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20.03.2019

Lords Of Chaos

Recht frisch ist der Film »Lords Of Chaos«, einer britisch-schwedischen Koproduktion, gedreht 2018, in die Kinos gekommen 2019. Der Streifen behandelt, in Anlehnung an das gleichnamige Buch, die Geschehnisse in der norwegischen Black Metal Szene Anfang der 1990er, rund um die Schlüsselfiguren Euronymus und Varg Vikernes.

Eine Inhaltsangabe fällt schwer, da eingschlägige Fanschichten sämtliche Ereignisse kennen, der Rest erstmal nur Bahnhof verstehen wird. Versuchen wir es trotzdem...
Mayhem-Gitarrist Øystein »Euronymus« Aarseth ist auf der Suche nach einem möglichst intensiven Sänger für seine Band und wird schließlich im schwer depressiven Per »Dead« Yngve Ohlin fündig. Sie werden Freunde und arbeiten fortan an Øysteins Vision dessen, was als True Norwegian Black Metal in die Musikgeschichte eingehen wird. Als sich Dead per Gewehrschuss in den Kopf tötet, nutzt der Gitarrist die Gunst der Stunde und macht Fotos vom Ort des Geschehens, um durch deren Verbreitung seiner Band eine dunklere Aura zu verleihen. Wenig später betritt ein gewisser Kristian Vikerenes, der ab sofort nur noch »Varg« genannt werden möchte, die Szenerie, anfangs als schüchterner Fanboy, aber mit klaren Vorstellungen von seiner Musik. Während Euronymus, der mittlerweile den sagenumwobenen Plattenladen Helvete in Oslo und ein Plattenlabel betreibt, gern von Umstrukturierung der Gesellschaft und Unterdrückung durch die Kirche fabuliert und eher aus geschäftlichen Gründen den Gehörnten anbetet, macht Einzelgänger Varg Nägel mit Köpfen und startet eine Reihe von Brandstiftungen an historischen Gotteshäusern. Der dadurch entstandene Konkurrenzkampf und zusätzlicher Streit über geschäftliche Belange ließen aus der Beziehung (Freundschaft wohl nicht) der Hauptprotagisten am Ende bittere Feindschaft werden, die bekanntermaßen darin gipfelte, das Vikernes zu Aarseths Mörder wurde...



Man sollte sich im Klaren sein, dass es sich hier um einen Spielfilm, nicht um eine Dokumentation handelt. Nun wurde genügend über die Detailgetreue sinniert und diskutiert (»based on truth and lies...«, wie es im Vorspann heißt); wie es denn nun wirklich war, das wissen nur die Beteiligten, das sollte man ausblenden. Ansonsten ist der Film gut gelungen, anfängliche Befürchtungen, sich über die Distanz von 118 Minuten einem Fremdschämmarathon auszusetzen, bleiben einem, Dank gelungenem Cast (aus deutscher Sicht passt ein Ochsenknecht nur bedingt in die Kulisse, aber prima, er hat nicht viel Text, hehe) und eines lockeren Erzählstils, erspart. Insgesamt hat man aber das Gefühl, dass die Ereignisse gut erzählt sind, und die Schicksale der Charaktere, die ja keineswegs true oder evil, sondern in die norwegische Mittelschicht geboren wurden, mit Respekt abgehandelt wurden.

Gut gelungen sind für den kleinen Gorefreund Euronymus' Albtraumsequenzen, da hat man sich Regisseur Jonas Åkerlund was einfallen lassen, ebenso bei den Kirchenbränden. Etwas mehr Black Metal im Soundrack (dafür etwas weniger Sigur Rós, aber man will ja nicht meckern) wäre sicher gut gewesen. Aber das war wohl eine Frage der Rechte. Alle, die die Materie eh schon aus dem Effeff runterbeten können, werden gut unterhalten, Leute, die Darkthrone kaum von Real Madrid unterscheiden können, lernen hier etwas über jüngere (Anti-)Popkultur, bzw. deren Anfängen.
Zum Schluss noch mein persönlicher Lieblingsommentar unter einem der zahlreichen Kommentare, die Monsieur Cachet (höhö) auf seinem YouTube-Kanal gepostet hat...: »Quick! How can we make Varg look even more insane?« - Åkerlund: »Oh! Have him drink chocolate milk while killing Euronymous!«... ;o)


Burzum »A Lost Forgotten Sad Spirit« (»Aske«, 1992)

09.05.2014

ESC, Halbfinale 2

Ich weiß nicht, ich weiß nicht... am Ende des Abends hatte ich wieder ne Ballade, und zwar die des Norwegers, ganz oben auf dem Zettel. Aber gut, dann ist das so. ;o)

Carl Espen »Silent Storm« (2014)

Und bitte, kann Peter Urban irgendwer die Batterien rausnehmen? Das würde vielen Menschen weiterhelfen.

Alaska y Los Pegamoides »La rebelión de los electrodomésticos« (»Alaska y Los Pegamoides«, 1982)

04.03.2013

Thale

Nein, es geht nicht um die Stadt im Harz, liebe DDR-Reisende, sondern um einen norwegischen Film. »Thale« wird in der Videothek sicher stilsicher im Horrorregal zu finden sein, doch damit wäre der Streifen nicht umfassend genug kategorisiert. Vielmehr handelt es sich um düstere Umsetzung von Mythologie, ein bisschen Fantasy und etwas Folklore. Horror ist der weitestgehend unblutige und so gut wie nicht gewalttätige Film nur ganz am Rande (deshalb hat er wohl auch eine P16-Freigabe).

Im Mittelpunkt steht das »Mädchen« Thale, in Anführungszeichen deshalb, weil sie eigentlich eine Huldra (Figur der nordischen Mythologie, schönes Mädchen mit, ähem, Schwanz [hinten dran, nicht, was ihr denkt...]) ist. Diese sagenhaften Wesen locken dem Volksglauben nach im tiefen Wald dort arbeitende Männer durch ihren liebreizenden Gesang in ihre Fänge, auf das diese nie wieder zurück kehren. So viel zum groben Hintergrund der Hauptfigur.



Am Anfang der Handlung lernt man Leo und Elvis kennen. Die zwei recht sympathischen Typen verdienen ihr Geld mit der Reinigung von Tatorten. Und finden dabei Thale, welche ihnen völlig verstört entgegen tritt. Natürlich interessieren sich auch bald ein paar finstere Gestalten für das Mädchen, ach nein, wir wollten ja Huldra sagen, doch diese selbst scheint irgendeinem anderen Ruf folgen zu wollen.

Klingt vielleicht erstmal konfus beschrieben, ist aber genial, atmosphärisch und einfach anders, als andere Filme dargeboten. Kurzum: Freunde der gepflegten düsteren Unterhaltung, guckt euch diesen Film unbedingt an, es lohnt sich!

Und ja, weil es so was von auf der Hand liegt, erste Assoziation... Norwegen, mystisch und so: etwas von Herrn Satyr, bitte sehr... (Hätte durchaus auch als Soundtrack gepasst!) ;o)

Wongraven »Over Ødemark« (»Fjelltronen«, 1995)

25.02.2012

bisschen ESC-Zeug

Hier mal ne Kleinstauswahl an bis jetzt feststehenden Kandidaten für den diesjährigen Eurovision Song Contest. Erster Eindruck: wenig Licht, viel Schatten und das unsägliche Gefühl, die Neunziger wären wieder da... ;o)

Der maltesische Kandidat hört auf den Namen Kurt Calleja. Bei solchen Nummern hat man immer das Gefühl, sie schon hundert mal gehört zu haben, geht mir zumindest so.


Kurt Calleja »This Is The Night«

Norwegen versucht es mit preiswerter Dancemusic. Bei Norwegen hab ich immer anderen Sound im Kopf, aber das ist wohl Geschmackssache...


Trooji »Stay«

Die Türken, die in jüngerer Vergangenheit gerne mal rockig und qualitativ immer recht hochwertig daher kamen, packen diesmal die Folklorekeule aus.


Can Bonomo »Love Me Back«

Irland schickt erneut die Grimes-Zwillinge, ihres Zeichens Frisuren- und Haarlackbanditen, aka Jedward ins Rennen. Klingt so was von beschissen Neunziger, aber ich vermute mehr Punkte, als man denkt...


Jedward »Waterline«

Den absoluten Vogel schießen aber unsere alpenländischen Nachbarn ab. Armes Österreich! Es gibt ja Sachen, die sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Die Trackshittaz machen ihrem Namen jedoch alle Ehre und ihr Lied ist so scheisse, dass es einfach scheisse bleibt. (Beim Video gucken unbedingt Augen und Ohren zuhalten!)


Trackshittaz »Woki mit dem Popo«

Na gut, das soll erst mal reichen für den Anfang. So viele Eindrücke wollen erstmal verarbeitet sein. Bis jetzt hat mich noch nichts so richtig vom Sessel gahauen, aber der entscheidende Eindruck ensteht auch erst beim ESC an sich. Wir hatten es schon mal, aber bis jetzt sprachen die Schweizer Sinplus meine seichtpoppige Ader (jahaaa, die hapich!) am meisten an. Also noch mal zum Schluss...


Sinplus »Unbreakable«

Ach so, Deutschland will ja auch die berühmten 12 Punkte... Mittlerweile gibt es auch ein kleines Video...


Roman Lob »Standing Still«

Nun aber gut für heute. Schönes Restwochenende! ;o)

16.11.2011

Zeitreise schräg (Black Surf) ;o)

Feiertag. Zeit für die schönen Dinge des Lebens, wenn man nicht gerade büßen oder beten muss (da zahlt es sich natürlich aus, übers Jahr ein guter Junge gewesen zu sein!).

Also muss heute an dieser Stelle mal was gezeigt werden, was schon lange überfällig war. Irgendjemand, wer auch immer, irgendwie geht das aus keiner Quelle hervor, machte sich irgendwann mal daran ein paar Schwarzwurzelklassiker in einen waschechten Sechzigerjahre-Surf-Sound zu transformieren. Dies ist umso unterhaltsamer, wenn man die Originale kennt, funktioniert aber auch so prima!

Den Anfang machen The Darkthrones und »Californian Hunger« aus dem Jahre 1964 (Orignal »Transsilvanian Hunger« von »Transsilvanian Hunger«, 1994) .


The Darkthrones »Californian Hunger«

Dann hätten wir The Emperors mit ihrem Hit »I Am The Surf Wizards« (Original »I Am The Black Wizards« von »In The Nightside Eclipse«, 1994). Bei YouTube wird auch näher auf die Entstehung eingegangen (klick). So erfährt man unter anderem, dass die Protagonisten Rocky Samoth und Chip Ishahn 1959 an einem Strand in Kalifornien auf einander trafen. Und so weiter... Außerdem lassen wir das Plattencover hier mal eingeblendet, als Beweis dafür, dass ein amtliches Corpsepaint schon in den Sixties auch abseits der Indianerreservate salonfähig war.


The Emperors »I Am The Surf Wizards«


Natürich darf bei so was ein gewisser Charlie Vikernes und seine 1961 in Bergen, Kalifornien gegründete Band The Burzums nicht fehlen. Hier mit ihrem Hit »Dunkelheit« vom, in einem Bergener Surfshop aufgenommenen Album »Filosofem«, was auf englisch so viel wie »Surf´s Up« bedeuten soll. (Original »Dunkelheit« von »Filosofem«, 1996)


The Burzums »Dunkelheit«

Außerdem trafen sich ein 1964 ein paar lässige Typen in norwegischen Hawaiihemden (Räucherfisch-mit-Palmen-Motiv!) namens The Mayhems und namen das Album »De Mysteriis Dom Surfanas« auf, von dem wir uns hier »Surfin´ Moon« (Original »Freezing Moon« auf »De Mysteriis Dom Sathanas«, 1994 ) anhören wollen.


The Mayhems »Surfin´ Moon«

So, gleich haben wir´s geschafft, ist der Fundus quasi erschöpft. Zum Abschluss noch was deftiges. The Beherits aus Finnland in Kalifornien starteten in den 60ern um the most primitive, savage, hell-obsessed surf rock imaginable zu schaffen. Operation gelungen! Hören wir »The Surf Of Nanna« vom 1963er Album »Surfin´ Down The Moon« (Original »The Gate Of Nanna« von »Drawing Down The Moon«, 1993).


The Beherits »The Surf Of Nanna«

So, das wäre es fürs erste. Wenn es irgendwo auf diesem Planeten mehr davon gibt, muss ich es haben, haben, haben! Yeah! In diesem Sinne, man sieht sich... in, sagen wir mal einer halben Stunde, am Strand! (Gefütterten Bikini/Badehose nicht vergessen!) ;o)

28.10.2011

Cold Prey 3

Heute mal wieder ein empfehlenswerter Film.

Lange drauf gewartet, jetzt endlich gesehen: Cold Prey 3!

Es handelt sich hier um ein Prequel (obwohl mir sämtliche Quels prinzipiell auf die Nerven gehen...) zu den ersten beiden Teilen, in dem man am Anfang erstmal erfährt, was einen kleinen Jungen aus Jotunheimen zum bösartigen Anorakkiller mutieren ließ. Wir ahnen es - er hatte natürlich eine beschissene Kindheit.



Dann nähern sich auch schon seine Opfer, sechs junge Leute, die sich einige Zeit nach der Vorgeschichte das alte Hotel, welches schon in Teil 1 ausgiebig zu Ehren kam, ansehen wollen. Allerdings bleiben sie nicht lange dort, weil es dreckig und unheimlich ist und es obendrein noch Ratten gibt. Also beschließen sie, im Freien zu übernachten. Und, wen haben wir denn da? Genau... Da schaut man sich die Truppe mit geschultem Auge in Ruhe an und grübelt, wer als erstes dran glauben muss. In wie vielen Filmen waren es die, die sich unbedingt abseits der anderen befummeln mussten - eine eherne Regel, die auch hier eingehalten wird. Die Protagonisten sind bald verstreut in der idyllischen Landschaft und es beginnt ein munteres Jagen. Der Gesamtplot ist recht gut gelungen, das Ende schlüssig und die perfekte Steilvorlage dafür, sich die ersten beiden Teile mal wieder anzusehen. Die Gesamtoptik ist auch wieder ganz nett, was vor allem an den Farbtönen der Umgebung liegen dürfte.



Insgesamt beste Slasher-Unterhaltung vor sehenswerter Kulisse, das steht schon mal fest. Als Meckerpunkte bleiben eigentlich nur, dass der böse Mann manchmal überall zu sein scheint und sich einige frei von jedem Selbsterhaltungstrieb (wir lernen: wer im Wald Kim Wilde hört, dem geht´s bald schlecht, hehe) bewegen. Wenn ich ein knapp bekleidetes Mädel wäre, mitten in der Nacht, gerade dem eigenen Verderben knapp entronnen und ich sehe eine alte Bretterbude mitten im Wald, gehe ich da einfach mal so gucken? Wohl kaum. Außerdem, keine Ahnung, wie warm es im sommerlichen Jotunheim wird (sonst wie warm kann es nicht sein, schließlich haben alle mindestens Jacken an), laufen die jungen Herrschaften sogar nach einem unfreiwilligen Bad in einem reißenden Gebirgsbach mit ihren nassen Klamotten weiter durch die Gegend, ohne blaue Lippen zu bekommen. Aber vielleicht sind gerade solche Unlogischkeiten Zier der Slasher-Kultur.

Für alle, die nicht genügend Zeit haben, den ganzen Film zu sehen, gibt es auch einen kompletten, deutschsprachigen Trailer...



Fazit: gelungen, unterhaltsam, mehr davon! Da von einer Trilogie gesprochen wird, bleibt anzunehmen, das jetzt Schluß sein soll, was schade wäre. Obwohl gerade dieses Genre nicht um Ausreden verlegen ist, um irgendwelche Helden weiterleben zu lassen, also abwarten (und nicht alleine Kim Wilde hören)! Und wenn Cold Prey 4, dann vielleicht bitte wieder mit Ingrid Bolsø Berdal, die war am abgebrühtesten! ;o)

09.08.2011

Anarchy in the UK

Da rumpelts aber im vereinigten Königreich! UK Riots (unbedingt merken, und beim Keks in geselliger Runde mal fallen lassen) nennt es die dortige Presse. Bei dem, was man da so zu sehen bekommt, wird selbst mancher SGD-Ultra blaß vor Neid...



Warum so was kommt, und wenn, weshalb so heftig, darüber werden sich die Gelehrten noch eifrig die klugen Köpfe beim five o'clock tea zerbrechen und sicherlich die Welt an ihren Erkenntnissen teilhaben lassen. Wenn es so weit ist. Doch erstmal gibt es Szenen zu bestaunen, die man eher aus dem nahen Osten erwartet. Die sogenannte westliche Welt hat eben so ihre eigenen Baustellen...



Wer denkt da schon noch an das Massaker von Norwegen, die Hungersnot in Ostafrika oder gar an Robert Enke?! Oder EHEC? Eben.

Ich will das hier jetzt nicht zu weit ausdehnen, man weiß über manches auch einfach zu wenig, bzw. nur dass, was einem die Medien auftischen. Was aber immer wieder überrascht ist, dass die darauf folgenden Reaktionen immer nach ein und dem selben Schema ablaufen. Erstmal kommt die Schockstarre auf allen Seiten. Danach wird das grundlegende Problem blitzschnell erkannt aufs Schärfste verurteilt. Und dann kommen sie... Leute, die sämtliche Internetaktivitäten verdammen, denn genau da, ja, möglicherweise auch gerade hier in diesem Moment, da Sie, werte Leser, diesen Zeilen aufmerksamst oder kurz vorm einnicken folgen, die Grundsubstanz jeglicher krimineller Handlungen ihren garstigen Samen sät. Also muss folgerichtig alles öffentlich gemacht werden. Wie soll das eigentlich in der Praxis aussehen?

Und mal ehrlich, Leute, wenn wir, also die kleinen unwissenden Bürger, auf ähnliche Mechanismen zurückgreifend erfahren würden, welche Gelder auf der Welt in welche Richtung fließen, welcher Betriebsrat wohin in den Puff eingeladen wird oder welche Supermarktangebote sich die Vizekanzlerin gerade online durchstöbert (wir wollten ja ein bisschen sparen, Weltwirtschaftskrise und so)? Dass manchem ein Zugriff auf jede, wirlich jede, Information auf diesem Planeten gut gefallen würde, kann man sich schon vorstellen, was damit für Missbrauch getrieben werden könnte, stellt man sich lieber nicht vor. Also lassen wir das lieber!


Beastie Boys »Riot Fight« (»Polly Wog Stew« EP, 1982)

PS: Nun kam man beim letzten Blogeintrag, welcher mit olle Billy Idol einen völlig anderen Grundstein hatte über eine kurze, aber knackige Assoziationskette auf Frank Schöbel und letztenendes auf den berühmten heißen Sommer. Wenn man genau hinguckt, schließt sich da auf wundersame Weise ein Kreis! ;o)

24.07.2011

R. I. P.

Unglaublich, was in Norwegen passiert ist. Einfach zu erklären, schwer zu begreifen.

Unsereins streift am Wochenende durch die Natur und genießt die schönen Dinge des Lebens, während woanders fast hundert, vor allem junge Menschen von einem Arschloch, der im Namen seines religiösen Wahns handelt, niedergemetzelt werden.

Dass Regierungsgebäude, Banken oder ähnlich geartete Ziele, quasi den Unmut des kleinen Mannes auf sich ziehend, ob nun aus politischen, religiösen Gründen oder einfach als kriegerischer Akt, regelmäßig angegriffen werden, gehört, wenn auch unschön, zur Geschichte der Menschheit. Aber ein Massaker in einem Ferienlager, präzise vorbereitet, kaltblütig durchgezogen, ist schon von einem anderen Kaliber. Sicher wird der Terrorist einer dafür vorgesehenen Strafe zugeführt, die vielen Toten kehren dadurch jedoch nicht ins Leben zurück.

Norwegen, sonst vielgepriesenes Musterland, hat jetzt eine tiefe Narbe in seiner Historie zu verarzten. Über das Warum muss nicht unnötig viel spekuliert werden, immerhin hat der Täter seine Beweggründe ausführlichst erläutert. Bei allem, was tagtäglich auf der Welt an Unrecht geschieht, verdeutlicht dieses Drama auf minimalistischste Weise, dass die sogenannte westliche oder auch freie Welt, beziehnugsweise vielzitierte Wertegemeinschaft, genügend eigene Baustellen hat. Waffenscheine hier, christlicher Fundamentalismus da - hinterher ist das Entsetzen um so größer. Merkel, Obama, Medwedew und Konsorten fackeln nicht lange, verurteilen scharf, prangern an, möchten ihrem Beileid Ausdruck verleihen. Was unterm Strich nicht den geringsten Nährwert hat. Sicher handelt es sich hier um einen Einzeltäter, der meines unfundierten Erachtens nach geistig umnachtet ist; jedoch fußen seine Attentate tief in der aggresiv geführten, nach globalen Ruhm und Umsätzen gierenden Politik, welche sich beliebig christlicher Motive bedient. Das liese sich noch endlos ausweiten, würde aber den Toten von Utøya nicht gerecht. Es gibt mit Sicherheit gescheitere Köpfe, als den eines kleinen Internetschmierfinken, die passendere, pietätvollere und belegbarere Worte dazu finden würden.

Was von hier aus bleibt, ist die ewig gleiche Feststellung, jeden Tag des Lebens lebenswert zu gestalten, sich an einfachen Dingen zu freuen und zu wissen, dass verbohrte Ideologien scheiße waren, sind und bleiben werden.

Fiel mir als erstes, nach dem ich die Nachrichten hörte, zum Thema ein, wie Motörheads Lemmy Kilmister in »Orgasmatron« einst trefflich formulierte...

My name is called religion, sadistic, sacred whore.

Amy Winehouse ist auch gestorben, tragisch, aber selbstverschuldet. Dies verkommt aber angesichts der Ereignisse in und bei Oslo zur Randnotiz.


Kampfar »Norse« (»Norse« EP, 1998)

PS: Letzte Worte, ich könnte mich ewig aufregen: In diesem Zusammenhang Trauergottesdienste abzuhalten scheint tröstlich, ist aber, genauer betrachtet, mieser Zynismus.

17.03.2011

alte und neue Satansbraten

Zum neuen Children Of Bodom-Album»Relentless Reckless Forever« haben die Finnen auch ein nagelneues Video aus dem See gezerrt.


Children Of Bodom »Was It Worth It?«
(»Relentless Reckless Forever«, 2011)


Zwar auch bloß eines dieser evil in einer Halle stehen und so tun als spielte man live-Videos, aber immerhin. Was das mit Skateboards zu tun hat, weiß man auch nicht. Auf jeden Fall rockandrollts!

Außerdem möchte ich noch ne relativ neue Band erwähnen, nämlich Devil aus Norwegen. Mal abgesehen von einer höchst innovativen Namensgebung spielen die Jungens den offenbar gerade angesagten alten Sound, quasi OkkultHardRock der Marke Ghost, vielleicht noch nicht so brilliant, aber immerhin schön melodiös und eben oldschool.

Kann man sich u. a. bei MySpace anhören. Erschienen sind bis jetzt eine Demoproduktion mit dem Namen »Magister Mundi Xum« und ein Demotape (!).

Hörbeispiele...


Devil »Spirit Of The Cult«


Devil »At The Blacksmith´s«

Da darf man sich getrost auf ein amtliches Debut freuen! Merken und nicht aus den Augen velieren... ;o)

14.12.2009

Humppanachtrag

Habe gerade gesehen, dass die im Post weiter unten zu sehenden Videos beide offizielle aus der Eläkeläiset-Schmiede sind. Sinn und Zweck der Aktion ist wohl, dass jeder den Text lernt und seine eigene Version anschließend zu YouTube hochladen soll. Nette Idee, denn spätestens am 29. Mai nächsten Jahres soll die Welt dieses Lied nie wieder vergessen, hehe...

Auf jeden Fall eine nette PR-Idee in Zeiten von Web2.0 und solchem Gedöns...

Jaaa, ich weiß, der ESC-Blog ist wo anders, aber interessant dürften auch noch die norwegische bzw. schwedische Vorentscheidung sein, bei denen Keep Of Kalessin und Crucified Barbara die Äxte schwingen. Man darf gespannt sein.

Die entsprechenden Lieder gibt es noch nicht in Videoversionen, daher hier zwei ältere Hörbeispiele, damitse wissen, was ich meine...


Crucified Barbara »Play Me Hard«, Schweden
(vom Album »In Distortion We Trust«, 2005)


Keep Of Kalessin »Ascedant«, Norwegen
(vom Album »Kolossus«, 2008)

Was auch immer daraus wird, es wirkt sicherlich belebend auf die alte Dame Euroviosion Song Contest. Wäre auch für Deutschland eine Idee, da fallen mir auf die Schnelle mehrere Bands ein, die ich gerne im Duell mit Jeanette Biedermann sehen würde! Crucified Jeanette sozusagen...