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16.05.2014

Sepp Blatter am Arsch

Der Präsident der Fédération Internationale de Football Association, dem geneigten Fussballfreund kurz als FIFA geläufig, Josef »Sepp« Blatter ließ heute verlauten, dass die Vergabe für die Weltmeisterschaft 2022 an Katar womöglich ein Fehler gewesen sei. Ach was!? Da liest man interessiert weiter, vielleicht gibt es ja ein paar selbstkritische Einsichten. Immerhin gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon um die 200 Todesfälle auf Baustellen für die WM; Menschen aus Asien, vor allem aus Nepal kamen dort unter unwürdigen Umständen ums Leben. Nur damit sich in ein paar Jahren ein paar Funktionäre (Herr Blatter vielleicht nicht mehr, er ist Schweizer und somit Teil einer durchschnittlichen Lebenserwartung von knapp 83 Jahren) in sonnigen Stadien präsentieren können und einer Region, die auf Lappalien wie Umwelt und Menschenrechte zugunsten einer kurzfristigen Renditenmenstruation scheißt, zu Glanz zu verhelfen.

Doch weit gefehlt. Bedenken gibt es in Sachen Temperaturen. Sommer, Sonnenschein, Sie wissen schon... unglaublich scheint diese dreiste Demonstration von Ignoranz und Selbstgefälligkeit, welche am Ende nur ein preiswertes Ablenkungsmanöver zu den akuteren Problemen der in wenigen Wochen startenden Fussballweltmeisterschaft in Brasilien (z. B. Räumungen von Favelas) darstellt. Das ist berechnend, das ist widerwärtig, das ist narzisstisch. Kurzum: Posten, wie sie ein Herr Platter inne hat gehören aufgrund der gestörten Wahrnehmung ihrer Protagonisten auf den Prüfstand, oder zumindest unter ärztliche Aufsicht!

Allerdings verfügt die FIFA über ausreichend Macht und Geld um sich über solche Dinge hinwegzusetzen und sich dabei auch noch selbst zu streicheln. Und an dieser Stelle möchte man den virtuellen Kotzbeutel verteilen.

Studfaust »Half Human, Half Dynamite« (»Studfaust«, 2012)

01.08.2013

vorwochenendliches

Wollte mich gerade über einen spaßigen Wochenendeinklang beömmeln, aber... no!, it´s just Donnerstag! So was. Aber, wie auch immer, mitten im Sommerloch erscheinen heute zwei zumindest erwähnenswerte Meldungen in der einschlägigen Presse.

Zum einen, das Helmut Kohl (die Jüngeren werden vielleicht nicht wissen, wer das ist: der Mann, der nach Erich Honecker unsere Republik regierte... lange ist es her) die Hälfte unserer türkischstämmigen Freunde mittels schnöden Mammons aus (Achtung, flaches Wortspiel!) good old Germoney herauskomplimentieren wollte. Da wir aber ein armes Land sind, ging der Plan nicht auf und deshalb, liebe Kinderlein, gibt es heute noch an jeder Ecke einen erstklassigen Döner zu kaufen. Also, wir sagen es, gerade hier im Osten, viel zu selten: Danke, Helmut!

Zum anderen, unwesentlich anders gealtert, aber ob seiner sexuellen Strahlung immer noch auf freiem Fuß: Dottore S. Berlusconi. Sie können ihm nachreden, was sie wollen, sind halt penible Italiener, am Ende wird immer wieder feststehen: der Mann mag schuldig, aber unverzichtbar sein. Hat er was mit Helmut gemeinsam. Und mit Ribéry. Und Hoeneß. Und so weiter.

Und überhaupt.

The Proclaimers »Letter From America« (»This Is The Story«, 1987)

24.04.2013

Zitat des Abends

»Wenn Messi Husten hat, dann hat Barcelona Grippe.«
(Marcel Reif)

The Kovenant »The Human Abstract« (»Animatronic«, 1999)

15.11.2012

zlatanibrahimovićfussballgott



Natürlich, den hätten wir selber ähnlich souverän verwandelt, aber immerhin, hatter schön gemacht! ;o)

Indicate »Cojeme« (»Cojeme«, 1987)

26.10.2012

Frontpost #7: Ausklang

Nicht mehr lange, dann geht es zurück in die Heimat. Was auch immer schön ist, gerade nach ein paar grauen Tagen in einer grauen Stadt. Das hilft, die Schönheit der eigenen Stadt wertzuschätzen. Dazu kommen solche Vorzüge wie eigenes Bett, gescheites Essen usw...


Natürlich gab es auch noch einen Friedhofsbesuch. Muss erst mal die zahlreichen Fotos sichten, gibt dann von daheim noch ein gepflegtes Best-Of-Programm. Überhaupt hat sich wieder gezeigt, dass ein gediegener Friedhof einiges rausreißt. ;o)


Sorgten für ewige Erheiterung: die Mülltonnen für e suubers Züri... Ja ja, die Sprache. Habe nichts gelernt, außer ständig in der Verniedlichungsform zu sprechen. Gehen wir über´s Brückli und gehen zum Häusli mit dem Dönerli. Zum Beispiel.


Zu guter letzt das Stadion des FC Zürich. Tierische Stimmung in der Südkurve!!! ;o)

So denn, ab nachhause! Zum Abschluss noch etwas schweizerische Musik. Und tschüs! ;o)

 
Samael »Together« (»Eternal«, 1999)

02.07.2012

EM vorbei...

...wobei ja schon sehr richtig festgestellt wurde, das nach der EM vor der WM ist. War ja noch mal ein gelungener Abend, ungebrochener Wetteroptimismus zahlt sich eben aus, notfalls unterm Schirm...

So seh´n Sieger aus! Viva España!

Hatte gegen Jogis lustigen Haufen noch ganz andere Posen drauf: Italiens Balotelli. Heul doch.

Waren die Sympathien anfangs noch ziemlich verteilt, ernteten unsere Angstgegner in blau mit zunehmender Spieldauer immerhin jede Menge Mitleid. Aber wenigstens gibt es bei einem 4:0 keine ellenlangen Diskussionen über Eckenverhältnisse, mögliche Taktiktricksereien oder unentdeckte Fouls. In diesem Sinne hat wahrscheinlich Europas bestes Team gewonnen, da beißt die sprichwörtliche Maus den rotgelben Faden keinesfalls ab! ;o)

Etwas früher am Tag entdeckte ich dieses Plakat, welches an dieser Stelle natürlich einen Platz finden soll, weil ab morgen erstmal fussballfreie Zone im Blog sein soll. Wir haben sonst nicht genügend Platz, das Sommerloch mit anderem Mumpitz zu befüllen, hehe...

Einfache Message, Werbung, die anspricht. Was trinken Schweini, Poldi und Jogi eigentlich vor und nach dem Spiel? Vielleicht hätten sie es einfach mal mit Sterni probieren sollen. ;o)


Tankwart »Viva España« (»Himbeergeist zum Frühstück«, 1996)

30.06.2012

diverse Bilder

Ein bisschen zusammenhangloses, aus den Untiefen der Festplatte aufgetauchtes, gemischtes Bildmaterial der letzten Zeit. Im Zweifelsfall natürlich Kunst! ;o)


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Heideroosjes »Ring Of Fire« (»20 Years: Ode & Tribute«, 2009)

29.06.2012

hl. Inquisition &St. Jogi

Kinder, wie schnell doch immer die Zeit vergeht. Da entschied sich die Stadt Köln, bzw. deren Stadtrat spontan nach dem Wimpernschlag von rund 400 Jahren, die weiblichen Opfer der heiligen Inquisition, welche gefoltert und zu Hexen erklärt wurden und durch Verbrennen oder öffentliches Erwürgen das Leben genommen wurde, zu rehabilitieren. (szArtikel: klickklack) Respekt, Leute!

Passt der alte Spruch dazu: »Judenverfolgung, Inquisitionen, Kreuzigungen, Hexenverbrennung, wir wissen wie man feiert - Ihre Kirche!« Amen. ;o)

Kann Inquisition nicht leiden, findet Hexen aber auch doof und ist völlig desinteressiert am Fussball im allgemeinen: Elvis. ;o)

Und weil wir thematisch schon mit einem Bein im Vorhof der Hölle verweilen, sollte der gestrige Abend nicht unerwähnt bleiben. Was macht Jogi z. B. mit Poldi (welch edler textlicher Kurzpass zum Thema Köln!)? Steht es ihm als Bundestrainer mit der gepflegtesten Frisur ever nicht frei, die Prügelstrafe nach seinem ganz persönlichen Geschmäckle einzusetzen? Und wird er eine Ziege, die Salz von den Füßen leckt, bis man vor Lachen abkratzt, einsetzten, um Schweini (ganz wichtig, alle Namen verkleinern, wegen dem hippen Wir-Gefühl) zu maßregeln? Oder sich selbst in irgendeiner Form dafür geißeln, Toni (hat das »i« schon Original im Namen - irre!) Kroos nicht beizeiten vom Platz genommen zu haben? Über all das wird uns sicher die dezente Berichterstattung der kommenden Tage aufklären...

Und nun, liebe Schwestern und Brüder: lasset uns einen Rosenkranz trinken! ;o)


Witching Hour »Black Countess« (»Total Possession«, 2011)

26.06.2012

FH Tolkewitz // Jess And The Ancient Ones

Spielfreie Tage - was tun? Auf dem Friedhof ist noch Platz...

Ne dämlichere Einleitung fiel mir einfach nicht ein, um ein paar Bilder vom Tolkewitzer Friedhof zu posten. Und auch kein feinpolierter Übergang zurück zur Europameisterschaft (jaha, Europameisterschaft, dieses UEFA Euro geht mir so auf den Mittelscheitel...!). Wie auch immer - morgen wird dann wieder gegen den Ball getreten (oder wie es der einheimische Mundartsprecher auszudrücken pflegt: an die Omme gelatscht... oder so) - Zeit wird´s!

Heilige Maria, Obst- oder Blumenhändlerin, Trümmerfrau? Wir werden es nie erfahren...

Hatte der Erlöser aber Schwein kein Kreuz aus Granit buckeln zu müssen!

Wer die Grabpflegegebühr nicht pünkltlich abdrückt, dem wird der Stein umgeschmissen...

...oder schnellstwuchernder Efeu auf der letzten Ruhestätte ausgesetzt.

Don´t pay the ferryman! ;o)

Nicht vorenthalten möchte ich der werten Leserschaft die fantastischen Jess And The Ancient Ones aus Finnland. Diese haben soeben eine selbstbetitelte Platte auf die kultursinnige Menschheit losgalassen. Hört euch das an, dann könnt ihr in ein paar Jahren hellseherische Fähigkeiten geltend machen und behaupten: hab ich damals schon gehört, war ja klar, dass das ein Klassiker wurde! ;o)


Jess And The Ancient Ones »Prayer For Death And Fire« (»Jess And The Ancient Ones«, 2012)

19.06.2012

drei EM Eindrücke

...und sie tanzen einen Tango...

Holunderblütenlikör, DAS Mitbringsel der EM!

die Massen rasten beim Public Viewing aus... ;o)


Clan Of Xymox »Stumble And Fall« (»Clan Of Xymox«, 1985)

16.06.2012

So ein Mist...

...stellte gerade fest, dass ab sofort alle Spiele der EM 20.45 parallel gezeigt werden. Kein 18 Uhr Spiel mehr! Lohnt´s ja kaum noch, vor dem Abendessen aufzustehen... ;o)


Horrorpops »Misstake« (»Hell Yeah!«, 2004)

10.06.2012

Blacklands, EM

Noch ein kleiner Witz, bevor er unaktuell wird... ;o)

Sagt der Richter zum dänischen Nationalspieler »Ich habe für dich eine gute und eine schlechte Nachricht! Die schlechte: ich verurteile dich hiermit zum Tod durch Erschießen.«.

Guckt der Däne etwas irritiert und fragt »Und was kann damit verbunden noch als gute Nachricht erscheinen?«.

Antwortet der Richter: »Robben wird schießen!«...


Castle »Blacklands« (»Blacklands«, 2012)

19.05.2012

san mir mir? ;o)

FC Bayern... meine Nerven! ;o)

Ornee... Arjen Robben... woooooooooahhahaha!


Hubert von Goisern »Brenna tuats guat« (»Entwederundoder«, 2011)

15.05.2012

Nachspielzeit vs. Halbzeitpause

Heute möchte ich mal eine Lanze für das digitale Zeitalter brechen (also zumindest an, nicht unbdingt ab...). Situation ist folgende: Veteran Minimi (Stiefvetter zwölften Grades des allseits beliebten Colonel Trautman) hat ein Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Berlin (Ausschreitungen inklusive, wofür er nichts kann) eingeschaltet. Bleiben zwischen zwei mal 45 Minuten Spiel 15 Minuten Pause. Und jetzt kommt´s...

...Bei Vorspulgeschwindigkeiten von bis zu 32-facher Geschwindigkeit gelingt es tatsächlich solche Highlights wie »Rambo - First Blood« auf ihre Spitzenmomente (und davon gibt es gerade bei Stallones Frühwerken viele)in komprimierter Zeitspanne zu genießen. Erleichternd wirkt sich aus, dass Capitano Trautmans Nichte, nee, Stiefveteran, die besten Szenen noch während der Spulzeiten vorab auswendig und fehlerfrei vortragen kann, was auch noch mal Zeit spart. Dann noch ein paar eingestreute echte Stallone-Originale (Die haben angefangen, ich wollte nur was essen.), perfekt ist die Halbzeitpause! ;o)

Jetzt hätte ich zumindest gerne einen Trailer des ersten Rambo-Films präsentiert, aber, die alten Genossen waren nicht schlimmer als die neuen, ist alles Einbetten bei YouTube gesperrt. Dann eben nicht. Wette, dass eh alle Leser dieses Blogs alle Rambo-Teile mitsprechen können. Ehrensache! ;o)

In diesem Sinne preisen wir den heiligen USB und hören uns vorm Zubettgehen noch was schnuffeliges an... ;o)


Moimir Papalescu & The Nihilists »Summer Deviation« (»Analogue Voodoo«, 2004)

PS: Wann kommt endlich der Knüppel, der diese krummschwänzigen Feuerwerkswerfer im unterklassigen Fussball mal amtlich am Scheitel trifft? Bäh...

07.03.2012

St. Vincent

Hängen in Nürnberg rum und kauen Muckalica ([gelernt: spricht man Muschkaliza] aßen einst die Rattenkampf-Protagonisten). Leverkusen (Minimi schimpft, wie der vielzitierte Rohrspatz; von hier aus gesehen denkt man sich aber eher Blamage, wem Rheinland gebührt), lässt sich gerade von Barcelona standesgemäß hinrichten (keine Angst, keine Revolte, nur Fussball). Aber, immerhin, heute ein Lied aufgeschnappt, welches sich schon nach einmaligem Hinhören einen Platz als Dauergast in der ewigen Playlist erschlichen hat.

Klingt so...



Die Interpretin nennt sich St. Vincent, mit bürgerlichem Namen Annie Erin Clark. Großes Kino, wennse mich fragen (bitte den Schnitt zum gestrigen Post nachzusehen, hehe). Hat schon drei Alben am Start. Schön, sollte man sich vielleicht mal zu Gemüte führen...

Gips auch ein Video, ein bisschen anders tönend, aber keineswegs schlechter. So sieht´s aus:


St. Vincent »Cheerleader« (»Strange Mercy«, 2011)

24.02.2012

schwarzgelber Mist

Was für ne Grütze!

Kurzabriss, für jene, die die Vorgeschichte nicht kennen... Im Laufe des letzten Jahres reiste Dynamo Dresden im Rahmen des DFB-Pokals nach Dortmund, wo es zu relativ heftigen Ausschreitungen kam. Sämtliche Schuld wurde den Dresdener Randalierern und letztenendes Dynamo zugeschrieben. Als Strafmaß entschieden sich die zuständigen Gremien für einen Pokalausschluß Dresdens für die kommende Saison. Je nach Weiterkommen im Wettbewerb eine möglicherweise millionenschwere Strafe. Gestern war nun Nachverhandlung. Ergebnis: die SGD darf am Pokal teilnehmen, zahlt 100000 Euro Strafe, bestreitet ein Geisterspiel und reist einmal ohne Fans nach Frankfurt, muss aber trotzdem den üblichen Ausgleich zahlen. Macht einen geschätzten Gesamtschaden von 150000 Euro.



Dortmund zahlt 8000 Euro Strafe. So weit so gut. Fragt sich natürlich, warum die Einlasskontrollen bei einem sogenannten Brisanzspiel so lasch waren, warum die Hooligans nicht von Anfang an separiert wurden (ist ja nicht so, dass so etwas völlig neu wäre und die Sicherheitskräfte völlig überrascht gewesen wären) - irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass auf Dortmunds Seite größere Versäumnisse vorliegen, welcher vergleichsweise ungeahndet bleiben. Auch z. B. Frankfurt und St. Pauli fielen unangenehm durch Ausschreitungen ähnlichen Formats auf, die Strafen waren jeweils mild. Persönlich kotzt mich dieses ewige Ost-West-Genöle tierisch an und die weinerliche Sage vom ewig unterdrückten Ostfussball betrachte ich als solche. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, wenn, gerade jetzt, wo es sportlich mal halbwegs passt, solche Entwicklungen stattfinden.

Bleibt nur zuzuschauen und zu hoffen, dass nicht gleich wieder was passiert. Beim nächsten mal werden die Greise des DFB und Justitia vielleicht nicht noch mal ihre »gnädige« Seite zeigen. Und den Hohlkörpern, die sich nicht mal 90 Minuten irgendwo aufhalten können, ohne zu pöbeln, sich zu prügeln, oder irgendetwas anzuzünden: Fuck off!

Das hätte Ralf Minge nicht gewollt... ;o)


The Sisterhood »Colours« (»Gift«, 1986)

08.12.2011

Bomben, Panzer, Räucherkerzen

So, wir wollen nicht vergessen, dass bald der Jahrestag unseres Heilands ins Haus steht. Aus diesem himmelhochjauchzenden Anlass entschloss ich mich vorhin, die nächste Kerze unter dem Kunststoffbaum (wegen Umweltbewußtsein und so - rettet den Wald im Erzgebirge!) für unsere Jungs, die nicht etwa der höheren Besoldungsstufe wegen im afghanischen Hinterland campieren, sondern um den Feind quasi schon an der Mittellinie aufzuhalten (Pressing, Preeesssinnng!), ein Kerzlein anzuzünden. Doch, was reißen einen da nicht für schauerliche Meldungen aus dem wärmenden Nebel der Räucherkerzen!

Das muss man sich mal vorstellen: eine Briefbombe (die aus Tradition nie beim Adressaten zünden), verschickt von italienischen Linksextremisten sollte dem Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in der kalten Jahreszeit die Daumen wärmen. Ist das der Dank dafür, dass der Durchschnittsdeutsche jährlich im Durchschnitt dreihundertzwölf Tiefkühlpizzen verzehrt?

Außerdem: der Deutsche Fussball-Bund sperrt die ruhm- und siegreiche SGD für ein Jahr in den Pokal-Hungerturm. Weil sich jeder hundertste Dynamo-Fan daneben benimmt. Wobei wir klar wissen: der Krawallmacher ist natürlich im Sturm (!) und auf der rechten Außenseite (!! [dritter Fussballbildvergleich in einem Text - falls Marcel Reif mal keine Zeit hat, ich nehm sie mir]) des Ostens wirbelwindig wie weiland Ralf Minge unterwegs. Dagegen sind wir natürlich alle, Menschenkette statt La Ola ist das Stichwort.

Und dann noch: Deutschlands christlich geprägte und damit äußerst liebenswürdige Regierung verkauft Saudi Arabien die Kleinigkeit von 270 Leopard 2-Panzern. Aus Nächstenliebe sicher fast zum Selbskostenpreis.

Wir sehen: der pechschwarze Reebok des Todes™ bedroht die Pariser Innenstadt. Rettung nacht nicht, weil wir und unsere Verbündeten in Afghanistan nun mal genug zu tun haben! Was jetzt?

Das ist alles so was von anheimelnd, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit. Was machen eigentlich unsere Kriegsdienstnichtverweigerer am Hindukusch? Einheimischeabknallen für ein gesünderes Europa ohne Waffen, Briefbomben, und Hooligans? Danke Jungs! rufe ich daher der Truppe, unserer Truppe entgegen. Warum daheim kämpfen, wenn das Gute so fern liegt?

Frohen Advent zusammen! (Für Frieden und... siewissenschon...)


Apoptygma Berzerk »Electronic Warfare« (»The Apopcalyptic Manifesto«, 1998)

23.11.2011

Rattenkampf, Kapitel 12

Und weil es so furchtbar finster ist... uns spooky... deshalb kurz vor Mitternacht... der 12. Teil zur 12. Stunde. Kann ja keiner was dafür, wenn der Championsleague-Mittwoch auch Veröffentlichungstag ist. Wird´s halt später, auch wenn der Landskronmichi schon gerannt ist, als wüsste er, wie spät es wieder wird. ;o)

Uuuund los!


Bee Gees »Living Eyes« (»Living Eyes«, 1981)

Kapitel 12

Er sah sie sofort hinten in der Ecke sitzen. Von dort aus hatte sie den Überblick und saß gleichzeitig wie auf dem Präsentierteller. Nicht nur räumlich, auch durch ihre geschmackvolle Kleidung hob sich von ihrer Umgebung ab. An ihren Tisch würde sich kein Stadtteiltrinker verirren. Sie spielte in einer anderen Liga, das sah man ihr an und das wurde gewöhnlich von ihnen respektiert.
Nur er, als Mittler zwischen den Welten, konnte sich zu ihr setzen, ohne daß ein Raunen durch den Raum ging.
»Und? Heute schon jemanden über den Haufen gefahren?« Seinen Cheeseburger mit Pommes frites stellte er direkt vor ihr ab, als wollte er zu ihr sagen: Friß oder stirb. Den Laptop plazierte er so, daß vor ihm noch Platz für seine Cola war. Die Hälfte davon schüttete er in den Blumentopf am Fenster und füllte das Glas ungeniert mit dem frisch erworbenen Wodka vom Ukrainer wieder auf.
Er durfte sich nicht nur so benehmen, er mußte es. Seine Klientel erwartete dies von ihm.
Sie wußte nicht so recht, was sie von seinem Auftritt halten sollte. Sie fühlte sich etwas überfahren und ihrer Führung beraubt. Das hatte er beabsichtigt.
Nachdem er die Wohnung der M. verlassen hatte, war er in seine Pension gelaufen, um sich umzuziehen. Den Laptop nahm er als Requisite mit. Darauf war nichts, was für andere interessant gewesen wäre. Nur fertige und halbfertige Lektoratsarbeiten wissenschaftlicher Natur und ein paar belanglose Mails.
Er wollte sie verunsichern und in die Ecke drängen, so daß sie anfing, Fehler zu machen. Fehler, die Rückschlüsse über das zuließen, was er von ihr wissen wollte.
Aber sie tat ihm den Gefallen nicht. Sie zeigte sich äußerlich unbeeindruckt, plauderte brav über ihr Mißgeschick vom Vortag, ließ Komplimente an ihn einfließen und fragte ihn sogar nach Nebensächlichkeiten. Kurz, sie plapperte wie ein Wasserfall und wie mit einem alten Bekannten, und er hörte gar nicht hin.
Nein, er hörte schon auf das, was sie erzählte, aber er achtete mehr darauf, wie sie etwas sagte. Er analysierte ihren wechselnden Tonfall, die Tonfarbe, wie sie ihre Stimme hob und senkte, und verglich alles mit ihrer Körpersprache. Gerade diese sagte ihm mehr, als ihr lieb sein konnte.
Auf diese Dinge zu achten, sie bewußt wahrzunehmen, lehrte ihn sein Meister, und geübt hatte er es hier auf der Straße. Diese verzieh keine Fehler, aber sie beließ es bei einer gebrochenen Nase oder einer geklauten Brieftasche.
Was er aus ihr herauszulesen vermochte, war wenig amüsant. Er hatte Recht, die Frau hatte keine Zeit und sie war allein. Sie versuchte mit aller Macht, ihn für sich einzunehmen. Er ging darauf ein. Sie war ein ganz leckerer Käfer, hochintelligent, überaus charmant, und ihre laszive Ausstrahlung beeindruckte ihn.
Er konnte Joe Black gut verstehen. Sie verstand es, einem Mann um den Finger zu wickeln. Dabei blieb sie eiskalt und skrupellos.
Er mußte sich eingestehen, daß sie ihm gefiel. Sogar sehr gefiel. Sie würde niemandem gestatten, ihr persönlich näher zu kommen. Partnerschaften, welcher Art auch immer, ging sie völlig gefühllos ein. Sie würde besser in sein Leben passen als die M. An der konnte er sich verlieren, an der, die ihm gegenüber saß, nicht.
Wenn sie, gesetzt dem Fall, sie wären ein Paar, morgen verschwunden wäre, würde er es bedauern aber mehr auch nicht. Seine Gefühle würden apnoetauchen und nur gelegentlich die Wasseroberfläche erreichen.
Aber der Fall würde nicht eintreffen, denn die Frau war so gut wie tot. Sie hatte Joe Black erschossen, da war er sich jetzt sicher. Das konnte nur im Affekt passiert sein. Vermutlich war er ihr auf die Schliche gekommen. Daß gegen ihn etwas lief, wußte er ja, sonst hätte er ihn schließlich nicht zu seiner Frau geschickt.
War es eine Kurzschlußreaktion, saß ihr die Polizei bereits im Nacken. Nach Joes Tod war sie in den Staaten von der Bildfläche verschwunden. Was lag also näher als sie zu verdächtigen?
Ob sie ihr den Mord nachweisen konnten, war fraglich, aber auch nicht wichtig. Sie war mit seinem Tod »verbrannt«, also für ihre Auftraggeber nutzlos geworden. Mit Sicherheit saß schon jemand im Flugzeug, der dafür sorgen sollte, daß sie dauerhaft die Klappe hielt, bevor die Polizei sie erwischte. Denn wer wußte schon, was sie sonst noch auf dem Kerbholz hatte und mit welchen Pfunden sie vor Gericht und mit der Polizei zu dealen gedachte, um sich selbst zu retten.
Ihre letzte Chance war es, die Dokumente herbeizuschaffen und an ihre Auftraggeber zu übergeben. Diese, davon konnte er ausgehen, würden sie benutzen, um mit Joes Imperium Tabula Rasa zu spielen, wenn sie es nicht sowieso schon taten. Aber sie würde sie nicht bekommen. Nicht von ihm. Das war ihm jetzt endlich klar.

»Ob wir das Haus beobachten lassen sollen?« Die beiden Polizisten standen unschlüssig unten auf der Straße.
»Was haben wir in der Hand, um das rechtfertigen zu können? Nichts!« Beide zündeten sich eine Zigarette an und beim Feuergeben verbrannte sich einer von ihnen die Finger.
»Nichts haben wir in der Hand. Gar nichts. Nur dieses Bild von seiner neuen Sekretärin, die wohl auch seine Geliebte war.« Beide schauten hilflos zu M.s Wohnung.
»Aber sie ist seitdem verschwunden«, warf der eine ein.
»Na und? Sie wird ja kaum seiner Ehefrau die Aufwartung machen«, gab der andere zu bedenken. Er klopfte ihm sacht mit der flachen Hand auf die Schulter und drängte ihn zum Gehen.
»Die Frau geht uns schon nicht durch die Lappen. Die Fahndung nach ihr ist über Interpol in Gange. Auch wenn wir nicht wissen, wie sie wirklich heißt, so ein hübscher Käfer prägt sich bei jedem Polizisten, der einmal das Bild hier gesehen hat, ein. Und wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Genau genommen hat sie uns nur einen Gefallen getan. Ein Verbrecher weniger, an den wir nicht herangekommen wären. Komm, wir gehen Mittag essen. Heute ist Donnerstag. Da geht’s zu Mac Donalds.« Beide lachten, stiegen in ihren Dienstwagen und fuhren davon.

Die Polizisten sah er nur aus den Augenwinkeln. Sie stiegen in dem Moment aus ihrem Auto, als er mit ihr das Lokal verließ. Er konnte nicht wissen, wie nahe sie beide eben am Supergau vorbeigeschrammt waren. Nein, nur sie. Er hatte sie gerade erst kennengelernt, nachdem sie ihn gestern angefahren hatte. Damit war er aus dem Schneider.
Aber sie säße bis zur Halskrause im Schlamassel. In ihrer Manteltasche verbarg sie ihre Kanone. Das war ein Fehler, der dem Joker nie unterlaufen wäre. Der war sauber, was nicht hieß, das er keine Waffe besaß.
Er hatte sogar mehrere davon und er kam schnell an eine heran, egal, wo er sich gerade befand. Wie er das anstellte, war sein bestgehütetes Geheimnis. Aber im Grunde bestand es nur daraus, weit vorauszudenken, genug Leute zu kennen, die keinen Verdacht schöpften, wenn er überraschend auftauchte, und seine Begabung zu nutzen, Offensichtliches unsichtbar machen zu können.
Jetzt galt es, die Frau neben ihn verschwinden zu lassen. Zumindest für die nächsten zwei Tage. Dann war sie Geschichte und nicht mehr sein Problem.


The Sisters Of Mercy »Lucretia My Reflection« (»Floodland«, 1987)

21.11.2011

den Tätern auf der Spur...

Prinzipell geht mir sämtliches Ost/West-Gesülze tierisch auf den Zeiger. Wir rechnen nach: BRD, DDR 40 Jahre, jetzt 21 Gesamtdeutschland, die erste Halbzeit ist längst gelaufen. Ist nur noch nicht in allen Köpfen angekommen. Dennoch muss ich mal ein paar Zeilen zum Thema ablassen.

Was dieser Tage durch die Medien schallt ist an Taktlosigkeit und schlichter Arroganz wieder mal nicht zu unterbieten. Ein Aufschrei! Die Nazis! Aus dem Osten! Hinter jeder Litfaßsäule lauern sie. Da wirde der Ossi zur gemeingefährlichen Randgruppe degradiert, dass es eine Freude ist.

Gut, sie nennen nur beim Namen, was der Deutsche an sich schon weiß. Den eigentlichen, wie nennt man so was, Stammtischrassismus vielleicht, verbirgt man dabei auch nicht gerade geschickt. Anfangs gingen die ermittelnden Behörden ebenso wie der aufmerksame Nachbar (letzte Woche aus Antalya zurück gekommen, Wetter war schön, aber das Essen...) glasklar davon aus, das die türkischstämmigen Mordopfer von ihren eigenen Leuten erschossen wurden, was schlussrichtig den einzig möglichen Begriff - Döner-Morde - zum Ergebnis hatte. Eine Bevölkerungsgruppe auf ein Fastfoodprodukt zu reduzieren - Respekt, nicht schlecht! Nun, da es alle besser wissen, der Terror trug nicht, wie im Lehrbuch ein Kopftuch, könnte man sich wenigstens aus Respekt gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen mal so sachte auf einen neuen Begriff einigen. Könnte. Hat man aber glatt vergessen, es waren und bleiben weiterhin die Döner-Morde. Konnte sich bei aller Ossi-Hetze auch keiner drum kümmern.

Ebenso wenig erscheint logisch, warum, trotz Einsatz moderner Kameras und sonst was für tollen Strategien, immerwieder ausschließlich ostdeutsche Fussballvereine, zuletzt die ruhmreiche SGD, politisch gegrätscht werden. Es kracht in etlichen Fussballstadien, brennt hier, prügelt sich da. Der deutsche Fussballbund ahndet so was gerne mit Geldstrafen um die zwanzigtausend Euro. Dynamo soll aber gleich aus dem nächsten Pokal gewippt werden, was finanziell mindestens fünfzig mal so schwer wiegt. Selbst bei den Spielübertragungen im TV, lassen sich Experten wie Poschmann & Co. dazu hinreißen auf flacheste Art Flagge zu zeigen. SGD Randale: Kamera drauf, ellenlange Kommentare während und nach dem Spiel. Feuerchen in Frankfurt am Main: Kann mal passieren, sollen sich ja nicht erkälten. Fertig.

Summa summarum stellt sich die Frage, ob teilweise nicht auch politisches Kalkül hinter allem steckt, denn es gibt sie, diese Landstriche, in denen die Assoziationskette alle Probleme=Migranten (also auch gewalttätige Ostdeutsche)=nicht unser Problem=usw... keine schlechte Formel zur Mehrung von Wählerstimmen darstellt.

Blöd nur, wenn irgendwelche Hirnis auch immer wieder Futter dafür liefern. Beiderseits.

Ergo: Fickt euch alle ins Knie! ;o)


Die Goldenen Zitronen »Das bisschen Totschlag« (»Das bisschen Totschlag«, 1994)

22.10.2011

Unsterblich/Immortal

Bug´s Hosentaschenwörterbuch DEU-ENG/ENG-DEU, Seite 4: Immortal=Unsterblich.

Da berichtet die Sächsische Zeitung (lesen wir hier) über eine Art Flashmob im schönen Stolpen. Es marschieren in schwarzen Klamotten, mit weißen Masken, 150 Leute durch den Ort mit der berühmten Burg. Fackellicht, hier und da ein Sprechchor, freilich gut angebräunt, das ganze mitgefilmt, mit ein bisschen düsterem Soundtrack unterlegt - heute basteln wir uns einen Aufreger...



Da laufen sie nun, die selbsternannten Unsterblichen. Die Bevölkerung (immerhin ist der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für seine schwarze, mit braunen Ausschlägen gewürzte Wahlmentalität bekannt) schwer erstaunt über derartige Umtriebe. Nicht, dass solcherlei Mummenschanz vor dieser Art politischer Beweggründe begrüßenswert sei, aber es verwundert dann doch, dass es jemanden verwundert. Bei aller Liebe, warum setzt sich Rechts eine Maske auf? Weil sich Links auch ein Tuch um die Kapuze bindet, bevor die Mülltonne brennt, weil der Dynamo-Schal vors Antlitz geschoben wird, wenn demnächst nach dem verlorenen Pokalspiel gegen Dortmund die Raststätten gen Dresden zur Sau gemacht werden - man will einfach nicht erkannt werden. Das nähme der Sache den Zauber und würde manchen zur Zurückhaltung bewegen.

Ich hoffe, man versteht mich nicht falsch, wer diesen Blog allgemein, oder mich persönlich kennt, weiß, wo der Hase lang läuft (bzw. Bartel den Most her holt, der Frosch die Locken hat, oder sonstwas), aber dieser pseudoschockierte Aufschrei wirkt doch noch lächerlicher, als die Aktion an sich. Zumindest für meinen bescheidenen Geschmack. Demokratie ist immerhin, wenn alle mitmachen, aber trotzdem keiner zuhört.

Nun finde ich gerade nicht die passenden Worte, meine erste Assoziation auszudrücken. Kurz gefasst war es so: Unsterblich=Immortal, Masken=Immortal, Feuer=Immortal (»Diabolical Fullmoon Mysticism«-Cover!), Stolpen=Blashyrkh, oder so... ergo:


Immortal »One By One« (»The Seventh Day Of Blashyrkh« DVD, 2010)

Natürlich haben wir das vorhin gleich ausdiskutiert und der enspannteste aller Freizeitphilosphen hat auch eine Meinung dazu...


In diesem Sinne, nicht erschrecken, wenns um die Ecke flackert. Erst mal gucken, welche Farbe die Gesichtsbedeckung wirklich hat! <;o) Könnte ja auch eine Demo für oder gegenwas anderes sein...