel, rollte aus dessen Krone eine einzelne Nuss hervor, welche sogleich zu Gold wurde.

Ein schwarzer Rabe, welcher von einem Dach aus alles beobachtet hatte, erhob sich darauf hin und flog in Richtung des Waldes, um sich dort eine weitere Pfeife zu stopfen.

- ENDE -


So war das also, liebe Kinderlein! ;o) Nochmal innigsten Dank an die mitstreitenden Lizzard, Paradroid und Til_o.! *ineinenhundverwandel* + *verschwindibus*

02.09.2013

Rübezahl - Die goldene Nuss, Teil 1

Vor einer ganzen Weile schon mal angekündigt und nun endlich in Sack und Tüten ist unser kleines Rübezahl-Projekt. Los geht es mit dem ersten Teil einer Sage, zusammen mit etwas Akustik (wurde beim Probelesen zeitlich angepasst, steht deshalb als eine Art Klanguntermalung gleich am Anfang, statt, wie gewohnt am Ende).

Natürlich gibt es, der Titel lässt es erahnen, noch eine Fortsetzung. Es sei allen Mitwirkenden gedankt, die da (einfach alphabetisch sortiert) Lizzard (erstickte Punkt und Komma beim Korrekturlesen), Paradroid (Klang bei Teil 2) und Til_o. (HörspielLPcover) heißen. Und natürlich allen, die es sich, oder ihren Lieben vorm Schlafengehen vorlesen. Und mir selbst für die bekloppte Idee. ;o)

Falls sich noch jemand fragt, warum wir das machen, wir wissen es selbst nicht, es gibt aber drei mögliche Antworten.
a) weil wir sonst nichts zu tun haben
b) weil wir im tiefsten Herzen Tschechen sind
oder c) weil Kunst nicht immer das ist, nach was sie aussieht.

So, nun aber los! ;o)

Octapolis »Ruebezahl (Part 1)« (2013)

RÜBEZAHL - DIE GOLDENE NUSS (Teil 1)

Vor langer Zeit im Riesengebirge, als es dort noch mehr Tiere als Menschen gab, hauste einst der Berggeist Rübezahl. Er war gefürchtet von Räubern, Dieben und anderem Gesindel, welche er bestrafte, aber geachtet von allen guten Menschen, denen er aus mancher Not geholfen.

»Wer seid Ihr?«, fragte der Berggeist einen zerschunden wirkenden Mann, welcher ihm begegnete, als er durch die Wälder zog, um Brennholz für die klirrend kalten Monate des Winters zu schlagen. Rübezahl hatte ihn nie zuvor gesehen, was ihn verwunderte, hatten doch im Laufe der Jahrhunderte die Wege ungezählter Wanderer aus aller Herren Länder die seinen gekreuzt und er konnte sich an jeden einzelnen erinnern.

»Ich bin ein Knecht der Königin«, erwiderte der Fremde. »Sie schickt mich in den Wald, nach Gold zu suchen.« Von der Königin hatte Rübezahl freilich schon viel gehört. Ihr eilte der Ruf voraus, eine gegenüber Untertanen ungerechte und gleichfalls gierige Frau zu sein. Rübezahl berichtete dem Knecht, dass es in dieser Gegend kein Gold gäbe, er müsste schon in die Berge hinauf. Ein gefährliches Unterfangen, denn so hoch oben lag bereits ein tiefer Schnee.

Dem Knecht schauderte es und Rübezahl, dem dies nicht entging, fragte: »Warum zittert Ihr?«, worauf der arme Mann erwiderte: »Nun, es ist so: Wer der Königin Gold bringt, dem gibt sie die Hand ihrer Tochter, doch findet man keines, so kostet´s den Kopf. Ich bin schon drei Tage und drei Nächte unterwegs, mein Proviant ist fast erschöpft...«. Der Berggeist betrachtete das verzweifelte Gesicht des Knechts und schlug vor: »Ihr scheint ein tüchtiger Gesell zu sein. Seht, ich bin ein alter, gebeugter Mann. So gehet in den Wald, wo Ihr etwas Holz schlagen könnt und teilt den Rest eures kargen Proviants mit mir. Ich will uns ein Nachtlager herrichten. Ihr sollt´s nicht bereuen.«. Der Knecht, ein einfacher, anständiger Mann, überlegte, während er das Unterholz schnitt: »Teile ich mit dem Alten, so ist Feuer und Mahl nur zur Hälfte mein, also sterbe ich morgen. Tu ich´s nicht, muss ich zurück zur Königin, sterbe ich auch. Ach, was soll´s, soll sich der Alte wärmen, das Essen wird schon reichen.« So zog er also eine Menge Holz, auf die kleine Lichtung, wo er Rübezahl getroffen hatte und staunte nicht schlecht, als der Alte, von dem er nicht ahnte, wer er war, durch Aufschlagen seines Wanderstabes einen Funken entzündete, welcher alsbald ein wohlig wärmendes Feuer entfachte. Er gab ihm also die Hälfte des Brotes und die Hälfte des kleinen Stückchens Trockenfleisch, welche in seinem Beutel verblieben waren. Als letztes zog er zwei Walnüsse, von denen er eine dem Alten anbot. Doch dieser sprach: »Diese, guter Mann, sollst du behalten, sie wird dir schon zum Glück verhelfen!«

Verwundert dachte der Knecht bei sich: »Was soll die Nuss mir Glück bringen, wenn ich doch morgen mein Leben beenden muss?« Aber die Anstrengungen des Tages und die Wärme des Feuers machten ihm die Lider schwer und ließen ihn alsbald in einen tiefen Schlaf ohne Träume sinken. Am nächsten Morgen erwachte er, als vom Feuer nichts mehr übrig war und dessen Wärme der feuchten Kälte der Nacht gewichen war. Sein alter Mantel war klamm geworden und er fror. Doch es blieb im nichts anderes übrig, er stand auf und suchte eine Weile, doch von dem Alten keine Spur. Wo war er? Alles half nichts, er würde zurück zur Königin müssen, um ihr zu erklären, dass er ohne Gold wiederkehrte. So machte er sich im Angesicht des nahenden Todes auf, um zurück zum Schloss zu gehen. Dabei dachte immer wieder an die Worte des seltsamen alten Mannes und entschloss sich, jetzt, da sein Glück komplett zerronnen schien, die letzte verbliebene Nuss als Henkersmahlzeit zu sich zu nehmen. Doch als er sie aus dem Beutel nahm, war er geblendet. Die Nuss war aus purem Gold!

»Wohlan!«, sprach er zu sich selbst, als er den Thronsaal der Herrscherin betrat, nicht begreifend, was vor sich ging, »ich will die goldene Nuss der Königin geben, so lässt sie mir vielleicht mein Leben.«

- TEIL 1 ENDE -

...zu Teil 2


13.08.2013

Du nimmst nichts mit



Im Westen Dresdens saß ein Kobold in einer Astgabel. Erkennungsmerkmale: Mütze, Gitarre. Krakelte, nein, performte so vor sich hin. Da kam der werte Kollege til_o. (ja, genau der, der Buntspecht und Eichelhäher beinahe am Geruch auseinander halten kann) zufällig mit der gesamten Wucht der ihm zur Verfügung stehenden digitalen Aufnahmetechnik vorbei und dokumentierte diese Erscheinung. Grund genug (abgesehen davon, dass der Plan, das Weltnetz zu überfüllen, immernoch erbarmungslos vorangetrieben wird), das Ganze anschließend zu verplingplongen! ;o)

Octapolis feat. Kobold »Du nimmst nichts mit« (2013) ;o)

30.11.2012

Rauschebart // Alt Liv

Nun ja, da es draussen gerade etwas ungemütlich ist, ereignen sich die Dinge eben drinnen. Wobei nicht immer sinnvolle Sachen rauskommen... ;o)

Octapolis »Rauschebart« (2012)

Ähnlich schön, nur anders, hehe, haben die Gorgoroth-Nachfolger um Gaahl und King ein neues Album in der Flinte und geben mit folgendem Video schon mal einen sehens- und hörenswerten Warnschuss ab. Wie schön! ;o)

God Seed »Alt Liv« (»I Begin«, 2012)

14.10.2012

Ghost March

Mithilfe diverser Friedhofsaufnahmen des Kamerajungtalents til_o. und einiger eigener LoFi-Videoschnipsel von diversen Grabstätten, konnte ich nun endlich meinen Teil zum Friedhofsvideoprojekt (wir erinnern uns, til_o. war vor Monden schon fertig [klickklack]) beisteuern. Wie gesagt, LoFi, ergo keine Farbe, große Pixel und es ruckelt natürlich gewaltig. ;o)

Und so sieht´s aus...


Octapolis & til_o. »Ghost March« (2012)

Vielen Dank für die Zusammenarbeit, mein finsterer Kamerad, es war mir ein Vergnügen - und allen anderen vielen Dank für die Aufmerksamkeit! ;o)

31.08.2012

ATTACK!

So, das wäre dann der dritte Eintrag für heute, denn während ich so Friedhofsbilder beäuge hat der liebe til_o. ein mächtiges Kunstwerk ins Netz gewuchtet, welches an dieser Stelle nicht vorenthalten werden soll. Die ursprüngliche Idee dahinter ist, das Netz mit LoFiVideos zu überfluten, oder so ähnlich... Auf jeden Fall gibt es was zu sehen (und hören).


Octapolis & til_o. »Attack!« (2012)

Und das tolle daran, man kann es quasi zwei mal verwenden. Einmal als Kurzfilm mit Soundtrack, oder auch als Video zum Smashhit. Was uns für arte und MTV gleichermaßen interessant machen dürfte! ;o)

Danksagung

Knabe O. mit Westbier und Knabe T. mit Gintonic (ohne Gin)

Gestern: Einladung zum Kulturstammtisch in Dresden West wahrgenommen. War schön, danke für die Gastfreundschaft und die Idee, den fehlenden Fotoapparat per detailgenauem Aquarell zu ersetzen.

Außerdem innigsten Dank an die Verkehrsbetriebe für das Nichtbetreiben einer 24h-Magnetschwebebahn Cotta-Striesen. Ihr Schnarchnasen... Polka!


Jindrich Staidel Combo »Cherny Piepmatz«

14.07.2012

Ne Tancovat

Keine Ahnung, was mich damals ritt, wahrscheinlich war es einfach der Drang, den Tonträgermarkt gehörig aufzumischen und Typen wie W. A. Mozart oder F. Farian locker flockig als Kollegen bezeichnen zu können. Wie auch immer und so weiter... Es entstand seinerzeit eine handgebrannte CD, nein - genauer eine EP - in so was von limitierter Auflage, nur ein paar handverlesene Leute haben ein Originalexemplar (und guckense nicht erst bei eBay, kann eh keiner bezahlen, wird sich aber auch sicher niemand für Geld davon trennen wollen, haha).

Wie auch immer, der Versuchung alles (inklusive des hochwertig, pisseimschneegelben Booklets) noch mal zu ändern konnte ich widerstehen. Stattdessen, wie das so ist mit mittelwertiger Volkskunst, stelle ich das Produkt »Ne Tancovat« (auf gut tschechisch: nicht tanzen) für ne Weile zum Download an den Rand dieses Blogs.

Kann man also runterladen, wen man auf das Bild rechterhand klickt. Oder hier: DOWNLOAD!

Und weil es so schön ist... noch mal was aus dem Rattenkampf-Fundus... auch wenn wir das schon hatten, aber das Sommerloch lebt von Wiederholungen... Diese Nachricht zerstört sich von selbst. ;o)


Octapolis & Til_o. »Joe Black (Remix #1)« (2011)

23.05.2012

Frog

Weil es immer noch so heiß ist (draussen) und die Gehirnwasserabsenkung (drinnen) offenbar in vollem Gang ist, noch ein kleines LoFiVideo. Und damit sich keiner beschwert, von wegen immer so ne verruckelte Friedhofskacke in schwarzweiß und so, heute was mit Enten... in Farbe!


Octapolis »Frog« (2012)

PS: Verwendete Sprachsamples aus »The Lost Boys 2«, Titel daher ausgeliehen beim ehrenwerten Onlinepfarrer Edgar Frog. ;o)

22.05.2012

Was?!

Warum bei dem schönen Wetter nicht ein wenig in der Bude rumhocken und das Netz mit LoFiVideos zumüllen (das eigentliche Videoprojekt schleift gerade etwas, aber Kunst braucht Zeit, hehe...)? Eben! ;o)


Octapolis »Was?« (2012)

03.04.2012

Channel666 @ R:K:O

Ein bisschen Werbung in eigener Sache und ein Querverweis zu R:K:O, der wohl überbordendsten Sammlung in Sachen C64-Remixes. Natürlich gibt es dort auch ein bisschen was vom Channel666 (keine Plattform, die wir nicht vermüllen würden!), sowie die SID-Originale.


Als da wären vom Kollegen Paradroid eine Version des Rob Hubbard-Klassikers »Lightforce« und eine weitere namens »Mind Control Part 1«, im Original von Trident. Seit vorgestern noch eine Version einer von Martin Galways »Arkanoid«-Melodien, verwurstet von Paradroids besser aussehendem Kollegen, hehe, alles als MP3 herunterlad- und millionenfach kopierbar (zum Download jeweils auf die Tracknamen klicken). Viel Spaß damit, wir hams schon drauf! ;o)


Octapolis »Arkanoid« (2002)

18.03.2012

rattenremix

Während meine Wenigkeit gerade ein bisschen Videomaterial für´s nächste LoFi-Projekt sichtet und Mitstreiter Til_o. seinerseits auch gerade Bilder zusammenfügt um sie anschließend vertont ins Netz zu wuchten, fiel mir gerade ein Teil unseres »Rattenkampf«-Soundtracks (unser Soundtrack wollte ich immer schon mal schreiben, das klingt ja wohl wuchtig, hehe!), bzw. dessen, was daraus noch werden sollte, in die Hand. Und wie es sich ergab, passte eines zum anderen, ergo kann ich einen Schnipsel präsentieren, bei dem Til_o. nicht nur ein Auge auf Grabflüchtlinge, sondern auch auf Gießkannen hat, dazu tönt ein Remix der Erkennungsmelodie des finsteren, aber toten Joe Black. ;o)

Viel Spaß damit & danke für die Aufmerksamkeit!



Octapolis & Til_o. »Joe Black (Remix #1)« (2012)

06.03.2012

Briesnitz, äußerer Friedhof

Nachdem wir bereits ein paar Bilder des inneren Briesnitzer Friedhofes an dieser Stelle hatten, schnippelte der liebe Til_o. (ja, genau: der Friedhofsromancier und beliebte Jungautor) den Ball volley, wie wir Tischtennisspieler zu sagen pflegen und postete seinerseits erstaunliches über den äußeren Friedhof zu Dresden Briesnitz. Ergo ping (also das nach ping und pong)!

Natürlich gibt es im Nachbarblog Farbfotos, hier nicht. Könnte was mit Reichtum oder Armut zu tun haben, liegt aber wie immer daran, dass der Kanal so unheimlich finster ist, huargh (dämonisches Auflachen)! ;o)

Auf besagtem Friedhof ist es auffällig, dass vieles in Säulenform dargestellt wird. Verschiedene Materialien treffen verschiedene Formen und Ausführungen, Hauptsache Säule.

Wenn jeder Gottesacker dem lieben Gott gehört hat, der Name legt das nahe, dann müsste, nach dem er gestorben ist (wir erinnern uns: Nietzsche, Gott ist tot), sein Sohn ja alles geerbt haben. Demnach sehen wir hier den größten Großgrundbesitzer des Planeten locker auf einem seiner Güter rumhängen?! Abgefahrener Typ!

Und noch was mit Säule.

Das ist natürlich nicht viel gegen das, was Til_o. vor die farbige Linse bekam. Ich bin mal so frei (natürlich unter Angabe des bakannten Meisters und der Drogerie, in der er seine Fotos entwickeln lässt, die aber wegen Insolvenz bald jede zweite Filiale schließen wird, wo er aber seit Erfindung der digitalen Fotografie nicht mehr hingeht usw... *fadenwiederaufnehm*), seine spektakuläre Aufnahme zu verlinken. Bitteschön:

Was sehen wir da links im Bild? Den Mönch mit der Peitsche? Den Drummer von Ghost? Die letzte der untoten Jungfrauen, die den Weg die Merbitzer Straße hinauf (ihr erinnert euch: als der innere Friedhof überfüllt war, kamen die Zombies aus ihren Grüften und zogen auf ihren neuen Friedhof!), nicht ganz schaffte, vom Bus mitgeschleift wurde und seitdem in Briesnitz umherspukt? Und kommt mir jetzt keiner mit Zigarettenqualm oder so einem Mist!


Octapolis »Ghost March (Short Version)« (2004)

05.12.2011

Rattenkampf, Kapitel 16 - FINALE

So, nun kommen wir also unweigerlich zum Ende. Vorab: Spaß hat es gemacht, aber irgendwie auch mehr Arbeit, als in anfänglicher Sektlaune vermutet. Schön, wenn es außer den Beteiligten noch irgendwem Freude gemacht hat dranzubleiben. Am Ende des Textes gibt es noch ein handgebasteltes Video mit chronologisch die Handlung erzählenden Bildern aus der digitalen Feder Til_o.s und ein bisschen elektronisches Gedöns dazu. Das haben wir allerdings nur ins Netz gestellt, um hinterher mit einem Multimedia-Projekt rumposen zukönnen, hehe...

Okay, dann ein letztes mal: LOS!


Octapolis & Til_o. »Joe Black« (2011)

Kapitel 16

Sie schoß sofort. Den Wagen, der genau vor der Haustür parkte, konnte sie durch das Treppenhaus sehen. Er gehörte nicht hierher und paßte auch nicht in das vornehme Viertel. Die Seitenscheibe war heruntergekurbelt. Das gab ihrer Ahnung Gewißheit, und sie zog ihren Revolver und steckte den Schalldämpfer auf.
Mitten zwischen die Augen getroffen, sackte er auf dem Beifahrersitz zusammen. Dort hatte er Stellung bezogen, um näher an der Haustür zu sein.
Sie setzte sich hinter das Lenkrad, drehte den Zündschlüssel um und fuhr langsam aus der Parklücke.
Im Radio hatte er einen Klassikkanal gewählt; sie brachten irgendetwas von Claude Debussy. Sie drehte die Musik lauter, bog um die Ecke und fuhr stadtauswärts. Ein zufälliger Beobachter mußte annehmen, daß der Wagen auf sie gewartet hätte, um sie abzuholen.

Ihre Kokainvorräte hätte er beinahe vergessen. Er schloß den Tresor noch einmal auf, und legte sie neben seinen Revolver. Hier drin waren sie vor der Polizei sicher.
Die Bullen würden den Safe hinter dem Bild an der Wand für bare Münze nehmen und so tun, als würden sie sich die Zähne daran ausbeißen. Den richtigen Tresor im Schreibtisch würden sie für nicht existent erklären.
Sie hatten kein Interesse daran, im Schmutz stinkreicher Wirtschaftsbosse zu wühlen. Sollten sie sich doch gegenseitig umbringen, ihnen war es recht. Direkt nachweisen konnte man ihnen in den meisten Fällen ohnehin nichts. Weder ihre Wirtschaftsverbrechen, noch einen Mord. Das Einzige, was die Bullen bedauerten, war die Tatsache, daß man sie nicht einfach mal so zusammenschlagen konnte, wie den Kleindealer von nebenan.
So ein wohlgefüllter geheimer Schrank ist der Fluch, der auf allen Staatsanwälten lastet. Ist er einmal offen, müssen sie ermitteln, und das jahrelang mit einem Personalaufwand, der jedes Gericht finanziell in die Knie zwingt, und mit dem Ergebnis, den Tresorbesitzern nur eine Steuerhinterziehung im vierstelligen Bereich nachweisen zu können. Wider besseren Wissens gingen sie ansonsten straffrei aus. Die Blamierte war die Justiz, die mit einem Millionenaufwand nur einen Strafzettel ausstellen durfte.
Der Tresor würde geschlossen bleiben. Wer ihn aus dem Nachlaß erwerben erwerben würde, wußte er nicht. Aber daß dieser nicht zu den Ärmsten gehörte, verstand sich von selbst. Der Schreibtisch besteht (bestand) aus verschiedenen Harthölzern, war kunstvoll gearbeitet und allein schon ein Vermögen wert.
Um den Tresor zerstörungsfrei öffnen zu können, bedurfte es eines Spezialisten, eines Haufens moderner Technik und damit wieder Unsummen an Geld) Wer viel Geld hat, hat aber auch viele Sorgen.
Er würde den Schreibtisch bald wiedersehen.

Draußen vor der Stadt bog sie rechts auf einen Feldweg, der mitten durch ein Maisfeld führte, ab. Von der Straße aus war der Wagen kaum zu sehen. Neben ihr lag zusammengesunken ein Greenhorn Ende 20. Sein Paß gab nicht viel her. Wie sie vermutet hatte, kam er aus den Staaten. Für seine Pistole hatte sie nur ein Kopfschütteln übrig.
Ein Schießprügel vom neuesten Modell. War der zweimal in den Dreck gefallen, gab es bei jedem zweiten Schuß eine Ladehemmung. Hochgeschwindigkeitspatronen und der Schalldämpfer waren schön blankpolierter Schrott. So klein und schmal, daß er nach dem vierten Schuß so heiß war, das man ihn nicht mehr anfassen konnte.
Die gesamte Waffe glitzerte wie ein Kronleuchter. Auffälliger ging es fast nicht mehr. Das war kein Professioneller. Vielleicht ein Kopfgeldjäger, aber kein Killer. Er konnte ihr im Prinzip dankbar sein. Mit dieser Kanone hätte er sich früher oder später selbst ins Knie geschossen.
Geld hatte er auch keines weiter bei sich. Die Kreditkarten und seinen Paß behielt sie erst einmal für sich. Ihn kippte sie einfach aus dem Wagen und zog ihn ins Feld. Seine Knarre nahm sie auseinander, und die Einzelteile flogen bei der Weiterfahrt nacheinander aus dem Fenster. Später im Hotel würde sie seinen Paß prüfen und abwägen, ob sie damit als Mann durch eine Kontrolle käme. Wenn nicht, würde sie sich einen anderen, passenden besorgen. Mit etwas Wehmut dachte sie an den Joker. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und man sieht sich im Leben immer zweimal.

Die Bullen ließen sich Zeit und als sie endlich da waren, benahmen sie sich wie erwartet. Sie stellten ein völliges Desinteresse zur Schau. M.s liebevoll gekochtes Essen wurde von ihnen mehr beachtet als ihre Leiche. Von einer Tatortsicherung gab es keine Spur. Ihr Leichnam wurde fotografiert, das war alles.
Niemand fragte ihn, was er hier zu tun hatte. Sie grinsten ihn nur an. Die Wohnung durchsuchten sie gar nicht und seine Aussage mußte er ihnen förmlich aufzwingen.
Für sie war die Sache völlig klar. Es gab ein Exemplar von diesem stinkreichen und nichtstuenden Dreckzeug weniger auf der Welt. Für sie war das eher ein Grund zum Feiern, als zum Ermitteln.
Eine Stunde später stand er wieder unten auf der Straße. Daß die M. tot war und er sie nicht mehr sehen konnte, wurde ihm erst jetzt richtig bewußt. Er hatte sich geschworen, alles zu tun, um nie in so eine Situation zu kommen. Jetzt steckte er trotzdem in dieser Herzscheiße fest.
Dagegen war er machtlos, wie jeder Mensch und jede Ratte es war. Er bog ab und ging in den Park. Er suchte die Stelle, von der aus man ungesehen das Haus der M. beobachten konnte. Hier mußte sie gestanden haben, die Frau um die dreißig. Als er da oben auf ihr lag, hätte er sie beinahe nach ihrem Namen gefragt, so kaputt war er inzwischen.

Als er mit ihr schlief, wollte er sich nur gegen die Gefühle wehren, die er für die M. empfand. Es gelang ihm nicht. Er mußte dabei an sie denken und bereute schließlich, daß er die Ausweglosigkeit seiner Laborratte ausnutzte und sich an ihr verging. Diese anschließend noch zu demütigen, sie zu zwingen, daß sie sich bettelnd vor ihm erniedrigt, war nicht seine Absicht gewesen. Das ergab sich so und ihm war es recht, daß sie es annahm. So war der Abzweig zu ihr auf dem Weg zu sich selbst versperrt und der Wegweiser sollte eindeutig zur M. weisen. Jetzt, nach dem die M. tot war, stand er hier im Park, an »ihrer« Stelle, als würde er sich bei ihr für das Geschehene entschuldigen wollen. Sie selbst war nicht sein Feind – nur ihr Auftrag. Diesen nicht als gegen sich persönlich zu sehen, war professioneller Rattenalltag.
Zu spät. Sie war inzwischen hoffentlich weit weg. Aber vielleicht könnte er sich bei ihr später reinwaschen. Er und sie hatten genug gemeinsam. So wie ein Unheil anderes Unheil anzieht, würden sie beide früher oder später wieder voreinander stehen.

Der Ukrainer hatte noch auf. »Wie immer?«, fragte Dimitri »Nein, für immer.«, antwortete er. Dimitri lachte und packte ihm zu den Zigaretten, deren Anzahl er verdoppelte, noch zwei große Flaschen Wodka in seinen Beutel. »Brauchst du mein Zimmer?« Der Joker nickte. »Für drei Tage, wenn es geht.« Es ging.
Dimitris Zimmer lag in der Nachbarschaft unterm Dach eines ruhigen Hauses. Er hatte es angemietet, um sich von seiner Frau unentdeckt seinen amourösen Abenteuern widmen zu können.
»Sie ist schön? Nicht wahr?« Wenn er mal einen Seelenklempner brauchen würde, wäre der Ukrainer die erste Wahl.
Das Zimmer war eine kleine Wohnung, mit allem was man braucht. Er stellte die eine Flasche Wodka in den Kühlschrank, die andere warf er auf das Bett. Sein Körper dampfte noch von der heißen Dusche, als er sich neben sie legte.
Hier bei Dimitri fühlte er sich fast geborgen. Das Zimmer beruhigte ihn. Der Fernseher warf ein buntschattiges Flimmern an die Wände und dudelte ungehört vor sich hin. Die kleine Leselampe beschien mit ihrem dämmrigen, warmen Licht beinahe alltägliche Normalität. Als wäre er jetzt gerade von einer Arbeit beim Gleisbau gekommen und nicht von einer Leiche. Nicht von der toten M. sondern von einer anonymen Leiche, wie man sie im Herbst, bei Regenwetter im Stadtpark findet. Er war bereits dabei alles zu verdrängen, und Dimitris Zimmer, die ungewohnte Umgebung, die vermeintliche Normalität und der Wodka würden ihm dabei helfen. Wenigstens für die nächsten 2 Tage. Dann war das Schlimmste überstanden und er würde ein paar fast überfällige Lektoratsarbeiten beenden können.
Eine halbe Flasche Wodka hatte er bereits getrunken. Wie ein Spiegeltrinker, der schnell wieder auf seinen Wohlfühlpegel kommen will. Schluck für Schluck, um möglichst viel Alkohol schon über die Mundschleimhaut aufnehmen zu können, den Geschmack des unverhofft doch recht guten Wodkas genießend. Der Alkohol tat seine erwünschte Wirkung. Ihm wurde warm, sein Körper entkrampfte und eine wohltuende Ruhe deckte ihn zu. Jetzt konnte er M’s Vermächtnis ertragen, auch wenn es gar nicht an ihn gerichtet war.

»An meinen lieben Little Big Joe Black.« Er mußte grinsen, der Wodka machte es ihm leicht. Was wäre wohl dem armen Joe alles durch den Kopf geschossen, hätte er jetzt diesen Brief in der Hand. Nichts Gutes vermutlich. »Wie bin ich gestorben? An einer Überdosis Schlaftabletten in einem Schweizer Sanatorium? An einer Alkoholvergiftung? Oder bei einem Verkehrsunfall? Ich denke, du hast mich mit einem standesgemäßen und schnellen Tod bedacht, der nicht viel Staub aufgewirbelt hat. Warum auch immer.
Sicher hattest Du gute Gründe dafür, obwohl ich mir nur einen Grund, eine jüngere, mittellose Frau, für die Du mein Vermögen vorgesehen hast, vorstellen kann. Du wirst sicher verstehen, daß ich das nicht hinnehmen kann. Wenn ich schon meinen Tod nicht verhindern konnte, oder ihn nun nicht mehr verhindern kann – vielleicht lebe ich ja noch, wer weiß das schon? – so möchte ich Dir zumindest ein Abschiedsgeschenk, eine kleine Freude bereiten.
Was um alles in der Welt hat Dich bewogen, dieses Dossier anzulegen? Und es noch dazu mit allen Akten zu untermauern? So eine Art Lebensbeichte? Oder wolltest du dir damit beweisen, was für ein toller Hecht du bist? Die Unterlagen alleine wären schon ein gefundenes Fressen für deine Konkurrenz gewesen – ich kenne da ein, zwei Adressaten, die Schaum vor dem Mund bekämen, wenn sie das läsen. So bekommt der Staatsanwalt noch von Dir höchstpersönlich Amtshilfe.
Gut, er wird dich für allerhöchstens 5 Jahre hinter Gitter bekommen und der Schadenersatz, den Du bezahlen mußt, ist geradezu lächerlich. Aber hast Du schon mal daran gedacht, was passiert, wenn Du im Gefängnis sitzt?
Bestimmt. Deine Geschäfte gehen weiter und Du hast genug Vasallen, die den Laden, von Dir gesteuert, am Laufen halten. Soweit hast Du Recht. Aber, was ich die ganze Zeit andeuten wollte, ist, daß jetzt nicht nur das Gericht einen Teil der Akten bekommt, sondern auch Deine Dich liebenden Geschäftspartner und solche, die es werden, wenn sie Deine Unterlagen in den Händen halten.
Erst werden sie eine feindliche Übernahme nach der anderen starten und Dich aus allen Geschäften drängen. Sie werden Dir überall das Wasser abgraben, Deine Verbündeten unter Druck setzen usw... Sie werden deine gesamte Palette an schmutzigen Tricks bedienen und auf Deiner Klaviatur Dein Requiem spielen.
Sollen sie nur, wirst Du jetzt sagen. Das Geld, was Du auf der hohen Kante hast, reicht locker für einen Neuanfang. Sicher, aber der wird Dir nicht vergönnt sein. Drinnen im Knast bist du schutzlos. Dein Hochmut gewissen Kreisen gegenüber rächt sich da gewaltig. Die haben auch ihre Ehre im Leib. Du bist tot, mein Liebling.

Bleibt die Frage zu klären, wie ich in Deinen Safe gekommen bin. Goethes Hexeneinmaleis: ›Du mußt versteh’n! – Aus Eins mach Zehn, – Und Zwei laß geh’n, – Und Drei mach gleich, – So bist Du reich. – Verlier die Vier! Aus Fünf und Sechs, – So sagt die Hex’, – Mach Sieben und Acht, – So ist's vollbracht: – Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins. – Das ist das Hexen-Einmaleins!‹
Es paßt zu Dir, mir das Bild vor die Nase zu hängen. Ein magisches Quadrat, dessen Summen immer 15 sind. Die Quersumme von 15 ist 6. Das ergibt 666 666 oder zweimal die Zahl des Teufels, der Du gern selbst gewesen wärst. Vielleicht war es als Notöffner gedacht, bevor Du das Dossier angelegt hast. Wie dem auch sei – ich mußte nicht lange überlegen, um zu wissen, was Du mir da schenktest.
Ich hoffe, Du bist mir nicht böse? Nein, sicher kannst Du mich verstehen. Mein Erbe kannst Du nun genießen. Bis auf diverse Kleinigkeiten, wie die Wohnung hier. Aber Näheres erfährst du zur Testamenteröffnung. Bis dahin, alles Gute!
Ach ja, die Unterlagen, außer die von meinem Vater, werden im Falle meines Todes oder auf meine Anweisung hin per Kurier verteilt. Die Rechnung dafür ist bereits bezahlt.
Abschließend möchte ich bemerken: Falls du jetzt eine Stärkung nötig hast, der Pernod steht im Kühlschrank.«

Danke M. Damit war er aus dem Schneider. Bei der wilden Hatz, die nun beginnen würde, spielte er keine Rolle mehr. Die Könige der Ratten würden sich jetzt gegenseitig an die Gurgel gehen und dabei die Karten neu mischen. Ihm konnte es egal sein. Als die leere Flasche auf den Boden rollte, schlief er bereits.

Drei Monate später.

Die Adresse, die als Absender der E-Mail angegeben war, kannte er. Es war dieselbe Wohngegend, in der auch die M. wohnte. Es war nur ein Haus weiter, näher am Park. Er sollte da vorbeischauen, man hätte eine interessante Entdeckung gemacht.
Ein älterer, dickbäuchiger, aber sehr beweglicher Mann öffnete ihm. Er nickte kurz und bat ihn herein. Ohne eine Erklärung führte er ihn in ein kleines Hinterzimmer. Dort stand der Schreibtisch der M., der Safe stand offen und auf ihm lag sein Revolver, M’s Kokain und seine Visitenkarte.
»Nun, mein Herr, ich wurde von Frau M. in ihrem Testament mit diesem Schmuckstück von einem Schreibtisch bedacht. Fragen sie nicht warum, ich werde es ihnen nicht erklären.« Er ging um den Schreibtisch herum, stützte sich auf und sah ihn fest an. »Gehe ich recht in der Annahme, daß sich der Originalschlüssel zu diesem Safe in ihrem Besitz befindet?«
Der Joker griff in seine Tasche und legte ihn neben seinen Revolver, aber der Mann winkte ab. »Nein, behalten sie ihn. Ich sehe, daß sie mein Mann sind. Wissen sie, ich habe natürlich keine Kosten gescheut und mir den Tresor öffnen lassen. Irgendwie ahnte ich, daß es sich für mich lohnen würde. Die M. war, sagen wir, eine Freundin des Hauses und wer sie auch erschossen haben mag, Sie waren es nicht. Aus diesem Revolver wurde die letzten Jahre kein Schuß abgefeuert. Das ist doch ihre Waffe?« Er streckte sie dem Joker entgegen, der nahm sie und steckte sie ein.
»Sie werden verstehen, daß ich mir wegen Ihrer Karte so meine Gedanken gemacht habe. Sie werden auch verstehen, daß ich Sie in meine Überlegungen und Recherchen nicht einbeziehe. Aber ich weiß, daß diese nicht falsch sind und Sie erfreut über mein Angebot sein werden.« Er spreizt die aneinandergelegten Fingerkuppen vor seiner Brust und schaut scheinbar gedankenverloren in den Raum. »Wie sie vielleicht wissen, bin ich ein Mann, den man als vermögend bezeichnen kann. Dies ist an sich ein erfreulicher Umstand, aber wer Geld hat, hat auch Sorgen. Ich brauche jemanden, der diskret meine ...«


Octapolis & Til_o. »Rattenkampf« (2011)

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(Abspann & warme Worte des Dankes)

Ich möchte als erstes natürlich Til_o. danken. Er hinterfragte die Idee nicht unnötig, sondern legte los, wie, er möge mir verzeihen, ein Goldhamster in seinem Rad (auf Speed). Oder wie Schumi nach der Kurve, siewissenschon...

Außerdem Lizzard, die entgegen ihres guten Geschmacks den Text auf Fehler prüfte und mit vorgehaltener Waffe Präteritum, Komma und Plusquamperfekt in die Knie zwang.

Nicht zu vergessen Frau RWE, die, als die Säge mal kurzzeitig klemmte, todesmutig einsprang.

[An dieser Stelle gucken wir bitte alle gerührt und haben vielleicht etwas schmalziges im Stile von »My Heart Will Go On« im Hinterkopf!]

Fühlt euch umarmt!

[Kunstpause. Sacken lassen. Hach!]

Zu guter letzt innigsten Dank denen, die sich 16 Kapitel lang durch die Geschichte (ja, bevor jemand fragt, ich hab auch nicht immer allem folgen können, hehe) gelesen haben! Skål!!!

02.11.2011

Rattenkampf, Kapitel 3

Wie das so ist: wer meckert, wird umgehend eingespannt und so danken wir diesmal Lizzard fürs Gegenlesen dieses Kapitels. Ihr kritisches Auge peitschte jeden Buchstaben und jedes Komma einzeln aus. Und wer jetzt noch Fehler findet... Ihr wisst ja, an wen ihr euch jetzt wenden solltet, hehe...


Octapolis & Til_o. »Madame M.« (2011)

Kapitel 3

Eis. Das müßte helfen. Sie fischte sich den Eiswürfel aus dem Pernodglas und drückte ihn sich in den Nacken. Irgendwo hatte sie gelesen, daß ein Kältereiz hinten am Hals gegen Nasenbluten helfen soll. Den Kopf nach hinten gebeugt, schielte sie auf ihren Rechner.
Warum antwortete er nicht? Wo trieb er sich herum? Wer er war, wußte sie nun. Ein wenig enttäuscht war sie, daß sie ihn so schnell gefunden hatte. Er war echt. Zumindest hatte er nicht gelogen, was seinen Namen und seine Tätigkeit betraf.
Aber, was hatte sie erwartet? Einen Schwindler? Einen Ganoven, der sie um ihr Geld bringen will? Nein, davon kannte sie inzwischen genug, und sie hatte alle durchschaut, auch ohne ihnen hinterherschnüffeln zu müssen. Ihr Mißtrauen würde sie irgendwann zernagen, so wie alle Frauen in ihrem Alter, wenn es um Männer ging. Wer weiß, warum er nicht antwortet. Wahrscheinlich war der schon bei der Nächsten. Bestimmt lachen sie schon über sie. Sie, die alte Schachtel, was die sich einbildete!
Nach dem vierten Glas Pernod gewann die Vernunft wieder die Oberhand. Sie war wütend auf sich selbst. Über ihre Eifersucht, für die es noch gar keinen Grund gab – was war schon passiert? Nichts! Über ihr Mißtrauen, welches sie dazu veranlaßte, diese völlig blödsinnige Panik-Mail an ihn zu verfassen, und darüber, daß sie immer noch ungeduscht und halb flennend hier herumsaß.
Als sie beschloß, dem nach dem fünften Glas ein Ende zu bereiten, meldete ihr E-Mail Postfach einen Eingang: »Stell den Pernod weg und geh duschen. Ich hole dich 20.00 Uhr ab. Sag den Bullen Bescheid. Nicht, das sie dich vermissen.«
Das Blut schoß ihr in den Kopf und dann durch die Nase.

Zu spät! Als er das Fast Food Restaurant verließ, war er zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um seiner Umgebung die ihm gewohnte, nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

»Oh mein Gott! Können sie sprechen? Hallo!?« Eine Frau um die Dreißig beugte sich über ihn.
Konnte er sprechen? »Ich ... äh ...« Ja, er konnte es.
»Es tut mir so leid, es ging alles so schnell. Ich werde ihnen einen Arzt rufen.«
»Nicht nötig!« sagte er, nachdem er alle Gliedmaßen einzeln angespannt und wieder gelockert hatte. Allein sein linkes Bein schmerzte sehr, aber ein Krankenhausaufenthalt war das letzte, was er jetzt brauchte. Außerdem haßte er Krankenhäuser. Als Kind war er einmal eingeliefert worden, nachdem er bei dem Versuch, einen Baum hinaufzuklettern, abgestürzt war und etliche Blessuren davongetragen hatte.
Im Krankenzimmer hatte neben ihm ein alter Mann gelegen, welcher permanent vor Schmerzen stöhnte. Dies war ihm ewig im Gedächtnis geblieben, ein unangenehmes Kindheitserlebnis, welches er prinzipiell mit Krankenhäusern assoziierte.
Er richtete sich langsam auf, ging ein paar Schritte, erspähte ein paar Meter weiter seinen scheinbar unversehrten Laptop, nahm ihn hastig an sich und war soweit zufrieden. »Danke, es geht schon.« ließ er die Dame wissen, ohne sie weiter anzusehen.
Ihr Nummernschild hatte er sich schon vorhin eingeprägt, als sie ausstieg.


Er war es. Sie hatte ihn gestern Abend in der Dunkelheit nicht genau erkennen können und war ihm gefolgt. Er konnte sie nicht bemerken, als sie ihm von Madam M.s Hauseingang aus, parallel zur Straße, durch den Park folgte. Dieser war schon gänzlich in Dunkelheit gehüllt und locker angepflanzte Sträucher versperrten die Sicht von der Straße in ihn hinein.

Daß er an der Metrostation ein Taxi nehmen würde, hatte sie vorausgesehen und ihren Wagen dort geparkt. Sie hätte sich nicht anders verhalten. Ihm dann mit dem Auto zu folgen, war zu riskant. Er hätte sie bemerkt.
Sie beschloß, alles auf eine Karte zu setzen und gleich zu seiner Pension zu fahren. Wenn er der Joker war, der gerade zu Besuch bei Madame M. weilte, würde er dort auftauchen. Er konnte nicht ahnen, daß sich die Ereignisse überschlagen hatten und man von ihm wußte. Für einen Wohnungswechsel hatte er also keinen Grund.
Ihr war nur unklar, was sie jetzt tun sollte. Ihn zu liquidieren war das Einfachste, aber auch das Dümmste, was sie tun konnte. Sie mußte seine Bekanntschaft suchen. Vielleicht ganz unverfänglich oder besser so radikal, daß er gar nicht auf die Idee käme, daß sie auf ihn angesetzt worden war. Lange würde sie ihn nicht täuschen können, dafür war er zu lange im Geschäft. Aber das war egal, wenn sie ihn vorher auf ihre Seite ziehen konnte. Ob mit Geld, Sex oder Erpressung.
Jeder hat seine schwache Stelle, seine dunkle Seite. Man muß sie nur finden und für sich nutzen können.
Als sie schräg vor seiner Pension, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, einparkte, war von ihm noch nichts zu sehen. Er würde sich ein paar Straßen weiter absetzen lassen und hierher laufen. Solange konnte sie hier im Wagen unbemerkt warten. Um diese Zeit waren selbst die härtesten Trinker wieder zu Hause.
Sie fand, daß er in einer lausigen Gegend wohnte und fragte sich, warum er das tat. Am Geld konnte es nicht liegen. Seine Auftraggeber saßen in den Staaten in den Chefsesseln. Allesamt gehörten sie zum Geldadel europäischen Ursprungs neueren Datums. Jeder von ihnen hatte irgendwelchen Dreck am Stecken und war in halblegale Geschäfte verwickelt. Sie brauchten in Europa einen Mann vor Ort, der hier und da nach dem Rechten schaute und gegebenenfalls in ihrem Sinne handelte. Einer, von dem keiner wußte, daß es ihn überhaupt gab.
Für ihre Auftraggeber mußte es ein Schock gewesen sein, als sie vom Joker erfuhren. Sie selbst ereilte die Nachricht, als sie drauf und dran war, in seine Falle zu laufen.
Einen Wächter kann man umgehen – wenn man weiß, daß es ihn gibt. Und das war er in diesem Fall. Ein Wächter.
Als er um die Ecke bog, erkannte sie ihn an seinem Gang und seiner Körperhaltung. Zumindest war das der Mann, dem sie gefolgt war. In ihrem Wagen war sie vor seinen Blicken sicher. Er schlenderte auf sie zu und bog dann zum Hauseingang der Pension ab. Den Richtungswechsel nutzte er, um einen gleichgültigen Blick über die parkenden Autos zu werfen. Sicher wußte er genau, welches Auto hierhergehörte.
Gestern Abend hatte sie sich für eine radikale Variante entschieden, um in sein Leben zu treten. Für ein behutsames Herantasten, wie es eher ratsam war, würde ihr keine Zeit mehr bleiben.

Als sie nun dazu ansetzte, ihn anzufahren, zögerte sie keine Sekunde. Er würde es unbeschadet überstehen. Und er reagierte, wie sie es erwartet hatte. Sein erster Blick galt ihr und ihrem Wagen, und er registrierte jedes Detail, welches dazu dienen könnte, sie später zu identifizieren. Erst dann überzeugte er sich davon, keinen großen Schaden davongetragen zu haben.
Sie war zufrieden. Jetzt war es leicht, ihm näher zu kommen...


The Kinks »Dead End Street« (gleichnamige Single, 1966)