24.03.2021

Scream Week

Für den deutschen Markt fand man diesen äußerst innovativen Titel (es kursieren noch zwei Alternativtitel namens »Summer Party Massacre« und »You´re Next«), in Abwandlung des niedeländischen Originals »Sneekweek«. Diese »Sneeker Woche« gibt es tatsächlich, es handelt sich um eine jährlich stattfindende (wenn mal gerade kein Corona für Flaute sorgt) Segelregatta im friesischen Sneek, dem Schauplatz für diesen Slasher aus dem Jahr 2016.

Eine Gruppe Jugendlicher zwingt sich zu einer gegenseitigen Mutprobe, die darin besteht, möglichst lange in einem Zuber, gefüllt mit Eiswasser, auszuhalten. Einer von ihnen überlebt das nicht, aber sie schwören sich gegenseitig darauf ein, dies als Unfall zu vertuschen.
Zwei Jahre später machen sie sich auf zu einer gemieteten Villa in Sneek um teilweise an der Regatta teilzunehmen, oder zumindest an den dazu gehörigen Partys. Es wird getrunken und auch die ein oder andere nicht ganz legale Substanz konsumiert. Im Verlauf des Wochenendes beißen einige von ihnen allerdings durch Fremdeinwirkung ins friesische Gras und Panik macht sich breit...



Die holländische Interpretation von »Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast« funktioniert und unterhält bestens. Alles ist schön popcornig, die nötigen Klischees werden bedient, die Bilder, sowie die Kills sind gut in Szene gesetzt und das Tempo schmissig, dazu passend gibt es ordentlich Techno auf die Ohren. 108 Minuten gute Stimmung für Genrefreunde.


Asphyx »The Nameless Elite« (»Necroceros«, 2021)

10.02.2021

Winterspaziergang, Friedhof Tolkewitz, Teil 1



demnächst mehr...


Brutto »Партизан Рок« (2015)

05.02.2021

Es Kapitel 2

Wie auch schon im Origial, gibt es auch zur Neuverfilmung des Stephen King Romans einen zweiten Teil. Dieser erschien im Jahr 2019.

Derry, 27 Jahre später, es wird wieder spooky. Die Gruppe von einst lebt mittlerweile an verschiedenen Orten, lediglich Mike lebt noch vor Ort. Doch als ein paar homophobe Typen ein schwules Paar attackiert und einen davon ins Wasser wirft, erscheint Clown Pennywise, reißt einem der Angreifer das Herz heraus und dekoriert den Ort des Geschehens mit roten Luftballons, sowie den Worten come home. Daraufhin ruft Mike den Club der Verlierer zusammen, die Clique von damals.
Sie treffen sich in einem Restaurant und während des Essens, bei dem unter anderem seltsame Glückskekse (oder Pechgebäck in diesem Falle) Unheil ankündigen, gräbt man gemeinsam das ein oder andere verdrängte Trauma aus.
Als sich die Ereignisse zuspitzen, erkennt die Gruppe schließlich die Notwendigkeit einer finalen Konfrontation mit Pennywise und damit ihren innersten Ängsten...



Technisch natürlich zeitgemäß stark umgesetzt, schwächelt der Film hinten raus doch etwas. Liegt sicher auch an der Romanvorlage, bei Stephen King reicht ordinärer Grusel zuweilen nicht, seine Fans werden das lieben, aber mir persönlich war das Finale etwas zu dick aufgetragen. Es wird ziemlich haarsträubend, mit Elementen von Kitsch und Fremdscham, aber das ist natürlich, wie stets an dieser Stelle, ein rein subjektiver Eindruck.


Thy Catafalque »Napút« (»Naiv«, 2020)

06.01.2021

▶ Children Of Bodom // Everytime I Die

Virtuelle Halbmastbeflaggung für Alexi Laiho... RIP, WildChild!


Children Of Bodom »Everytime I Die« (»Follow The Reaper«, 2000)

04.01.2021

Kirkjugarður Búðir


Der Ort Búðir liegt auf der Halbinsel Snæfellsnes in Island. Die Bezeichnung Ort ist relativ, denn neben einem Hotel gibt es kaum mehr, als eine Kirche, mit Namen Búðakirkja, samt dazugehörigen Gottesacker. Die erste Kirche wurde 1703 von einem Mann namens Berndt Lauridsen erbaut, bald aber wieder abgerissen, um sie anschließend wieder neu zu errichten, bis die Pfarre von Búðir 1806 ganz aufgelöst wurde.


Das passte einer Frau gar nicht. Ihr Name war Steinunn Sveinsdóttir (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Mörderin) und sie bestand auf einem erneuten Aufbau einer Kapelle, was die Landeskirche aber ablehnte. Dank einer königlichen Genehmigung und Steinunns Engagement konnte 1848 dann eine neue Kirche eingeweiht werden. Sie selbst liegt hier begraben. Der Türring enthält die Inschrift Diese Kirche wurde ohne Unterstützung der geistlichen Väter gebaut.

Was zwischendurch passierte, entzieht sich meiner Kenntnis, jedoch wurde schlußendlich das aktuelle Gebäuder in der 1980ern wieder nach dem originalen Vorbild errichtet. Kleine Kirche, kleiner Friedhof, große Geschichte. ;o)


Einen kleinen Blick auf den angrenzenden Strand gibt es im Nachbarblog.


Myrkur »Dronning Ellisiv« (2020)

31.12.2020

Zündet die Raketen! ;o)



Nabnd, Moin allerseits, je nach dem, wann Sie diese Zeilen gerade zu lesen imstande sind, liebe LeserInnen. Obwohl uns ja, Dank Corona von übertriebener Feuerwerkerei ohnehin abgeraten ist (hier im good old Tal der Ahnungslosen sogar komplett untersagt), wechseln die Jahre, ob es allen passt, oder nicht - der Jahreswechsel kennt keinen Virus... oder anders herum, schwer zu sagen.
In diesem Sinne grüße ich alle, die diese Scholle, wie die immer kleiner schmelzende des drolligen Eisbären im Klimawandel - um mal ein seuchenfreies aber zeitgemäßes Gleichnis für unseren Gastgeber Blogspot zu verwenden - ab und an heimsuchen, sowie den Rest dieser Krankenstation, die unser Planet gerade darstellt! Frohes neues Jahr Ihnen allen, es hat mich sehr gefreut und nur weil das so ist, geht´s 2021 feste weiter. Sind schließlich noch nicht durch mit allen Friedhöfen, Getränken und gepflegten Filmen. ;o)

Ich erhebe meinen Kelch auf euch! Man sieht/liest sich!

Und passend, rein vom Refrain her, der Social Distancing Text an sich... die letzte Musik dieses Jahr darf ruhig mal von gestern sein. Nur die Ältesten wissen: Da war eh alles besser! ;o)


Billy Idol »Dancing With Myself« (»Billy Idol«, 1982)

30.12.2020

▶ Bloodsucking Zombies From Outer Space // MadMan


Bloodsucking Zombies From Outer Space »MadMan« (»Shock Rock Rebels«, 2021)

29.12.2020

Calvaire

Heute wollen wir uns einem belgischen Horrorfilm aus dem Jahr 2004 widmen. Er trägt für den deutschen Markt noch den, vom Konsum abratenden, Titel »Tortur des Wahnsinns«, aber wir wissen, bekloppte Namen oder Motive schrecken nur Unkenner ab! ;o) Fährt man über die belgische Autobahn oder die Landstraßen unserer lieben Nachbarn, möchte man gerne anhalten, die kleinen Hecken vor den kleinen Häusern berühren, vielleicht den Einheimischen mal Danke sagen, für jahrelange nette Nachbarschaft, einfach mal eine ihrer kleinen Minigolf-(Dopplung!)Anlagen bespielen - nach diesem Film nicht mehr!

Marc Stevens ist ein Schlagersänger. Nicht so ein arroganter Arsch, wie zum Beispiel Jouni aus »Heavy Trip« oder Florian Silbereisen, vielmehr ein Sympath, der sich seines Standes (und der Pflicht des Erbes der Granden seines Landes) durchaus bewusst ist. Er besingt und beglückt zum Beispiel ein Altenheim (das war jetzt bestimmt nicht perfekt formuliert, Seniorenresidenz sagt man heute?) und begibt sich sogleich von diesem weiter (niedlich, wenn man mal bedenkt, wie groß bzw. klein Belgien eigentlich ist) zu einer Weihnachtsfeier im Süden des Landes.

Dummerweise geht sein Auto kaputt und er muss eine Möglichkeit finden, zwischendurch zu übernachten. Findet er. Beim alten Bartel, dem eine gediegene Herberge gehört. Dieser macht Frühstück, möchte sich um das defeke Fahrzeug kümmern, doch hat nicht alle Latten an seinem kleinen belgischen Zaun; wir ahnten es bereits. Ab diesem Punkt wird die Handlung unschön...



Besetzung, Kulisse, Darsteller und vor allem die hervorragend in Szene gesetze Handlung entsprechen besten Standards des niedrigpreisigen Horrorfilms. So geht das! Ein paar bekloppte Typen plus ein relativ fieses Skript des Autors minus ein befriedigendes Happy End (kein Spoiler, nur ein persönlicher Eindruck). Das ist Ausweis für gute Horrorfilme und belgische Schlagertexte. Punkt!

Freunde des feinen Chansons sehen diesen Heimatfilm bei YouTube. Lohnt sich.


Jacques Brel »Le Moribond« (1961)

28.12.2020

▶ Gossenboss mit Zett // No Future


Gossenboss mit Zett »No Future« (»No Future«, 12. 03. 2021)

23.12.2020

Stille Nacht, Horror Nacht

Anstelle des üblichen Kitsches zur Weihnachtszeit widmen wir uns heute mal einem gepflegten Film zum Thema. Im Original hört er auf den Namen »Silent Night, Deadly Night« und zog mehrere Nachfolger, teilweise Direct-to-DVD nach sich. Gedreht wurde das Ganze 1984, schließlich sind wir hier nicht nur in einem der beliebtesten Weihnachtsblogs Deutschlands, sondern auch dem Zeugnis der Zeit verpflichtet (hüstel).

Wir lernen den Killer in seiner Kindheit und damit sehr persönlich kennen, ein gravierender Unterschied zu zig anderen Slashern. Er entkommt nur knapp einem durchgeknallten Killer, der im Kostüm des Santa Claus seine Eltern massakriert, muss aber alles mit ansehen und ist dementsprechend traumatisiert. Seine Kindheit verbringt er darauf hin in einem christlichen Waisenhaus. Dort wird ihm aber nicht im Sinne der moderenen Psychotherapie geholfen, vielmehr setzt es Schläge, nur eine einzelne Nonne bemüht sich um ihn, kommt jedoch nicht gegen den garstigen Sadismus der Oberin an. Jedes Jahr, wenn es weihnachtlich wird, entwickelt der Junge seltsame Züge. Als er achtzehn Jahre alt ist, triggert ihn sein Trauma dermaßen heftig; er greift zur Axt... im Kostüm des Weihnachtsmannes.



Aaaalso... fangen wir mal mit dem Positiven an: Die Story ist schlüssig, selten bekam ein Killer im Slashergenre so ein tiefes Psychogramm spendiert, man könnte, wenn man nicht zu viel Glühzeugs konsumiert hat, glatt Empathie ausschütten. So macht alles mehr Sinn, von diesem Ansatz hätte sich manch spätere Produktion mal eine Scheibe abschneiden können. Außerdem sind die Kills, so wie es damals üblich war, nett erdacht, sowie visuell gut in Szene gesetzt.
Nicht so prall sind das stumpfe Schauspiel, die Synchronisation samt der Dialoge, sowie die absolut unter dem Schnee vergrabenen Soundeffekte, sowie der Soundtrack. Andererseits: Vielleicht was das in der ersten Hälfte der 1980er Jahre einfach so?

Wie auch immer, allen, die morgen etwas Zeit zwischen Schwiegermutter und Bescherung stilvoll überbrücken wollen, sei dieses Zeitzeugnis z. B. via YouTube ans Herz gelegt!

Abseits des Films: Allen LeserInnen dieses Blogs wünsche ich ein paar geruhsame Tage, bleibt gesund, nutzt die verordnete Ruhe für Filme, Musik und Friedhöfe. ;o) Alles wird gut... wurde es immer...


Perchta »Åtem« (»Ufång«, 2020)